Kapitel Elf

548 Words

Sie rief mich an einem Donnerstagabend an, kurz nachdem ich von meinem dritten Mittwoch bei Kael nach Hause gekommen war. „Erzähl schon“, sagte sie ohne Umschweife. Ich saß auf meinem Bett. Draußen brach die Nacht herein. Straßenlaternen gingen an. Warmes, orangefarbenes Licht drang durch die Vorhänge meines Zimmers. „Was meinst du?“ „Mira.“ Ihre Stimme war sanft. „Ich bin deine Schwester. Ich kenne dich seit deiner Geburt. Erzähl schon.“ Ich schloss die Augen. Ich atmete tief durch. Und ich erzählte es ihr. Nicht alles. Nicht den Anfang. Nicht die Monate der Verdrängung. Nicht die schlaflose Nacht nach unserem Gespräch auf dem Balkon. Aber ich erzählte ihr von den Kaffees am Mittwoch. Von den Gesprächen. Von dem Feuer, das in mir immer stärker wurde, jedes Mal, wenn Kael meinen Namen sagt

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