Am nächsten Morgen klang der Nachglanz der Gala wie das Summen eines Duftes in Iris’ Gedanken nach. Die Stadt war bereits erwacht, Glastürme reflektierten das Sonnenlicht auf die vom frühen Verkehr glatten Straßen. Iris umklammerte ihre Kaffeetasse fest, als würde die Wärme ihre Nerven beruhigen. Die Gala war nur die erste Bewährungsprobe gewesen, und sie spürte Rubens Blick noch immer aus allen Winkeln ihres Geistes. Evas Stimme hallte von gestern wider: „Deine Cousin-Geschichte ist alles. Denk dran: distanziert, unauffällig, aber unvergesslich, wenn er dich ansieht.“ Unvergesslich. Das war das Gefährliche. *** Rubens Büro war eine Festung aus Minimalismus und stiller Bedrohung. Wände aus hellem Marmor reflektierten die Morgensonne, doch seine Anwesenheit verdunkelte jeden Winkel. Iri

