Kapitel 9. Auf dem Maskenball Der Umschlag war mit Schlamm bedeckt und unfrankiert. Er trug die Aufschrift "Zu Händen von M. le Vicomte Raoul de Chagny" und die Adresse in Bleistift. Er wurde wohl in der Hoffnung weggeworfen, dass ein Passant den Brief aufheben und übergeben würde, was auch geschah. Der Zettel wurde auf dem Bürgersteig der Place de l'Opera aufgeschnappt. Raoul las ihn noch einmal mit fiebrigen Augen. Es bedurfte keiner weiteren Worte, um seine Hoffnung wiederzubeleben. Das düstere Bild, das er sich für einen Moment von einer Christine gemacht hatte, die ihre Pflicht gegenüber sich selbst vergaß, machte seiner ursprünglichen Vorstellung von einem unglücklichen, unschuldigen Kind Platz, dem Opfer von Unvorsichtigkeit und übertriebener Sensibilität. Inwieweit war sie zu die

