Rapunzel saß an ihrem Schreibtisch, starrte auf ihr Handy und erlebte die fünf Phasen einer Social-Media-Krise. Phase 1: Verleugnung. »Es ist nur ein Algorithmus-Fehler«, murmelte sie und aktualisierte ihren Feed zum zehnten Mal in fünf Minuten. »Das passiert manchmal.« Keine Veränderung. Das Engagement ihrer letzten Posts war miserabel. Miserabel im Sinne von: »Hat meine Community kollektiv beschlossen, mich zu ghosten?« Ihr letzter Selfie-Post – sorgfältig inszeniert mit goldenem Licht und perfekt fallenden Locken – hatte nicht einmal halb so viele Likes wie sonst. Ihr Reel mit der »Morgenroutine« (die in Wirklichkeit drei Stunden Vorbereitungszeit brauchte) dümpelte bei erschreckend niedrigen Aufrufzahlen herum. Das Schlimmste? Keine neuen Follower. Nein, schlimmer: Sie verlor welche

