Die dicken Wolken über New York ließen die Stadt düsterer erscheinen, als sie ohnehin schon war. Im New Amsterdam war die Stimmung ähnlich gedrückt. Obwohl der Fall von Robert als Erfolg gefeiert wurde, lastete eine ungewöhnliche Schwere auf Max Goodwin. Es war nicht nur die übliche Erschöpfung oder der Druck des Krankenhausalltags – es war etwas Tieferes, das ihn in den letzten Tagen nicht losließ. In den frühen Morgenstunden saß Max in seinem Büro, die Ellbogen auf den Schreibtisch gestützt, während er einen alten Ordner durchblätterte. Der Name auf dem Etikett war verblasst, aber die Buchstaben waren noch lesbar: Helen Goodwin. Es war die Akte seiner verstorbenen Schwester, die er jahrelang nicht angerührt hatte. Helen war vor mehr als einem Jahrzehnt an einer seltenen, nicht diagnostiz

