Kapitel siebenundvierzig

691 Words

Lila rief an einem Donnerstagmorgen an. Das Dezemberlicht fiel durch die Jalousien, und ihre Stimme hatte die ungewöhnliche Fähigkeit, mich mitten im Gedanken innehalten zu lassen, noch bevor sie etwas sagte. Sie war weder wütend noch schnippisch; sie strahlte nur diese vertraute, fast geflüsterte Dringlichkeit aus, als hielte sie etwas Zerbrechliches in den Armen, das jeden Moment zu zerbrechen drohte. „Sitzt du?“, fragte sie. „Ja. Jetzt schon.“ Es entstand eine kurze Pause, dann sagte sie: „Jonas hat mir einen Heiratsantrag gemacht.“ Zwei Sekunden lang herrschte absolute Stille in meinem Kopf, lang genug, um über ihre Worte nachzudenken, lang genug, um sie mir zu merken, lang genug, um ein Gefühl der Freude in mir aufsteigen zu spüren, etwas Reines, Unverfälschtes und vollkommen, vollkom

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