Rapunzel saß auf der Veranda ihres kleinen Hauses am Rande der Stadt. Keine Kameras. Kein Drehbuch. Kein Algorithmus, der entschied, ob ihr Leben gerade spannend genug war. Nur sie, ein Notizbuch auf ihrem Schoß und die Abendsonne, die den Himmel in warme Farben tauchte. Sie hatte aufgehört zu zählen, wie oft sie diesen Moment festhalten wollte. Nicht für ein Publikum. Nicht für eine perfekte i********:-Story. Nur für sich selbst. Und jedes Mal war sie kurz davor gewesen, ihr Handy zu zücken, ein Foto zu machen, ein paar Worte zu tippen – bis sie sich daran erinnerte, dass sie es nicht mehr musste. Am Anfang war es seltsam gewesen. Sie hatte sich dabei ertappt, in Hashtags zu denken, in Caption-Ideen, in potenziellen viralen Momenten. Sie hatte gemerkt, dass sie jahrelang alles durch den

