Der Schneesturm Der Winter kam schneller, als Elara erwartet hatte. Sie hatten den Fluss gefunden – ein schmaler, schnell fließender Strom, dessen Wasser tatsächlich nie ganz zufror, als würde etwas Heißes tief unter der Erde pulsieren. Doch kaum hatten sie zwei Tage lang seinem Lauf gefolgt, brach der Himmel auf. Der Sturm kam aus dem Nichts: schwarze Wolken, die wie eine Wand über die Berge rollten, Wind, der heulte wie hundert Wölfe gleichzeitig. Schnee fiel so dicht, dass man die eigene Schnauze kaum noch sah. Elara und Finn suchten Schutz in einer schmalen Schlucht. Die Wände boten ein wenig Windschutz, doch die Kälte kroch trotzdem durch Fell und Haut. „Ich hasse Schnee“, murmelte Finn, der sich eng an Elaras Flanke drückte. „Schnee ist ehrlich“, erwiderte sie. „Er versteckt ni

