Kapitel 4 – Das Gift Am Tag nach dem Toiletten-Showdown wachte ich auf und rechnete mit Feuer. Sirenen, Graffiti an meinem Spind oder Ophelia, die mich bei den Fahrradständern mit einem Grinsen abfängt, das scharf genug ist, um Blut zu ziehen. Nichts. Nur der gleiche graue Berliner Himmel, die gleiche ratternde U-Bahn und der gleiche Chor aus Flüstern, der abrupt verstummte, sobald ich hinsah. Es machte mich nervös. Stille fühlte sich an wie eine Falle. In der Pause stellte Valentina mich im Flur. Sie planen was, murmelte sie. Ophelia lässt nicht locker. Aber was? Sie zuckte die Schultern. Pass auf dich auf, das ist alles. Ich passte auf. Zwei Tage lang lächelte Ophelia. Richtige Lächeln – klein, höflich, fast menschlich. Sie hielt Türen auf. Schob Zettel rüber. Einmal lachte sie sogar üb

