Evas Sicht Der Bahnhof roch nach Regen und Eisen. Eva zog ihre Kapuze tiefer, die Schultern gegen die Kälte angezogen, und umklammerte den abgenutzten Lederriemen ihrer Tasche, bis ihre Knöchel weiß brannten. Menschen bewegten sich um sie herum – Gesichter verschwommen durch Nebel und Bewegung –, doch jedes Mal, wenn ein Mann in einem dunklen Mantel vorbeiging, verkrampfte sich ihr Magen wie eine Faust. Sie hatte ihre SIM-Karte vor drei Haltestellen verbrannt. Sie hatte sie entzweigebrochen und zugesehen, wie die Scherben wie abgebrochene Zähne in den Rhein sanken. Sie hatte das Handy gewechselt. Die Jacke gewechselt. Sogar in einem schäbigen Badezimmer mit einer Schere, die in ihren Händen zitterte, die Haare abgeschnitten. Aber nichts davon half. Denn die Gefahr ging nicht nur von Mä

