Das ganze Gebäude geriet in Aufruhr.
Erstens: Eine Frau, von der man vermutete, sie sei die Geliebte von Präsident Venn.
Zweitens: Eine mysteriöse neue Geschäftsführerin würde erscheinen.
Die Leute spekulierten aufgeregt: Ist diese neue Geschäftsführerin dieselbe Person wie Venns Geliebte?
Doch sie alle wussten nicht, dass sich die Chefs tatsächlich verändert hatten.
Bertha verbarg ihre Identität.
Erstens: Weil sie noch nie das Hintergrundgeschäft der Unterhaltungsbranche geführt hatte und den Ablauf nicht kannte, brauchte sie Venns Hilfe, um sich zurechtzufinden.
Zweitens: Sie kannte die Angestellten der Firma nicht, also musste sie sich still unter die Mitarbeiter mischen, allen als Kollegin begegnen, um schnell die Lage der Angestellten zu erfassen.
Während alle noch tuschelten, ging Alex zu Kayla – der Empfangsdame, die Bertha verachtet hatte – und sagte kalt: „Sie sind entlassen. Packen Sie Ihre Sachen und gehen Sie.“
„Was?“
Kayla war wie gelähmt, es fühlte sich an, als sei sie in die Hölle geworfen worden.
Das war's. Sie hatte ihren Job verloren. Wen hatte sie damit verärgert?
Als sie an etwas dachte, erstarrte ihr tränenverschmiertes Gesicht.
Könnte es diese Frau gewesen sein?
Kaylas Miene wurde düster und verbissen; schnell griff sie zum Telefon.
Bertha musste sich schminken und neue Kleidung anlegen, denn heute Abend würde sie an einer Party teilnehmen. Die Gäste waren allesamt bekannte Persönlichkeiten aus der Geschäftswelt, Leute der Oberschicht.
Abends.
In einem sieben Sterne Luxushotel im Osten von Stadt X stand eine exklusive Party kurz vor dem Beginn.
Vor dem Hoteleingang begrüßten sich Vertreter und Sprösslinge der vornehmen Familien und der Oberschicht.
Ein Lamborghini, so schnell wie der Wind, hielt plötzlich vor der Tür.
Derek und Laura stiegen langsam aus dem Wagen. Er wirkte vornehm und ernst, mit kräftiger Ausstrahlung; sie war schön, sanft und verführerisch.
Ihr Erscheinen versetzte die Menge in Aufregung; man flüsterte miteinander:
„CEO Derek ist so gutaussehend, das Mädchen neben ihm ist sehr hübsch.“
„Glaubt ihr, die passen gut zusammen? Ich bin so neidisch.“
„Wer ist sie?“
„Wahrscheinlich Dereks neue Geliebte. Mr. Derek ist frisch geschieden — er hat das Recht, eine andere Frau zu lieben.“
Mrs. Victoria unterstützte die Liebesgeschichte zwischen Laura und Derek. Derek jedoch schwieg zu der Sache.
Laura hob arrogant das Kinn, weil sie glaubte, Derek würde sie heiraten — sie hatte schließlich Mrs. Victorias Rückhalt. Auf Partys dieser Klasse war sie dadurch noch begehrter. Später würde sie in Stadt X eine mächtige Frau werden.
„Wow, da ist Venn, der CEO von Angle.“
Laura fühlte sich gerade selbstbewusst, als sie plötzlich das Gemurmel der Menge hörte.
In diesem Moment sah sie, wie ein weltweit limitiertes Rolls-Royce-Dawn-Modell langsam hielt.
Venn stieg zuerst aus. Mit 1,8 Metern Körpergröße und langen Beinen strahlte er Autorität aus, und sein Auftreten zog Bewunderung an.
Dann sahen alle, wie er lächelte, sich vorbeugte und einer Person im Wagen zur Seite half.
Man munkelte, Präsident Venn sei nie mit Frauen gesehen worden, und doch brachte er diesmal eine Frau mit.
Alle waren neugierig und beugten sich vor, um in das Auto zu sehen.
Zuerst trat ein Paar weiße, schlanke Beine heraus, daran ein Paar extrem teure, mit schwarzen Diamanten besetzte High Heels; danach folgte ein limitiertes schwarzes Meerjungfrauenkleid, das die schlanke Figur der Frau betonte und die Blicke fesselte.
Als die Frau den Kopf hob, waren alle äußerst überrascht.
Ihre Schönheit erinnerte an einen schwarzen Schwan: vornehm, kühl, verboten attraktiv.
Laura, die vor ihnen stand, zeigte gleichzeitig Überraschung und Entsetzen.
Venns Begleitung war...
„Bertha?“
Als jemand ihren Namen rief, drehte Bertha den Kopf — ihr Gesicht blieb ausdruckslos.
Sie hatte damit gerechnet, dass Derek und Laura auf dieser Party auftauchen würden, doch seit dem Moment im Villa, als Derek wollte, dass sie sich bei Laura entschuldigt, fühlte sie sich innerlich taub.
Für sie war Derek jetzt nur noch ihr Ex-Ehemann — nicht mehr wichtig.
Mit einem höflichen Lächeln ergriff sie Venns Arm und trat vor, um Grüße auszutauschen.
Als Bertha und Venn auf sie zukamen, drehte Laura, neben Derek stehend, unwillkürlich den Kopf zu ihm.
Dereks Blick blieb auf Bertha gerichtet; er wirkte beinahe schockiert, doch seine Augen waren dunkel vor Emotion.
Sie sah nach nur wenigen Stunden anders aus: Ihr zuvor welliges schwarzes Haar war klassisch frisiert, ein paar Strähnen lösten sich verführerisch an ihrem sexy Schlüsselbein. Das ließ ihre Haut noch besser und anziehender erscheinen.
Bertha hatte nicht nur ihr Erscheinungsbild verändert — sie zog nun auch andere Männer in ihren Bann.
Man musste zugeben: Die heutige Bertha war wahrhaft schön, so schön, dass es unter die Haut ging.
Drei Jahre Ehe — und er wusste nicht, dass seine Frau so schön war.
Konnte Venn ihr neuer Mann sein?
Kaum geschieden, fand sie bereits einen anderen — was sollte das?
Derek fühlte sich innerlich sehr seltsam; seine Augen wurden allmählich kalt — ein Vorzeichen aufwachsenden Zorns.
Er starrte Bertha an, die auf ihn zuging, erwartete eine Erklärung von ihr.
Als sie nahe genug waren, blieben Venn und Bertha stehen, lächelten und schüttelten die Hand des Mannes neben Derek — sie behandelten ihn dabei wie Luft.
Diese Geste war von Natur aus eine Missachtung ihm gegenüber.
Es wirkte, als wäre Venn ihm feindlich gesinnt.
Dereks Gesicht verdunkelte sich immer mehr; auch Lauras Miene verriet Unbehagen. Kurz zuvor hatte sie sogar die Hand erhoben, um einige provozierende Worte zu sagen.
Aber Bertha schenkte ihnen keine Aufmerksamkeit; die Worte, die sie vorbereitet hatte, kamen ihr nicht über die Lippen.
Dereks Schwester Rose war ebenfalls auf der Party. Sie hatte gerade im Saal Champagner genossen, hörte jedoch das Aufsehen vor der Tür und ging hinüber.
Rose trat zu Laura, legte sanft die Hand auf deren Schulter und fragte: „Schwester Laura, warum ist diese Schlampe hier?“
Laureas Augen funkelten, und sie flüsterte: „Sie hat sich neue Rückendeckung besorgt, deshalb ist sie hier reingekommen.“
Roses Gesicht wurde allmählich blass. Ihr empörter Blick richtete sich auf Bertha, die Venn begleitete und Höflichkeiten austauschte. „Nur ein paar Tage nach der Scheidung hat sie schon einen anderen Mann gefunden und schafft es sogar, hierher in diese gehobene Gesellschaft eingeladen zu werden. Sie reagiert schneller als ein Raketenstart.“
„Diese Schlampe. Achtzig Prozent der Leute haben Affären, bevor sie sich scheiden lassen. Wenn du es wagst, hinter dem Rücken meines Bruders fremdzugehen, reiße ich dir das Gesicht ab.“