Kapitel 40 – Familienzwietracht

2224 Words

Das Anwesen hätte sich wie eine Festung anfühlen sollen. Wachen an den Toren, Männer patrouillierten auf dem Gelände, verschlossene Türen, lautlose Kameras, die in jedem Schatten rot blinkten. Doch als Helena an diesem Morgen aufwachte, fühlte sie sich nicht sicher. Sie fühlte sich gejagt. Sie hatte nicht geschlafen. Das Bild ihres eigenen Gesichts auf dem körnigen Foto verfolgte sie – die Worte des Briefes brannten sich wie ein Brandmal in ihre Haut. Halte dich da raus. Nächstes Mal wird es kein Brief. Und jetzt wollte Matthias sie wegschicken. Sie stand starr im Arbeitszimmer, den Mantel noch an von einem Fluchtversuch, den sie auf halbem Weg abgebrochen hatte. Matthias ragte mit angespannten Schultern und abgehackter, unbeweglicher Stimme am Schreibtisch auf. „Du fährst nach Genf“,

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