Es gab kein bestimmtes Datum. Kein vorgeplanter Abend, keine bewusste Entscheidung im Kerzenschein. So war es überhaupt nicht. Es war Januar. Ein Dienstagabend. Wir hatten gelesen – beide bei ihm, auf seiner Couch. Ich hielt das Buch auf seinem Schoß, und er hatte lässig einen Arm um meine Schultern gelegt. Es war so etwas, das sich so natürlich und selbstverständlich angefühlt hatte, dass ich gar nicht bemerkt hatte, wann es angefangen hatte. Ich legte das Buch beiseite. Er sah mich an. Unsere Blicke trafen sich. Ich habe keine Ahnung, wer den ersten Schritt gemacht hat, ob überhaupt einer von uns, oder ob es einfach die Distanz zwischen uns war, die sich, wie schon seit Monaten, Zentimeter für Zentimeter, immer weiter verringerte, bis sie plötzlich verschwunden war. Er küsste mich. Ich

