Elena Vasquez stand vor dem gläsernen Aufzug des Kane Towers und starrte auf ihr Spiegelbild in der polierten Metalltür. Die Frau, die ihr entgegenblickte, trug ein schlichtes schwarzes Kostüm, das sie sich vor zwei Jahren für die Hochzeit ihrer besten Freundin gekauft hatte – das einzige Kleidungsstück, das noch teuer genug aussah, um in dieser Welt aus Luxus und Macht zu bestehen. Ihr dunkles Haar war zu einem strengen Knoten gebunden, das Make-up dezent, aber sorgfältig aufgetragen. Sie sah aus wie eine Frau, die alles im Griff hatte. In Wirklichkeit fühlte sie sich, als würde sie jeden Moment zusammenbrechen. Die Scheidungspapiere lagen erst drei Monate zurück, doch die Schuldenberge wuchsen schneller, als sie sie abtragen konnte. Die Miete für die winzige Wohnung in Brooklyn war über

