Markus fühlte sich unwohl. Überall liefen Hexen mit ihren Zauberstäben und schwarzen Umhängen herum. Um sicherzustellen, dass niemand bemerkte, dass er ein Magier und kein Hexer war, zauberte er sich auch einen schwarzen Umhang her. Durch die zu große Kapuze konnte er nicht sehen, wo er hin lief. Am liebsten würde er durch das riesige braune Tor zurück in die Magierwelt gelangen, das einfach erschien, wenn man an eine gute Tat dachte. Diese musste man vollbringen, wenn man in die Welt wollte. Denn um in die Magierwelt zu kommen, muss man es sich verdient haben. Doch er hatte heute nichts getan, wodurch er es verdienen würde, zurück zu können.
Einfacher war es für ihn, in die Welt der Hexen zu gelangen. Er musste nur vor dem riesigen Tor stehen und seine Handfläche an eine zerkratzte, silberne Verzierung legen, die die Form eines Löwen mit Flügeln hatte und seine Augen schließen. Dabei musste er daran denken, dass er ein Teil seiner magischen Kräfte abgeben möchte. Die Verzierung leuchtete blau und seine Kräfte blieben teilweise daran hängen. Und ohne dass er es ganz genau mitbekommen hat, stand er in einer mittelalterlichen Stadt, in der mehrere Gestalten herumliefen. Nur der Boden sah modern aus, denn er war mit grauen Fließen belegt. Von Magiern war keine Spur. Stattdessen liefen mehrere hunderte Hexen durch die Gegend. Sie wirkten aufgewühlt. Markus rempelte einer von ihnen an und entschuldigte sich sofort, in dem er die Hand kurz auf seine Schulter legte und dann weiter lief. Dabei schaute der Hexer auf Markus' blauen Ring. Markus nahm schnell den Ring vom Finger und steckte ihn in seine Hosentasche. Er ging auf ein riesiges, rotes Gebäude zu. Das Dach war flach und auf der rechten Seite der Treppe stand eine goldene Statue eines Schwans. Der Schwan hatte einen offenen Schnabel. Als er davor stand, holte er seinen Ring aus seiner Hosentasche heraus, schaute sich noch einmal um und warf den Ring in den Schnabel. Der Schwan schloss ihn und die Glastür öffnete sich automatisch.
„Ben, du hast es doch selbst gesagt. " Markus stand schnell von seinem Stuhl auf und schaute den Mann vor ihm eindringlich an. „Wenn diese Frau nicht aufgehalten wird, sind wir nicht sicher. Und wer kam bitte auf die bescheuerte Idee, eine Polizeistation hier zu bauen. Inmitten der Hexen? Wenn die Hexen herausfinden, dass wir unter ihnen sind, bringen sie uns um. Jeden einzelnen von uns." „Beruhige dich", sagte der Mann mit den schwarzen Haaren. „Wir müssen nur herausfinden, wer die Frau ist und was ihr Ziel ist. " „Ihr Ziel... " Markus wurde nervös. „Sie will einen Fluch brechen. Sie hat es selbst gesagt. Einen Fluch, der auf ihrer Familie lastet. Aber warum hat sie die Frau getötet?" „Naja... ", sagte der Mann. „Auch das müssen wir herausfinden. "
Markus verließ das Gebäude schnell und legte seine Hand behutsam auf den Kopf des Schwans. Dieser öffnete seinen Schnabel. Er holte seinen Ring heraus und steckte ihn sich an seinen Ringfinger. Markus hätte durchdrehen können. Er wusste, dass eine Mörderin frei herumläuft, die einen Fluch brechen wollte. Und sie dafür eine Frau tötete. Aber wie viele Leben würde es noch kosten? Jeder könnte in Gefahr sein, ohne es zu wissen.
Als er sich wieder auf dem graugefließten Boden befand, spitzte er seine Ohren in der Hoffnung, irgendetwas über den Fluch mitzubekommen. Doch die Hexen redeten nur abwertend über Magier und ihre Festlichkeiten. Da wäre doch das Feuerwerk der Hexen viel spektakulärer gewesen. Markus schüttelte genervt den Kopf. Feuerwerke machen sie auch. Und sie lassen sogar jeden danach am Leben.
Während sich der Magier Gedanken wegen der getöteten Frau machte, flog ein weißes Einhorn mit silbernen, glänzenden Flügeln an ihm vorbei. Er konnte erkennen, dass an der Stelle, an der sein Horn hätte sein sollen, nur noch ein Stumpf übrig blieb. Mehrere Männer und Frauen rannten ihm hinterher, die Zauberstäbe auf ihn gerichtet. „Eins kann ich dir sagen, Ina. Diesen Fehler wirst du nicht noch einmal machen", schrie ein Junge mit blonden Haaren und einem grauen Mantel. Der Junge richtete seinen Zauberstab auf das Einhorn und flüsterte „Such den Weg nach unten." Er grinste leicht. „Auf meine Weise", fügte er hinzu. Das Einhorn wirbelte in der Luft herum und krachte mit einem lauten Knall auf den Boden. Der Hexer richtete den Zauberstab auf das Einhorn. „Wie gerne würde ich dich jetzt töten. So jemanden wie dich brauchen wir nicht. Aber ich glaube, jemand hätte noch Spaß mit dir." „Lasst sie in Ruhe. " Eine Hexe, die einen roten Umhang trug, zog ihren grünroten Zauberstab aus der Umhangtasche. Sie richtete ihn ein paar Sekunden lang wortlos auf den Jungen, zuckte dann mit den Achseln, als dieser frech grinste und steckte ihn zurück in die Tasche. Dann machte sie eine magische Geste und warf den Jungen mit voller Kraft gegen eine lange, braunweiße Mauer. Sein Grinsen verschwand. Er richtete den Zauberstab, den er immer noch in der Hand hielt, auf die Hexe. Markus wusste, dass er nicht mehr einfach zuschauen konnte. Er hatte schon ein schlechtes Gewissen wegen der Frau, die umgebracht wurde. Denn vielleicht hätte er sie noch retten können. Also schloss er seine Augen, um sich konzentrieren zu können und flüsterte „Bring dich in Sicherheit. " Sowohl das Einhorn, als auch die Frau mit der grünen Strähne verschwanden spurlos. „Nicht schlecht ", sagte der Hexer. Er richtete seinen Zauberstab auf Markus.
„Ja? ", rief er. Er wurde nervös und wich langsam nach hinten. „Nun, aus welchem Grund könnte ich dich töten? Du hast doch nur ein Einhorn und eine Frau gerettet." Er lachte kurz und schrie dann. Markus zuckte zusammen und schaute sich um. Niemand interessierte sich für ihn. Jeder ging an ihnen vorbei, als wäre diese Situation etwas Gewöhnliches. „Aber du hast dafür gesorgt, dass sie entkommen sind. Was hätten wir alles mit dieser Frau machen können? Wir hätten sie und ihre Tochter in den Wahnsinn treiben können. Das wäre ein Spaß. Aber nein... Gerechtigkeit siegt immer, nicht wahr, mein Freund? " Markus überlegte, ob es Sinn machen würde, ihm den Zauberstab wegzunehmen. Dann hätte er nichts mehr, mit dem er ihm schaden könnte. Aber Hexen waren schlau. Er würde einen anderen Weg finden, um ihn zu verletzen. Trotzdem schloss er seine Augen und sagte in seinen Gedanken „Zauberstab komm her. " Die Angst war zu groß, dass der Hexer herausfinden könnte, was er vorhatte und rechtzeitig reagieren würde. Ein silberner Zauberstab mit einem beflügelten Löwen drauf kam mit schneller Geschwindigkeit auf ihn zugerast. Markus streckte seine Hand aus und fing ihn. „Hey." Ein Mädchen drehte sich zu Markus. Der Hexer griff in seine Umhangtasche, holte seinen Zauberstab hervor und richtete ihn auf den Zauberstab in Markus Hand. Das Silber verschwand langsam und wurde stattdessen rosa. Und aus dem stolzen Löwen wurde ein blauer leuchtender Drache. Markus wurde rot, entschuldigte sich und gab dem Mädchen ihren Zauberstab zurück. „Keine Sorge. " Der Hexer beugte sich zu dem Kind herunter. „Diebe werden bestraft. " Er richtete seinen Zauberstab auf Markus. Noch bevor dieser reagieren konnte, flog er nach hinten. Markus stieß mit seinem Kopf an jemand dran und spürte, wie ihn zwei starke Arme am Bauch festhielten. Er schaute nach oben und sah in Augen, dessen Farbe er zuvor noch nie gesehen hat. Es steckte etwas braunes, aber auch etwas grünes drin. Die Frau mit dem roten Umhang lächelte, sodass Lachfalten um ihre Augen entstanden. „Keine Sorge", sagte sie. Ihre Stimme war angenehm ruhig. „Die Guten werden gefangen. " Sie ließ ihn los und zog ihre Kapuze herunter. Sie hatte schwarze Haare und eine grüne Strähne. „Danke", sagte er. Sein Blick glitt nun an die Stelle, an der der Hexer stand. Er war verschwunden.
„Was auch immer sich die Magie in deinen Händen gedacht hat, -falls sie überhaupt mitgedacht hat-, aber mein Zuhause ist kein sicherer Ort. Da warteten zwei Chaoten auf mich. Ich schätze, jetzt sind wir vier Chaoten und ein Einhorn. Obwohl ich mich immer noch frage, warum das Einhorn gedacht hat, dass es bei mir sicher sei. " „Du hast ihm das Leben gerettet. " Markus zeigte auf die Hexen, die an ihnen vorbei liefen. „Ich bin mir sicher, dass sie das nicht getan hätten. Aber du hast ihm das Leben gerettet." „Ich würde es immer wieder tun. Du etwa nicht?" Markus schaute beschämt nach unten. „Wenn ich mich trauen würde, dann würde ich es auch tun. " Sie streckte ihm die Hand hin, während er ihr tief in die Augen schaute. Er konnte beim besten Willen nicht erraten, welche Augenfarbe sie hat. Sie lächelte wieder, sodass Markus ihre weißen Zähne sehen konnte. Markus musste automatisch auch lächeln. Es war, als wäre das alles vor zwei Tagen nie passiert. Er wusste nicht, wie sie es machte, aber sie ließ ihn all seine Sorgen vergessen. „Ich bin Amelie. " Er erwiderte den Händedruck schwach. „Ich bin Markus. Wissen Sie etwas über den Fluch einer gewissen Hexe, dessen Name niemand kennt?"
Amelie legte ihren Zeigefinger an ihren Mund. „Jede Hexe hier könnte die Hexe sein, dessen Namen niemand kennt. Sogar ich." Markus lächelte. „Aber ich kenne Ihren Namen doch." Sie klatschte sich mit der flachen Hand gegen die Stirn und lächelte. „Es ist zu gefährlich, hier darüber zu reden. Wenn die Hexe erfährt, dass wir über sie und ihre Pläne reden, bringt sie uns um. " Markus Lächeln wurde breiter. Er zeigte mit dem Zeigefinger auf die Stelle, an der der blonde mit dem grauen Mantel stand. „Der Junge hat nach einem Grund gesucht, mich umzubringen. Dann hätte er einen. " Amelie schüttelte den Kopf, sah ihn ernst an und sagte: „Du hast keine Ahnung, wie ernst das Ganze ist, Matthäus. " Er war kurz davor, sich zu räuspern und sie zu verbessern. Doch er ließ es lieber bleiben.
„Komm zu mir, dann kann ich dir verraten, was ich bisher weiß." Obwohl sie schon nahe beieinander standen, trat er einen Schritt näher zu ihr heran. Einen zitronigen Geruch umgab ihn. Sie schaute kurz auf seinen Ring. Dann hielt sie ihn am Handgelenk fest, lächelte leicht und sagte „Bring uns in Sicherheit. " Markus musste auch lächeln. Doch das Lächeln verschwand schnell wieder, denn ihm wurde der Boden unter den Füßen weggerissen. Er konnte seine Umgebung nur noch verschwommen sehen. Im nächsten Moment landete er neben Amelie auf einem grünen Rasen. Hinter ihm stand eine riesige, schwarze Figur eines Panthers.
Sie gingen auf eine Veranda und dann in ein riesiges Haus. Auf der Couch saß eine Frau mit blonden, langen, gewellten Haaren. Sie weinte und kuschelte sich an einen Mann mit braunen Haaren und braunen Augen. Dieser strich ihr langsam über ihre Haare. „Das wollte sie doch. Sie wollte dir die Hoffnung nehmen, damit...Ach, keine Ahnung warum. Sie ist einfach ein Idiot." Die Frau lächelte leicht. Der Mann legte seine Hand auf ihre. „Hey, Mila. Sollen wir dem Einhorn auf die Nerven gehen? Das wird dich bestimmt ablenken." Die Frau schüttelte den Kopf und lächelte leicht. „Das Einhorn hat es schon schwer genug. Wer weiß, was es sonst noch so durchgemacht hat. " Markus war verunsichert. Er wusste nicht, wie er der Frau helfen könnte. Deshalb zeigte er mit dem Daumen zur Tür und sagte leise, fast flüsternd: „Ich geh dann mal. " Nachdem er wieder draußen stand, sah er noch, wie Amelie sich neben die Frau setzte und ihr über den Rücken streichelte. Er schloss vorsichtig die Tür. Die Tür öffnete sich wieder. Markus hat gehofft, dass Amelie kommen würde und er sich von ihr verabschieden könnte. Stattdessen flog das Einhorn ihn fast um. Seine Flügelschläge waren hektisch und es wirkte panisch. Das Einhorn flog davon. Der Mann kam lachend nach draußen und stellte sich neben Markus, der dem Tier verwirrt hinterherschaute. „Ich glaube, ich hätte nicht versuchen sollen, ihn mit Hexerei zum fliegen zu bringen. Es wird mich jetzt bestimmt für immer hassen." Markus lächelte leicht. „Mach dir keine Sorgen. Einhörner sind nicht nachtragend. Glaube ich zumindest. Vielleicht wollte es nur frei sein. Oder zu seiner Familie. " Er schüttelte ungläubig den Kopf. „Ich verstehe nicht, wie man ein Tier so sehr quälen kann." Der Mann schüttelte auch den Kopf. „Ich glaube, es gibt Dinge, die kann man nicht verstehen. Und muss man nicht verstehen. Ich hoffe, ihm geht es gut. " Markus nickte. „Bestimmt." Sam lächelte und klopfte Markus zweimal freundschaftlich auf die Schultern. „Ich bin Sam", sagte dieser. „Sam, der Einhornvertreiber." Markus zwang sich zu einem Lächeln. „Ich bin Markus. " Er schaute sich um und sah, dass die Augen des Panthers begannen, gelb zu leuchten und es anfing, zu dämmern. Er drehte sich zu Sam. „Wie geht es der blondhaarigen Frau? Kann ich ihr irgendwie helfen? " Sam schüttelte den Kopf. „Ihr geht es furchtbar. Gestern wurde ihre Frau von einer Hexe umgebracht. Wir haben keine Ahnung, wer sie ist. Nur, warum sie es getan hat. " Markus schaute ihn nur erwartungsvoll an, ohne etwas zu sagen.
Sams Blick wanderte auf Markus Ring. Markus drehte ihn mehrmals mit seinen Fingern, weil er nervös war, dann drehte Sams sich um und ging wieder zurück in das Haus. „Entschuldigung ", murmelte Markus und schaute auf den glänzenden Holzboden der Veranda. Markus wurde das Gefühl nicht los, etwas falsch gemacht zu haben. Vielleicht hätte er etwas sagen sollen, anstatt ihn nur anzuschauen. Er hoffte, dass er die Frau wieder sehen würde. Bei ihr fühlte sich alles, was er machte, richtig an. Ihr ständiges Lächeln gab ihm das Gefühl, etwas gut zu machen. Er schaute sich die Pantherfigur genauer an. Seine Augen waren wunderschön - wie die Augen der Frau. Markus überlegte, nach Hause zu gehen. Doch etwas in ihm sagte, dass er es nicht tun sollte. Schließlich versprach ihm die Frau, ihm etwas über den Fluch zu erzählen. Er musste einfach mehr darüber wissen. Schließlich musste er wissen, ob seine Magierfreunde in Gefahr waren. Oder der Einhornvertreiber und die anderen Hexen im Haus. Denn nur dann könnte er sie beschützen.
Der Magier ging an die Tür, unsicher, ob er einfach eintreten könnte. Hinter ihm bemerkte er eine Bewegung. Der Panther setzte sich in Bewegung und rannte in dem großen Garten umher, der voller blauer, gelben und lilanen Blumen war. Das Fenster öffnete sich mit Magie und die Frau rannte heraus. Sam und Mila folgten ihr. „Es tut mir leid, Kumpel", rief Sam, der kurz seine Hand hob, um ihm zuzuwinken. „Dass ich einfach abgehauen bin. Ich wollte mich um Mila kümmern. " Markus nickte. Sein Blick wanderte zur blondhaarigen Frau. Sie rannte fast so schnell, wie die Frau, die ein Pferdeschwanz trug. Erst, als er ihnen ein bisschen näher kam, realisierte er, wer es war und musste automatisch grinsen. Es war Amelie. Sie lachte laut. Zu dritt verfolgten sie den Panther, während sie ihre Zauberstäbe auf ihn richteten. Amelie schaute nach hinten zu Mila. Als sie realisierte, dass Markus in ihrer Nähe stand, lächelte sie. „Hi", sagte sie. Ihr Lächeln wurde größer. Sie schien kurz etwas zu überlegen. Dann fragte sie: „Willst du mitmachen, eigentlich? Wir versuchen, den Panther zu fangen. Es gibt nichts besseres, als Sport am Abend. " Markus wurde rot. Er hatte Angst, dass er sich blamieren würde, denn er war gar nicht sportlich. Aber er würde alles tun, um Zeit mit ihr verbringen zu können. Und nebenbei etwas über den Fluch zu erfahren.
„Sicher." Er versuchte, wenigstens Sam einzuholen. Doch all seine Bemühungen scheiterten. Er war einfach zu schnell. Mittlerweile hat Mila Amelie eingeholt. Sie lachte sogar kurz, woraufhin Markus leicht lächeln musste. Er war froh, dass Mila wenigstens für einen kleinen Moment ihre Sorgen vergessen konnte.
Mila richtete ihren lilanen Zauberstab, auf dem ein gelber, leuchtender Drache mit weißen Punkten auf dem Fell, die aussahen wie Watte, auf den Panther und rief laut und deutlich „Flieg". Der Panther wurde nach hinten geschleudert. Er landete mit einem lauten Knall auf dem Boden, stand aber schnell wieder auf. Er fauchte kurz und rannte dann auf Mila zu. Ihr Blick war fokussiert. Sie richtete ihren Zauberstab wieder auf den Panther. „Bleib stehen. " Der Panther blieb sofort stehen. Markus hat Sam endlich erreicht und stellte sich zwischen ihm und Amelie. „Sie hat ihn verletzt? ", fragte er Amelie. Markus war erschrocken, denn er hätte sowas dieser Frau niemals zugetraut. Sie sah nett aus. Doch sie war es nicht. Amelie schaute ihm in die Augen und lächelte leicht. Sie legte ihre Hand auf seine Schultern. „Keine Sorge. Er ist nicht echt. Wir üben nur Hexerei an ihm. Damit wir uns besser verteidigen können, falls jemand auf die dumme Idee kommen sollte, uns anzugreifen. " Markus schaute sie verwirrt an. „Ich habe doch sein Fauchen gehört. Und er hat sich bewegt. Was eindeutig zeigt, dass er echt ist." Amelie zeigte ihm ihren Zauberstab. „Wir sind Hexen. Wir können dafür sorgen, dass alles echt wird, was zuvor nur in der Gegend herumstand." Markus schaute verlegen nach unten und kratzte sich am Hinterkopf. „Richtig, ihr seid Hexen. Apropos Hexen. Sam hat mir erzählt, dass ihr wisst, warum die Hexe die Frau umgebracht hat. " Er schaute vorsichtig zur Seite, um ihre Reaktion zu sehen. Ihr Blick wurde ernst.
Sie schaute zu Sam, der nickte und seine Hand hinter Milas Rücken legte. Er flüsterte ihr etwas zu, woraufhin sie lächelte und ihren Zauberstab herausholte. Sam setzte mit seinem Zauberstab den Panther wieder in Bewegung. Gemeinsam rannten sie ihm hinterher. „So, sie sind abgelenkt", stellte Amelie lächelnd fest.
Sie lief in die Richtung einer Brücke, die im Garten über einen kleinen Teich führte. Als sie an der Brücke ankam, drehte sie sich um, um sich zu vergewissern, dass Markus ihr folgte. Als sie sah, dass er schwer atmend versuchte, mit ihr mitzuhalten, vergrößerte sich ihr Lächeln. „Sport ist nicht so deins? " Er lachte leise und schaute ihr in die Augen. „Ich bin so sportlich wie ein Fahrrad, dem die Luft ausgegangen ist. " „Glaube mir, wenn du dich mit Mila anfreunden würdest, könntest du das schnell ändern. Sie liebt Sport. Manchmal könnte man meinen, sie mag Sport mehr als mich." Markus schüttelte schnell den Kopf, woraufhin Amelie lächelnd auch den Kopf schüttelte. „Es gibt bestimmt jemand, der dich mehr mag, als Sport. Es würde mich überraschen, wenn es nicht so wäre. Du bist nett. " Amelie blieb auf der Brücke stehen und schaute auf das klare Wasser. Sie holte ihren Zauberstab heraus und zielte in das Wasser.
„Die Frau-", sagte sie. „Wir wissen nicht, wer sie ist." Amelie bewegte ihren Zauberstab im Kreis und Markus sah eine junge Frau mit roten Augen und braunen Augen. „Legenden besagen, dass sie eine Art Vampir sei. Sie kann zaubern wie eine Hexe, aber trinkt Blut wie ein Vampir. Manche Hexen sagen, dass sie so alt sei, wie der erste Magier, der jemals existiert hat. " „James Swan? ", fragte Markus. Er wandte sich vom Wasser ab, um ihre Reaktion sehen zu können. Amelie schaute ihn überrascht an. „Das haben wir im Geschichtsunterricht gelernt", rief Markus schnell. „Ja, ich glaube, so hieß er. Sam behauptet immer wieder, dass die Frau sich Menschen suchte, deren Blut sie trinken konnte. Sie verzauberte sie, sodass sie sich nicht wehren konnten. Die Menschen verloren die Hoffnung, jemals vor ihr sicher zu sein. Manche suchten sie direkt, damit sie es schnell hinter sich hatten. Dabei ist aufgeben nie die richtige Lösung. Denn weißt du, was das Schlimme am aufgeben ist? " Markus schüttelte den Kopf. Ihm würden tausend Sachen einfallen, doch er war sich nicht sicher, auf was sie hinauswollte. Amelie legte ihre Hand mit dem Zauberstab auf das Brückengeländer und schaute ihm direkt in die Augen. „Wer aufgibt, wird nie wissen, was passiert wäre, wenn er nicht aufgegeben hätte. Wenn er einfach weitergemacht hätte. " Sie schüttelte den Kopf. „Es gibt bestimmt irgendjemand, für den es nicht einfach wäre, weiterzumachen. Aber ich denke mir immer: Wer aufgibt, der hat schon verloren. Aber wer weitermacht, der kann noch gewinnen. Das Leben hält so viele Überraschungen bereit. Man weiß nie, was in seinem Leben noch passiert oder wer in sein Leben kommt, es nimmt und um 180 Grad wendet." Markus dachte kurz über ihre Worte nach und musste feststellen, dass sie recht hatte. „Und was hat das mit dem Fluch zu tun? ", fragte Markus vorsichtig. Amelie schaute kurz auf ihren Zauberstab und dann zu Sam. „Die Hexen glauben, dass die Sean Familie einen Fluch auf die Vampire gelegt haben und auf ein paar Hexen. Durch diesen Fluch haben sie ihre Kräfte verloren und wurden versteinert. " Markus schüttelte ungläubig den Kopf. Das hörte sich an wie eine Gruselgeschichte und nicht wie die Realität. „Enya, das Mädchen, das getötet wurde, ist James Tochter. Die Vampirfrau dachte, dass sie ihre Familie zurück bekommt, wenn sie das Mädchen tötet. Weil sie das Blut ihres Vaters in sich trägt. " Markus schaute auf das Wasser, das nun wild umherwirbelte. Dann schaute er wieder zu Amelie, die gedankenverloren Kreise mit ihrem Zauberstab in die Luft malte. „Wurde James deswegen getötet? " Die Bilder kamen plötzlich zurück. Die Bilder des dunkelsten Kapitels seines Lebens. Wie James ihn um Hilfe angefleht hat und er nichts tun konnte, um ihn zu retten. Er war zu unerfahren, um zu wissen, wie man seine magischen Kräfte kontrolliert und gezielt einsetzt. Amelie nickte. „Sie dachten, sie könnten den Fluch brechen, wenn sie James töten. Das hat nicht funktioniert. Deshalb haben sie Enya umgebracht. Wenn das wieder nicht funktioniert, werden sie sich die Nächste suchen." „James Frau oder Enyas Bruder?" Amelie schüttelte den Kopf. „Es gibt jemand, die Enya näher stand als jede andere auf der Welt. Mila. "