ZWEIUNDDREISSIG Gut Annalise, St. Marcos, US-Jungferninseln 8. September 2014 Ruth und ich arbeiteten Seite an Seite, wechselten nasse Windeln und zogen den Babys frische Sachen an. Ich hatte vier Tage mit ihnen verloren und dabei mein Leben riskiert. Was täten sie, wenn sie ohne Mutter aufwachsen müssten? Wie das bei Taylor fast der Fall gewesen wäre? Er sollte nicht noch eine Mutter verlieren. Meine Gedanken schweiften in eine Richtung ab, die man besser ignorierte, meine gute Laune verflüchtigte sich. Ruth hob Jess hoch und fragte: „Kommst du?“, während sie zur Tür ging. „Nein, ich glaube, ich bleib noch hier, schaukle Liv und hab sie noch ein bisschen ganz für mich allein.“ Ich spürte, wie sich bei mir aus heiterem Himmel ein hässlicher Stimmungswechsel anbahnte. Vielleicht würd

