Ich saß vor einem Spiegel, elegant gekleidet in einem Seidenkleid, und spielte mit meinen Fingern spielerisch mit der Diamantkette um meinen Hals.
Das sanfte, goldene Licht, das von der Lampe auf dem Nachttisch ausging, tauchte den Raum in einen warmen, einladenden Schein und ließ die dunklen Muster und die weichen Matratzen fast überirdisch erscheinen. Ich starrte in den Spiegel, meine Augen unkonzentriert, während ich in Gedanken versunken war. Heute ist der Tag, an dem der Prinz seine Partnerin wählt, der Tag, den ich mir nicht gewünscht habe.
Als ich aufwuchs, waren meine Eltern gleichgültig und nahmen keine Rücksicht auf meine Gefühle. Wichtige Entscheidungen bezüglich meiner Ausbildung, meiner Freundschaften und meiner Zukunft wurden ohne meine Meinung getroffen, als wären meine Gedanken und Gefühle unsichtbar. Ihre Erwartungen lasteten schwer auf mir, erstickten meine eigenen Wünsche und ließen mich darum kämpfen, meine Stimme zu finden.
„Ich habe dir immer gesagt, dass du aufhören sollst, dich um sie zu kümmern. Sie haben sich nicht um uns gekümmert“, sagte Selena mit einem abweisenden Spott, und ihre Stimme hallte in meinem Kopf wieder.
„Und du weißt, dass ich immer für dich da sein werde, egal was passiert. Also hör auf, an sie zu denken“, sagte Selena sanft, als sie meine Verzweiflung spürte. „Danke, Selena“, sagte ich leise, meine Stimme voller Aufrichtigkeit.
Aber das wurde schnell überschattet, als meine Mutter Elena mit funkelnden Augen vor Aufregung in den Raum stürmte. „Bist du bereit für die Party, Liebling?“, fragte sie mit einem Anflug von Ungeduld in der Stimme, während ihr kritischer Blick über mein Outfit wanderte.
Ich nickte und zog mein Kleid zurecht, wobei der Seidenstoff sanft an meiner Haut raschelte. „Ja, Mama“, sagte ich ruhig, obwohl mein Herz schwer war, belastet von dem vertrauten Druck der Erwartungen meiner Mutter.
Als ich mich bereit machte, meiner Mutter zu folgen, fügte sie hinzu: „Davina, denk daran, zu lächeln und charmant zu sein.“ Ich zwang mich zu einem Lächeln, meine Lippen verzogen sich spöttisch, aber meine Augen verraten meine wahren Gefühle. Ein Funke Rebellion blitzte in meinem Kopf auf, aber ich unterdrückte ihn schnell. Ich fühlte mich wie eine Marionette an Fäden, gefesselt von den Erwartungen meiner Mutter.
Als wir das gemütliche Wohnzimmer betraten, wartete mein Vater Bryson dort und saß auf der Kante des Sofas mit einer erwartungsvollen Miene, die vor Spannung zu knistern schien. Das sanfte Licht der Lampen hob die scharfen Linien seines Gesichts hervor und seine Augen glänzten mit einer berechnenden Intensität, die mein Herz höher schlagen ließ.
„Du siehst umwerfend aus, Davina“, sagte er mit einer Mischung aus Ungeduld und Aufregung im Gesicht. „Heute Abend ist der Wendepunkt unseres Plans, die königliche Familie zu stürzen, die zusammen mit dem Ältestenrat das Werwolf Reich mit Weisheit und Gerechtigkeit regiert hat. Aber ich habe immer geglaubt, dass es Zeit für eine Veränderung ist, für eine stärkere, rücksichtslosere Führung. Du musst zur auserwählten Gefährtin des Prinzen gewählt werden, das gibt uns den Hebel, den wir brauchen, um die Macht zu ergreifen. Die Nachsicht und Fairness der königlichen Familie haben sie schwach gemacht, und es ist Zeit, dass jemand mit einer echten Vision den Thron besteigt.“
Seine Worte waren ein Befehl, keine Frage, und ich spürte ein vertrautes Ziehen im Magen, als würde ein Faden straff gezogen. Ich wusste, dass der Ehrgeiz meines Vaters keine Grenzen kannte und er nur nach Ausreden suchte, um die königliche Familie zu stürzen. Der Gedanke an das Blutvergießen und Chaos, das darauf folgen, könnte, war beunruhigend.
Ich nickte und richtete mein Kleid. „Ich verstehe, Vater“, sagte ich beruhigend mit fester Stimme, obwohl sich mein Herz anfühlte, als wäre es in einem Käfig gefangen. „Ich werde die Auserwählte sein.“ Die Augen meines Vaters verengten sich leicht, als würde er nach Anzeichen von Zweifel suchen, und ich zwang mich zu einem selbstbewussten Lächeln, um die Unruhe in meinem Inneren zu verbergen. „Lass uns gehen, sonst kommen wir zu spät zur Party“, sagte er barsch, seine Stimme klang eindringlich.
Wir nickten zustimmend, die Stille zwischen uns war voller unausgesprochener Erwartungen. Als wir zur Tür hinausgingen, umhüllte uns die frische Abendluft wie ein Schleier und trug den Duft von feuchter Erde und Laub mit sich. Das Geräusch unserer Schritte hallte durch die Stille, und wir schlüpfen ins Auto, dessen Ledersitze leise knarrten, als wir uns auf den Weg zum Veranstaltungsort machten.
Als wir an dem geschäftigen Veranstaltungsort ankamen, beobachtete ich, wie meine Eltern, die ihre Gefühle gekonnt verbargen, eng beieinander gingen und ihre Hände in einer sorgfältig inszenierten Geste der Zuneigung ineinander verschränkten. Aber ich kannte die Wahrheit: Sie waren kein Liebespaar, sondern lediglich zwei machthungrige Individuen, die sich zusammengetan hatten, um ihre eigenen Ambitionen voranzutreiben. Nach außen hin präsentierten sie sich als ein geeintes Paar, hingebungsvoll und liebevoll, aber in Wirklichkeit basierte ihre Beziehung auf gegenseitigem Nutzen, nicht auf Liebe.
„Zur Hölle mit ihnen“, halten Selenas Gedanken in meinem Kopf wieder. „Jeder, der sie dabei beobachtet, wie sie sich liebevoll benehmen, würde, denken, dass sie tief verliebt sind, aber das ist alles nur eine Täuschung.“ „Sag das nicht, egal was passiert, sie sind immer noch unsere Eltern“, schimpfte ich Selena sanft. „Wie sehr wünschte ich mir, sie wären es nicht“, antwortete Selena mit einem Hauch von Bitterkeit in ihrer Stimme, und dieses Gefühl hallte wie ein trauriger Seufzer durch ihre mentale Verbindung.
Ich beschloss, sie zu ignorieren, da ich wusste, dass nichts daran ändern konnte, dass sie meine leiblichen Eltern waren und dass ihre Handlungen von einem Hunger nach Macht getrieben waren, den keiner von ihnen vollständig verstehen konnte.
Ich ging anmutig hinter ihnen her, den Kopf hoch erhoben, und strahlte eine Aura der Selbstsicherheit aus, die Aufmerksamkeit erregte. Eleganz war in jedem Schritt zu spüren, von der Art, wie die Absätze auf den Boden klackerten.
Das leise Rascheln meines Seidenkleides und das dezente Funkeln des Schmucks unterstrichen meine königliche Ausstrahlung. Mit einem mühelosen Charme, der meine innere Unruhe Lügen strafte, stach ich als ideale Kandidatin für die Gemahlin des königlichen Prinzen hervor und verkörperte perfekt, was es bedeutete, einer adeligen Familie anzugehören.
„Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie du das machst“, flüsterte Selenas Stimme in meinem Kopf, ihre Gedanken waren von einer Mischung aus Bewunderung und Besorgnis geprägt. „Du legst diese beeindruckende Fassade einer starken und extrovertierten Person an, die jeder sehen kann.“
Mein Lächeln stockte für einen Moment, bevor ich meine Fassung wieder gewann und das einstudierte Lächeln wieder fest auf meinem Gesicht lag. „Bitte hör einfach auf“, sagte ich mit müder Stimme, aber fester Überzeugung. „Du weißt, dass ich mich in dieser Rolle gefangen fühle, als hätte ich keine Wahl, also lass mich einfach auf meine eigene Weise damit umgehen.
Bald erreichten wir die belebte Halle, deren lebhafte Dekorationen vor Energie zu pulsieren schienen. Das Lachen und die Musik vermischten sich mit dem Duft von Champagner und schufen eine berauschende Atmosphäre.
Meine Eltern tauschten herzliche Grüße mit bekannten Gesichtern aus, ihr Lachen hallte inmitten des lebhaften Geplaudere wider. Bevor sie sich in die Menge begaben, ermahnten sie mich, auf meine Manieren zu achten, und ließen mich allein zurück, um die lebhafte Party zu genießen.
Ich ließ meinen Blick durch den Raum schweifen, der mit funkelnden Lichtern und bunten Dekorationen geschmückt war, und meine Augen blieben an meiner besten Freundin Amelia hängen, die auf der anderen Seite des Saals stand. Mit ihrem strahlenden Lächeln und ihrem begeisterten Winken, das die Menschenmenge durchdrang, wirkte Amelia wie ein Leuchtfeuer der Wärme.
Voller Energie kam sie eifrig auf mich zu. „Hey, wie geht es dir?“, fragte Amelia. „Mir geht es gut“, antwortete ich. „Bist du bereit für die heutige Zeremonie? "Aber du weißt, dass du noch eine Chance hast“, sagte sie. „Ja, ich weiß“, antwortete ich mit fester Stimme, obwohl es in mir brodelte.
Amelia war vielleicht die einzige Person, die wirklich verstand, wie sehr ich mit mir kämpfte.
„Es ist okay, alles wird gut“, sagte Amelia beruhigend, ihre Stimme wie Balsam für meine aufgewühlten Nerven. „Sprich mit Jayden darüber, wie du dich als seine Partnerin fühlst. Das ist deine letzte Chance, dich zu öffnen.“ Ich dachte nachdenklich. „Ich werde versuchen, mit ihm zu sprechen, aber ich bin mir nicht sicher, ob er zustimmen wird.“ Amelias Gesichtsausdruck wurde hoffnungsvoll, ihre Augen leuchteten voller Ermutigung.
„Okay, ich bete, dass er dir zuhört. Versuch einfach, ihn zur Vernunft zu bringen. Ihr seid beide vernünftige Menschen, ich bin sicher, ihr könnt eine Lösung finden.“ Ich holte tief Luft und spürte, wie mir eine Welle der Entschlossenheit überkam. „Okay, ich werde es versuchen, das bin ich mir selbst schuldig.“
Nach einem Gespräch mit Amelia schlenderten wir über das Gelände, aßen etwas und unterhielten uns mit Bekannten. Überwältigt von den wirbelnden Emotionen des Abends sehnte ich mich nach frischer Luft. Ich wanderte ziellos durch den Korridor des königlichen Anwesens, mein Herz war schwer von unausgesprochenen Sorgen.
Das Geräusch von entferntem Gelächter verblasste, als ich den abgelegenen Balkon betrat. Die kühle Nachtluft umhüllte mich und trug den süßen Duft blühender Blumen und das leise Rascheln von Blättern mit sich. Der Samtene Himmel über mir war mit funkelnden Sternen übersät, und der leuchtende Halbmond warf einen sanften Schein auf den kostbaren Garten unter mir. Ich fühlte, wie mir sofort ein Gefühl des Friedens überkam, als ob die Last meiner Sorgen durch die beruhigende Präsenz der Natur von mir genommen worden wäre.
Ich schloss die Augen und ließ mich von der bezaubernden Anziehungskraft der Nacht einhüllen. Das Flüstern der Brise trug das ferne Zirpen der Grillen und das leise Schreien der Eulen in der Ferne herbei. In diesem bezaubernden Moment lösten sich alle meine Sorgen in der Nacht auf und hinterließen mich in einem Kokon der Ruhe.
Der Mond war schon immer mein stiller Begleiter gewesen, ein Leuchtfeuer des Trostes mit seiner oberirdischen Präsenz. Immer wenn ich mich in seiner Umarmung verlor, respektierte Selena meinen Freiraum und verstand, dass ich hier Frieden und Zufriedenheit finden konnte.
Verloren in dieser bezaubernden Szene wurde ich von einer tiefen, warmen Stimme unterbrochen, die sanft durch die Luft hallte und mich in die Realität zurückholte.
„Hallo, Davina. Ich hoffe, Ihnen gefällt die Aussicht“, sagte die Stimme sanft und einladend. Erschrocken drehte ich mich mit klopfendem Herzen um und stand plötzlich Alpha-Prinz Jayden gegenüber.
Das Mondlicht tauchte seine Gesichtszüge in einen ätherischen Schein und betonte die scharfen Konturen seines Gesichts. „Guten Abend, Prinz Jayden“, sagte ich und verbeugte mich instinktiv respektvoll. Er stand da, gekleidet in einen perfekt sitzenden schwarzen Armani-Anzug, der seine breiten Schultern und seinen muskulösen Körperbau betonte.
„Das ist nicht nötig“, sagte er mit leiser, beruhigender Stimme. „Warum bist du nicht auf der Party? Gefällt es dir nicht?“, fragte er mit einnehmender Stimme, die dennoch Neugierde verriet.
Ich zögerte, unsicher, wie ich antworten sollte. Ich wollte nicht zugeben, dass mich die Menschenmassen und der Lärm überwältigt hatten und ich Trost in der Stille der Nacht suchte. „Ich wollte nur frische Luft schnappen“, sagte ich mit leiser Stimme. Ein Funken Zweifel schlich sich ein, als ich darüber nachdachte, ob ich ihm meine inneren Konflikte offenbaren sollte.
„Sag es ihm, Davina, er wird es verstehen“, drängte Selena, und ihre ermutigenden Worte hallten in meinem Kopf wider. „Ich war auf dem Weg zur Party, aber ich habe hier jemanden gesehen und beschlossen, nachzuschauen“, sagte Jayden. „Oh! Ich würde gerne etwas Wichtiges mit dir besprechen.“