KAPITEL 1

1493 Words
Aria wachte an jenem Morgen auf und dachte, es würde ein großartiger Tag werden, aber da saß sie nun, den Kopf in den Handflächen und tief in Gedanken versunken. Sie war völlig verwirrt. Warum musste die Welt so grausam sein? Es schien, als würde das Leben Stein um Stein werfen, egal wohin sie ging. Sie hatte früher in ihrem Büro einige Konten überprüft, als Mark, einer der Buchhaltungsmitarbeiter, sie angerufen und gesagt hatte, sie würde im Büro ihres Vaters gebraucht. Während sie sich fragte, worum es ging, stand sie auf und machte sich auf den Weg zum Büro, gerade rechtzeitig, um ihre Mutter hereinkommen zu sehen. Sie hielt inne und zögerte gerade lange genug, damit ihre Mutter hineingehen konnte. Sehr verwirrt darüber, warum ihre Mutter dort war, da sie nichts im Unternehmen verwaltete, ging sie ins Büro. Aria zeigte einen verwirrten Gesichtsausdruck, als ihre Eltern ihr besorgte und ernste Blicke zuwarfen. Ihre Mutter, Annika, stand hinter ihrem Vater mit ihren Händen auf seinen Schultern, als ob sie ihn trösten wollte. Das war kein gutes Zeichen. Wann immer sie so dastanden, gab es immer schlechte Nachrichten. Die Luft im Raum fühlte sich schwer an mit dem Gewicht ihrer Sorgen. Sie atmete tief durch und versuchte sich auf die Nachricht vorzubereiten, die sie erwartete, und setzte sich dann dem Paar gegenüber. „Dad. Mom. Ist alles in Ordnung?", fragte sie und fühlte sich unwohl. „Hazel, meine Liebe", begann ihr Vater, seine Stimme gefüllt mit einer Mischung aus Resignation und Traurigkeit, „ich fürchte, mir geht es nicht gut. Der Arzt sagt, es ist ernst." Hazels Augen weiteten sich vor Sorge. Sie lehnte sich vor. Es war nicht das erste Mal, dass ihr Vater krank geworden war, aber er hatte sich immer erholt, und mit dem Blick in den Augen ihrer Eltern war sie sicher, dass dieser jüngste Rückschlag schlimmer sein würde als die letzten. „Was ist es?" Ihre Frage wurde mit keiner Antwort beantwortet. Sie richtete ihren Rücken auf und fragte autoritativer. „Was hat der Arzt gesagt, Mom?" Ihre Mutter schwieg. Gerard schaffte ein schwaches Lächeln, dankbar, dass er eine Tochter hatte, die sich um ihn kümmerte. „Bei mir wurde eine Kardiomyopathie diagnostiziert." „Was?", sagte sie, während Tränen in ihren Augen aufzusteigen begannen. „Dein Vater ist krank, Hazel, und dieses Mal sind wir uns nicht sicher, ob er davon zurückkommen wird." „Nein! Wie konntet ihr mir das sagen? Wie lange?", schrie Aria ihre Mutter an, bevor sie aufstand und zu ihrem Vater eilte. „Hazel." „Wie lange?" „Vor drei Monaten", sagte Gerard, ohne Aria ins Gesicht zu sehen. „Nein. Ich weigere mich, das zu akzeptieren. Wir haben das Geld. Wir werden dir die besten Ärzte besorgen, Apotheker, jeden, den Geld kaufen kann. Du wirst ein sehr langes Leben führen." „Hazel", begann Annika, wurde aber wieder unterbrochen. „Ich weigere mich zu erlauben, dass dies das Ende ist, Mom", erklärte Aria, während Tränen über ihr Gesicht liefen, aber ihre Augen hielten Entschlossenheit. „Ich weiß, Liebling. Es ist schwer, aber es gibt noch etwas anderes, worüber ich mit dir sprechen muss. Hör einfach zu, bitte", erwähnte Gerard, als er seine Frau anblickte, die zustimmend nickte. „Das Unternehmen", fuhr er fort, „es hat in letzter Zeit Schwierigkeiten. Wir konnten nicht genug Kunden anziehen, und unsere Schulden häufen sich." Er zögerte einen Moment, als ob er versuchte, die richtigen Worte zu finden. Hazels Gedanken rasten vor Sorge. Wovon sprach er? Das Geschäft sollte nicht am Rande des Ruins stehen. Es ging ihnen gut. Sie waren sogar mehr als gut. Sie hatte persönlich ihre Finanzberichte überprüft und sie waren spektakulär. Sie wollte gerade sprechen, als ihr Vater seine Hand hob, um sie zu stoppen. „Wir haben es vor dir verborgen. Deine Mutter und ich wussten, dass du es hier liebst und es nicht ohne Kampf aufgeben würdest, aber wir waren am Ende. Es gab keinen Ort, von dem wir einen Kredit bekommen konnten, und selbst wenn wir es täten, schulden wir jemandem immer noch viel Geld." „Wir können einen Weg finden, die Dinge zum Besseren zu wenden, Dad. Wir werden uns einen Plan ausdenken. Das tun wir immer", wies Aria optimistisch hin und versuchte, ihre Hoffnung mit ihren Eltern zu teilen. „Wir schätzen deinen Enthusiasmus, Hazel, aber es ist nicht so einfach. Dein Vater schuldet einem alten Geschäftspartner einen erheblichen Geldbetrag. Elijah Blackwood." Aria runzelte die Stirn und versuchte, die Schwere der Situation zu verstehen. Ihr Dad nahm fast nie Kredite auf, schon gar nicht von gestörten Geschäftsleuten. Er hatte ihr diese Disziplin auch eingeimpft, also wie war das passiert? „Wie viel schulden wir, Mom?" Ihr Vater seufzte schwer, bevor er antwortete. „Es ist eine große Summe, Liebling. Fast drei Millionen Dollar." „Zwei Millionen, neuntausend und dreiunddreißig Dollar, um genau zu sein", fügte Annika hinzu. Hazels Augen zuckten in leichter Wut. Woran hatten sie gedacht, eine solche Geldsumme von einem Mann wie Elijah Blackwood zu nehmen? „Ich hatte eine Frist von einem Jahr, um ihn zurückzuzahlen, aber es reicht nicht. Die Frist läuft in einer Woche ab. Ich habe versucht, mit ihm zu reden, aber er wollte nicht zuhören." „Wie sollte er auch? Wir alle wissen, dass er den Ruf hat, das Leben derer zu zerstören, die seine Feinde werden. Dad, wie konntest du nur? Du hättest zuerst zu mir kommen sollen. Wir hätten einen anderen Weg finden können." Das Gesicht ihres Vaters wurde ernst, und er schaute nach unten, scheinbar von Schuld belastet. Annika, Hazels Mutter, warf ihr einen warnenden Blick zu. Aria wusste, dass sie im Unrecht war für die Art, wie sie ausgerastet war, aber sie konnte nicht anders. Sie seufzte und entschuldigte sich. „Es tut mir leid, Dad. Ich wollte dich nicht anschreien." „Ich habe einige schlechte Entscheidungen getroffen, Hazel. Investitionen haben sich nicht ausgezahlt, und ich bin einige Risiken eingegangen, die sich nicht gelohnt haben. Ich dachte, ich könnte die Dinge zum Besseren wenden, aber es hat alles nur noch schlimmer gemacht. Elijah schien der beste Ausweg zu sein." Sie mochte nicht die Art und Weise, wie ihr sowohl über die Gesundheitsprobleme ihres Vaters als auch über ihre immer drohenden Schulden erzählt wurde, aber zumindest wusste sie es jetzt, und jetzt konnte sie eine Lösung für beide Probleme finden. „Das ist jetzt Vergangenheit, Dad. Wir müssen uns überlegen, wie wir Elijah zurückzahlen und dir auch einen kompetenten Arzt besorgen können." Ihre Mutter lächelte warm, Stolz strahlte durch ihre Augen. „Du warst immer so stark, Hazel, genau wie dein Vater, aber was tun wir? Dein Vater und ich haben beschlossen, dass es am besten wäre, wenn wir das Unternehmen schließen oder Elijah es als Sicherheit für das haben lässt, was wir schulden. Wir wären völlig pleite, aber wir wären schuldenfrei." „Und kein Geld übrig lassen, um Dad zu behandeln. Nein, Mom, es muss einen anderen Weg geben. Ich werde mir einige Ideen ausdenken. Ich werde alles tun", sagte Aria, ihr Verstand raste bereits mit Möglichkeiten. Ihr Vater drückte ihre Hand, dankbar für ihre unerschütterliche Unterstützung. „Danke, meine Liebe. Du bist wirklich zu einer starken Frau herangewachsen." Gerards Hand umfasste Arias Wange, und sie lehnte sich hinein und genoss die Berührung ihres Vaters. „Ich werde dich retten, Dad. Dich und das Unternehmen, selbst wenn es das Letzte ist, was ich tue." Damit ging Aria zur Tür, hielt die Klinke und schaute zu ihren Eltern zurück. Ihr Vater sah sie mit Freude an und flüsterte ihr die Worte „Ich liebe dich" zu, bevor sie die Tür öffnete und hinausging, um nicht in einen Strom ihrer eigenen Tränen geworfen zu werden. Sie wischte sich die Augen, als sie durch die Flure des Unternehmens ging, ihre Atmung wurde unregelmäßig. Dennoch hatte sie ihr Büro erreicht und brach auf ihrem Stuhl zusammen. Als die Tränen begannen, ohne jede Behinderung vollständig zu fallen, durchnässten die Tränen die Dokumente auf ihrem Schreibtisch. Aria fand sich tief in Gedanken versunken, als sie dort in der Stille saß. Sie wusste, dass sie eingreifen und die Führung übernehmen musste. Ihr Vater war aus dem Rennen und ihre Mutter hatte nie Erfahrung mit dem Unternehmen gehabt, da sie die Kontrolle übernehmen sollte, wenn ihr Vater in Rente ging. Elijah Blackwood zurückzuzahlen war das Wichtigste. Wenn sie ihn irgendwie auszahlen und dann um einen weiteren Kredit bitten könnte, könnte sie ihrem Vater helfen, sich zu erholen. Danach könnte sie einen Weg finden, den neuen Kredit zurückzuzahlen. Das einzige Problem war, wie man in einer Woche fast drei Millionen Dollar bekommt. Was sollte sie jetzt tun? Genau dann ging ihr ein Licht auf und sie wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Sie hatte eine Idee. Es war ein Schuss ins Blaue, aber es war besser, als Däumchen zu drehen und nichts zu tun. Aria nahm ihr Telefon und wählte eine Nummer. Die Leitung klingelte dreimal, bevor der Anruf angenommen wurde. Aria atmete tief durch und sprach. „Hallo."
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