Der zweite gemeinsame Sommer war anders als der erste. Nicht besser und nicht schlechter, einfach anders, so wie alle zweiten Sommer, wenn die anfängliche Begeisterung und das Neue einer dauerhaften Erfahrung gewichen sind. Der erste Sommer war ein Sommer der Entdeckungen gewesen, ein Sommer, in dem ich jemanden in einem neuen Umfeld kennengelernt hatte. Der zweite Sommer war eher ein Besuch an einem Ort, den ich gut genug kannte, um ihn zu lieben, und manchmal liebte ich ihn sogar noch mehr, weil ich ihn so gut kannte, dass ich ihn für selbstverständlich hielt. Wir hatten unseren Rhythmus. Sonntagmorgens schlenderten wir sorglos über den Viktualienmarkt und genossen die Gewissheit, dass wir es nirgendwo eilig hatten. Er kaufte Käse und Brot und wählte sie mit Bedacht aus, als wären es Ent

