Rapunzel stand am Fenster ihres kleinen Apartments, das sie sich in einer Stadt gemietet hatte, in der niemand sie kannte. Kein Turm. Keine Kameras. Keine perfekt ausgeleuchteten Selfies. Nur ein schlichter Raum, ein Schreibtisch mit losen Blättern darauf, eine halb ausgetrunkene Kaffeetasse. Sie hatte geglaubt, dass es das war, was sie wollte. Ein Neuanfang. Doch jetzt, in diesem stillen Moment, in dem niemand zusah, niemand likte, niemand kommentierte, spürte sie zum ersten Mal, was sie all die Monate verdrängt hatte. Die Leere. Es gab Tage, an denen sie sich leicht fühlte. An denen sie durch die Straßen lief und genoss, dass niemand sie anstarrte, dass sie nicht analysiert wurde. An denen sie dachte: So fühlt sich echte Freiheit an. Und dann gab es Tage wie diesen. Tage, an denen ihre

