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908 Words
Mina Meine Hände zitterten, als seine blauen Augen heiß auf mich gerichtet waren, und obwohl sein großer Körper angespannt wirkte, bewegte er sich nicht – vielleicht spürte er meine Nervosität. – Ja? Du hast keine weiteren Fragen an mich? – forderte er mich heraus. – Du bist nicht neugierig auf den Mann, mit dem du gleich gehen willst? Auf mich, auf das, was ich tue? Ich leckte mir über die Lippen und musste zugeben, dass ich neugieriger sein sollte. Genau das wären die Dinge gewesen, die ich wissen müsste, bevor ich irgendetwas mit diesem Mann anfing. Aber in diesem Moment – es sei denn, er gestand, ein Serienmörder zu sein – würde das wirklich einen Unterschied machen? Ich hatte keine Lust mehr, darüber nachzudenken. Ich wollte einfach nur s*x mit diesem Mann, der allein durch seine Art zu reden und zu handeln den Eindruck machte, genau zu wissen, was er tat. – Lass uns nicht so tun, als würden wir uns nach heute Abend noch einmalsehen, – sagte ich und versuchte, erwachsen zu wirken. – Du wirkst nicht wie der Typ für mehr als eine Nacht. Er neigte den Kopf, ein fast schelmischer Glanz lag in seinen Augen. – Stört dich das? – Nein, – atmete ich. – Ja… ich weiß nicht. Entschuldige, ich bin das nicht gewohnt. Eine Ecke seines Mundes zuckte nach oben. – Das merke ich, – sagte er mit einem langsamen, verführerischen Lächeln. – Soll ich dich überzeugen? Seine raue Stimme jagte mir Schauer über den Rücken. Ich leckte meine Unterlippe und nickte, in der Hoffnung, dass es meine Nerven beruhigen würde, wenn er mir genau sagte, was er mit mir vorhatte. – Willst du, dass ich dir sage, warum du sofort mit in mein Hotelzimmer kommen solltest? – Ja, – flüsterte ich atemlos. Er griff nach meinem Hocker, zog ihn näher, sodass meine Knie zwischen seine Oberschenkel kamen. Sich nach vorne beugend, strich er mir eine Haarsträhne hinter das Ohr und flüsterte: – Weil ich, wenn wir allein sind, mit meiner Zunge bei dir bin, meinen Schwanz in dich vergrabe und dich zu deinem dritten Orgasmus treibe, dir genau sagen werde, wie sexy du bist, wie hart ich für dich bin und wie unglaublich sich deine Muschi anfühlt, wenn sie mich umschließt. Du wirst vergessen, dass je ein anderer Mann in dir war, und wenn ich dich endlich kommen lasse, wirst du schreien, direkt über meinen Schwanz. Er lehnte sich zurück, beobachtete meine geweiteten Pupillen und lächelte, während seine Knöchel über meine heiße Wange strichen. – Überzeugend genug? – fragte er. Mein Mund war trocken, mein Herz hämmerte. Das war das Verrückteste, Rücksichtsloseste, was ich je in Erwägung gezogen hatte. Ich hatte es satt, immer verantwortungsbewusst zu sein. Ich hatte zu viel getrunken, aber jetzt war ich klar im Kopf. Heute Abend würde ich einmal rücksichtslos sein. Ich traf seinen Blick. – Sehr überzeugend, – sagte ich. Ein Aufleuchten der Zufriedenheit erhellte seine eisblauen Augen. – Wie heißt du? – fragte er, während seine Finger über meinen Hals glitten und mir Schmetterlinge in den Bauch schickten. – Wilhelmina. Und du? – – Silvan, – antwortete er, mich mit einer seltsamen Intensität studierend, als könnte allein das Wissen um seinen Namen mich von meinem Vorhaben abbringen. Seltsamerweise wollte ich nach unserem stillen Einverständnis zu… nun ja, mehr, gar nicht weiter Smalltalk führen. Wie so oft in meinem Leben, sobald ich beschlossen hatte, etwas zu tun, wollte ich es so schnell wie möglich durchziehen. Ich war noch nervös, doch zugleich stieg eine Vorfreude in mir auf, die ich nicht ignorieren konnte – ein Bedürfnis, einen Teil von mir endlich freizulassen, den ich bisher zurückgehalten hatte. Als er fragte, ob ich bereit sei zu gehen, nickte ich, trank einen letzten Schluck Wasser, um meinen trockenen Hals zu befeuchten, und stieg vom Hocker. Silvan legte seine Hand auf meinen unteren Rücken und führte mich zum Ausgang. Ich konnte nicht aufhören, daran zu denken, was seine Hände als Nächstes tun würden. Ich konnte die Vorstellung seines Körpers, vom Schweiß glänzend, der sich über meinen bewegte, nicht abschütteln. Meine Füße stockten, und ich konnte keinen Schritt weitergehen, ohne die Wahrheit zu gestehen. Das hier könnte mehr sein, als er erwartet hatte. Vielleicht war meine Unerfahrenheit ein Dealbreaker für ihn, und er hatte das Recht zu wissen, worauf er sich einließ. – Warte. Es gibt etwas, das ich dir zuerst sagen muss. – Misstrauen legte sich auf sein Gesicht, und seine Augenbrauen zogen sich hoch, während er auf meine Erklärung wartete. – Ich… ähm… ich habe das eigentlich noch nie gemacht. – – Ich denke, es ist ziemlich offensichtlich, dass es für dich nicht typisch ist, mit einem Mann nach Hause zu gehen, den du gerade in einer Bar kennengelernt hast. – Ich senkte die Stimme. – Nein. Ich meine… ich habe es noch nie… überhaupt… – Ein Stirnrunzeln erschien zwischen seinen Augenbrauen. – Ich bin eine Jungfrau, – flüsterte ich, als er nicht reagierte. Überraschung blitzte in seinen Augen auf. – Wie alt bist du? – Sein offensichtlicher Unglaube ließ mich das Kinn heben. – Es ist nicht so ungewöhnlich, wie du denkst. – Ich hielt den Atem an und wartete darauf, ob er seine Meinung ändern würde. Seine Augen glitten über mich, und etwas Unbestimmtes funkelte darin. Ein Hauch von Lächeln spielte um seine Lippen. – Selten genug. Er schüttelte den Kopf, immer noch mit diesem halben Lächeln auf den Lippen, und nahm dann meine Hand. – Komm.
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