Kapitel 31 – Erwachen & Fragen

1027 Words

Der Regen hatte nicht aufgehört. Er prasselte gegen die Fenster wie ein Geheimnis, das zu schwer für Worte war, ein langsames, beständiges Wiegenlied, das das sichere Haus in zerbrechliche Stille hüllte. Lange Schatten zogen sich über die Wände, unterbrochen vom warmen Flackern der Lampe am Bett – eine kleine Sonne, die die Dunkelheit zurückhielt. Iris saß auf dem Stuhl neben ihm, den Körper nach vorne gebeugt, das Kinn auf der Matratzenkante. Sie hatte nicht einschlafen wollen, doch die Erschöpfung zerrte an ihr wie Ketten. Eine Hand lag in seiner – die Finger fest gekrümmt, als könnte sie ihn, wenn sie sie löste, an einen Ort entwischen lassen, dem sie nicht folgen konnte. Jedes Mal, wenn er sich bewegte, selbst beim kleinsten Zucken, stockte ihr der Atem. Sie erwachte, als er sich wi

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