Schuldgefühle

1070 Words

Schuld ist etwas Leises. Sie schreit nicht. Sie blutet nicht. Sie kündigt sich nicht an wie Gefahr. Sie sitzt einfach da. Sie wartet. Und sie frisst dich von innen heraus auf. Ich stand lange am hohen Glasfenster von Helen Estates, nachdem Dante hinaus in die Gärten gegangen war. Lange nachdem der Arzt gegangen war. Lange nachdem sich das Haus in seinen falschen Frieden gelegt hatte. Meine Finger zitterten leicht, als ich sie gegen das kalte Glas presste. Ich hatte ihn belogen. Nicht offen — nicht mit Worten, scharf genug, um zu schneiden — sondern durch Auslassen. Durch Schweigen. Durch ein Lächeln, das nicht echt war. Und das tat mehr weh als Kugeln es je könnten. Dante erinnerte sich nicht an Anna. Nicht an ihre Stimme. Nicht an ihre Tränen. Nicht an die Art, wie sie ihn

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