Das verborgene Buch-1c

769 Worte

Sie schlief in meinen Armen ein. Ihr Atem ging langsam und gleichmäßig. Doch ihre Stirn war immer noch in Falten gelegt, als träumte sie etwas Schreckliches. Ihre Finger zuckten ab und zu, krallten sich leicht in meine Brust, als griffe sie nach etwas – oder jemandem – in einem Ort, den ich nicht erreichen konnte. Ich schlief nicht. Der Wind flüsterte durch die Bäume, als spräche er eine Sprache, die mir unerreichbar schien. Und immer wieder, so schien es mir, hörte ich etwas jenseits der Baumgrenze. Kein Tier. Kein Mensch. Etwas anderes. Aber ich blieb still. Isla brauchte das – diesen Moment der Stille. Diese Pause zwischen den Stürmen. Meine Hand strich ihr sanft das Haar zurück und schob die weichen Strähnen hinter ihr Ohr. Selbst im Schlaf schmiegte sie sich an die Berührung.

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