Das Santi-Anwesen war an diesem Abend ungewöhnlich ruhig—zu ruhig. Elena hatte mich vor zwanzig Minuten im Fitnessraum zurückgelassen und etwas gemurmelt wie, sie müsse „etwas überprüfen“. Sie erklärte es nicht. Sie erklärte eigentlich nie etwas. Aber heute Abend machte ihre Abwesenheit die Stille lauter, schwerer. Das Licht im Fitnessraum leuchtete weich über mir, warm, aber fern, und warf lange Schatten über den polierten Holzboden. Mein Spiegelbild starrte mich aus der hohen verspiegelten Wand an—zerzauster Pferdeschwanz, gerötete Wangen, das übergroße T-Shirt klebte an meiner Haut von dem leichten Workout, zu dem ich mich *gezwungen* hatte. Versucht, aber gescheitert. Mein Körper bewegte sich, aber mein Kopf— Mein Kopf war ganz woanders. Lucas… was hast du gemeint? Warum hast du

