Die Nacht drückte schwer gegen die Fenster, Regen kroch wie Adern aus geschmolzenem Silber über das Glas. Auf dem Anwesen der Brandts war es wieder still – aber nicht friedlich. Stille war hier nie Frieden. Sie war wie ein Raubtier, das im Dunkeln lauerte und den Atem anhielt, bevor es tötete. Iris saß auf der Kante des Samtsofas, die Arme fest um sich geschlungen wie einen Schild. Das Feuer im Kamin war heruntergebrannt, die Glut pulsierte wie sterbende Sterne, das Leuchten färbte ihre Haut in Kupfer- und Schattentöne. Ihre Gedanken waren ein Sturm ohne Zentrum – Evas Stimme wie eine Klinge, Sandras zerbrechlicher Körper an Maschinen gefesselt und Elias’ Worte, die noch immer aus der letzten Stunde widerhallten wie ein Schwur, der nicht verblassen wollte. Du trägst das nicht allein. Nic

