Die Stadt schlief nie wirklich, doch heute Nacht fühlte sie sich still an – als hielte sie den Atem an für etwas Unvermeidliches. Im Penthouse war es im Kommandoraum still geworden. Die Bildschirme leuchteten noch mit Diagrammen und Schlagzeilen, stumme Zeugen des Chaos, das Ruben entfesselt hatte, doch Elias war verschwunden – er hatte sich nach einer weiteren unerbittlichen Anrufwelle in seine Privatsuite zurückgezogen. Iris stand allein im Nachgang, ihr Spiegelbild zersplitterte im schwarzen Fensterglas. Ihr Seidenmantel schmiegte sich weich an ihren Körper, die kühle Luft strich über ihre Haut. Sie hätte sich ausruhen sollen. Sie hätte sich der Illusion von Sicherheit hingeben sollen, die Elias ihr so fest in den Leib hüllen wollte. Doch ihr Verstand weigerte sich, still zu werden.

