Rubens Sicht Der Ballsaal duftete nach poliertem Holz, Champagner und Eitelkeit. Kristallleuchter fingen das Licht ein und zersplitterten es in tausend prismatische Scheiben, die die hohen Decken mit goldenem Regen überzogen. Er bewegte sich zielstrebig wie ein Schatten hindurch, jeder Schritt bedächtig, gemessen, unantastbar. Jeder Blick würde ruhige Eleganz auf ihn gerichtet sehen. Niemand würde den Sturm erahnen, den er unter seiner maßgeschneiderten Seide trug. Rubens Hand streifte die Manschette seines schwarzen Anzugs, die schwache Narbe über seinem Knöchel drückte sich in seine Handfläche, fast so, als erinnerte sie sich an die Nächte der Wut, die Nächte der Planung. Das Gelächter und Geplapper überrollte ihn wie Meereswellen, die er nicht wahrhaben wollte. Er brauchte keine Anerk

