Kapitel 2

1323 Words
Ich umklammerte das Lenkrad des BMW, das Leder glatt unter meinen Handflächen, der Motor schnurrte wie ein gezähmtes Raubtier, nur für mich. Das Auto war ein Geschenk – anonym, aber ich hatte meine Vermutungen. Mein Handy vibrierte ohne Pause auf dem Beifahrersitz, Nachrichten und Anrufe stapelten sich wie unbezahlbare Schulden. Ich ignorierte sie, mein Kopf ein Sturm aus Plänen. Jeremy, mein Ex, war eine tickende Bombe, drohte, mein Geheimnis – meine Fähigkeit – in die Welt zu tragen. Ich musste ihn zum Schweigen bringen, aber wie? „Tony? Ja, Tony! Ich könnte es ihm sagen.“ Die Mafia könnte ihn bedrohen, klar, aber das war ein gefährlicher Weg. Dann traf es mich: Richard, sein Vater. Wenn ich Richard in diesen Schlamassel ziehen könnte, ihn mitschuldig machen würde, würde Jeremy nie wagen zu reden. Ein Skandal mit seinem eigenen Vater würde ihm den Mund stopfen. Der Mann wollte mich ja schon. Das Handy klingelte wieder, zerschnitt meine Gedanken. Ich riss es hoch, Frust kochte über. „Was!“ blaffte ich. „Oh, ich mag das Feuer, Mary-Claire“, säuselte eine glatte, vertraute Stimme. Richard. Der Vater meines Ex. Mein Magen zog sich zusammen, aber ich blieb cool. „Hast du mein Geschenk bekommen?“ Ich grinste, lehnte mich im Fahrersitz zurück, während ich auf den Schulparkplatz rollte. „Welches? Ich hab ziemlich viele.“ Er lachte tief und raubtierhaft. „Oh, du hast schon ziemlich viele bekommen, ja?“ „Ich hab viele Verehrer“, sagte ich, Stimme triefend vor Honig. „Wenn ich deinen Anruf annehme, musst du was Besonderes sein.“ Ich kannte Männer wie Richard – wusste, was sie hören wollten. Ich war nicht nur mit der Zunge gut beim Blasen; ich wusste, wie man ihr Ego mit Worten streichelte, bis sie bettelten. „Du gehörst mir, Mary-Claire“, sagte er, Ton besitzergreifend. „Noch nicht“, neckte ich, ließ die Worte hängen. „Oh, das tut weh, Baby Girl, warum?“ fragte er. „Du hast noch was zu tun.“ „Sag mir, was ich tun muss, damit du mir gehörst“, drängte er, Stimme d**k vor Verlangen. Ich ließ ihn zappeln. „Ein Date. Der teuerste Laden, den du finden kannst. Dann sag ich dir, was als Nächstes kommt.“ „Erledigt“, sagte er ohne Zögern. „Ich schick ’ne Limousine. Zwei Uhr.“ Eine Limousine? Was? Eine Limousine? Ich legte auf, Lippen gekrümmt. Ich kannte das Spiel – nie einen Mann denken lassen, er hätte dich schon. Immer jagen lassen. Immer denken lassen, sie hätten nichts getan, um dich zum Blinzeln zu bringen. Mein Handy vibrierte wieder – Voicemails, Nachrichten, eine E-Mail von Halo Automotive. Floyd Arlington wollte, dass ich heute anfange. Sekretärin, von wegen. Er wollte mich auf den Knien, Schwanz im Mund, und ich war nicht naiv genug, das anders zu sehen. Trotzdem freute ich mich darauf – Floyd war eine Herausforderung, ein sauberer Typ, offiziell, CEO, und ich mochte Herausforderungen. Mein Kopf driftete zu Tony Russo, dem Mafia-Boss. „Du bist so ein besonderer Vogel, ich erzähl niemandem, dass ich Mafia bin, die, die es wussten, sind tot!“ hatte er gesagt. Er dachte, ich würde zittern, aber Mafia, von wegen. Er hat einen Schwanz, er würde brechen. Aber konnte ich ihn weichkochen, den Brutalo zähmen? Ich seufzte, das ganze Gewicht drückte nieder. Ich stieg aus dem BMW, der Schulparkplatz summte vor Schülern. Köpfe drehten sich, Getuschel breitete sich wie Lauffeuer aus. „Ist das Mary-Claires Auto?“ zischte jemand. „Die Tochter der streng gläubigen Familie? Keine Chance!“ Der glänzende schwarze BMW strahlte in der Morgensonne, ein Leuchtfeuer voller Fragen, die niemand beantworten konnte. Ich spürte ihre Blicke – neugierig, neidisch, verurteilend. Ich warf die Haare zurück, stolzierte zum Schulentgang, Absätze klackerten mit Absicht. „Schöner Schlitten, Mary-Claire“, rief ein Typ, halb spöttisch. „Wer ist dein Sugar Daddy?“ Ich warf ihm einen Blick zu, Zucker und Gift. „Du bist zu jung, um das zu wissen! Sprache, Junge.“ Die Menge lachte, aber die Jungs wurden hellhörig, Augen hungrig. Sie wollten wissen, wie man mich kriegt, plötzlich wollten sie Freunde sein, aber ich hatte keine Antworten – nur neckende Lächeln und vage Versprechen. Lass sie jagen. Lass sie rätseln. In den Fluren folgte mir das Gemurmel. „Wie kommt die Tochter der streng gläubigen Familie an ’nen BMW?“ „Ihre Mom ist doch im Frauenrosenkranz, oder?“ Ich hielt den Kopf hoch, ignorierte die Blicke. Aber dann sah ich ihn – Jeremy, an einem Spind lehnend, Augen bohrten Löcher in mich. Er wusste. Er wusste von meiner Fähigkeit, meinem Geheimnis, und hielt es wie eine geladene Waffe. Ich erwiderte seinen Blick, forderte ihn heraus zu reden, aber er grinste nur, wartete ab. Der Unterricht zog sich, mein Kopf woanders. Zwischen den Stunden drängten sich Jungs um mich, halb im Scherz, halb ernst. „Was muss man tun, um ein Date mit dir zu kriegen, Mary-Claire?“ fragte einer. Ich lachte, warf flirty Ablenkungen raus. „Finde raus, wie du mich beeindruckst, dann reden wir.“ Sie fraßen es auf, aber Jeremys Starren ließ nie nach. Ich spürte seine Drohung über mir hängen: Ich erzähl der ganzen Welt. Um 14 Uhr war Limousinen-Zeit. Ich stand draußen, lehnte an einer Säule, Tasche über der Schulter. Der Parkplatz war jetzt ruhiger, aber Augen hingen noch an mir. Jeremy kam näher, Schritte bedacht, Stimme leise. „Du denkst, du bist unantastbar, oder?“ höhnte er. „Wie fänden deine Eltern es, von ihrer perfekten Tochter zu hören? Der Deepthroaterin?“ Ich erstarrte, Herz hämmernd, aber Gesicht kühl. „Versuch’s, Jeremy“, sagte ich, trat näher. „Mal sehen, was passiert.“ Er beugte sich vor, Atem heiß. „Blas mir einen, Mary-Claire. Ein letztes Mal, und ich halte die Klappe. Wir können das klären.“ Bevor ich antworten konnte, rollte eine schlanke schwarze Limousine vor, Kennzeichen schrie Geld – RJR-001. Richards Kennzeichen. Jeremys Augen wurden groß; er wusste es auch. Ich grinste, beugte mich nah genug, dass er meine Worte spürte. „Dein Schwanz ist zu klein für mich, Jeremy. Ich mach gleich deinen Dad zum Kommen.“ „W-was!“ Sein Kiefer klappte runter, als die Limotür aufging. Ich warf ihm einen Kuss zu, pure Frechheit und Feuer, und glitt ins Lederinnere. Der Fahrer schloss die Tür, und durch das getönte Fenster sah ich Jeremy stehen, erstarrt, Gesicht ein Mix aus Wut und Unglauben. Gut. Lass ihn schmoren. Drinnen vibrierte mein Handy mit einer neuen Mail von Halo: Melden Sie sich um 17 Uhr im Büro von Mr. Arlington. Ich kaute auf meiner Lippe, wog ab. Floyd wollte mich, und ich würde hingehen. Ich würde sein Spiel spielen, aber zu meinen Bedingungen. Noch eine Nachricht von Richard: Zieh was Enges an. Bis bald. Ich tippte schnell zurück: „Kann ich nicht. Ich wohne bei meinen Eltern. Es sei denn, du besorgst mir ein Haus, damit du mich nackt sehen kannst, wann immer du willst.“ Seine Antwort kam sofort: Erledigt. Ich besorg dir was. Will dich nackt sehen. Ich lächelte, langsam, gefährlich. Männer waren so vorhersehbar. Und Richard würde der Einfachste sein. Mein Handy vibrierte wieder – ein Voicemail von Tony Russo. Ich spielte es ab, seine raue Stimme füllte die Limo. „Ich hab dir das Haus besorgt, Mary-Claire. Sei um 20 Uhr da, sonst ist es weg.“ Ich zischte: „Fick dich.“ Dachte er wirklich, ich wäre so leicht zu haben, nur wegen eines Penthouses und seinem brutalen Charme? Keine Chance, dass ich jetzt zusagte – noch nicht. Ich löschte die Nachricht, Kopf klar. Im Moment ging es um Jeremy. Ich würde ihn in Schach halten, und ich würde es tun mit Richards Schwanz im Mund. Ich war so gut – gut genug zu wissen, dass wenn ein Mann einen harten Schwanz hat, ein Teil seines Gehirns weich wird. Und genau dann würden sie alles tun. Wirklich alles.
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