Kapitel 5: Entscheidungen

1070 Worte
Als Tony wieder zu sich kam schmerzte sein Kopf, und für einen Moment wunderte er sich, weshalb er am Boden lag. Dann kamen auf einen Schlag wieder alle Erinnerungen an die letzte Stunde zurück und er setzte sich ruckartig auf, um sich im Zimmer umzusehen. Er war alleine, keine Spur der fremden Männer. Tony atmete erleichtert auf. Es war doch nur ein Traum gewesen, nichts davon ist wirklich passiert. Er musste sich wohl den Kopf gestoßen haben als er gestolpert war, und wurde ohnmächtig. Es gab keine komischen Männer, und erst recht keine Magie. In diesem Moment ertönten Stimmen aus der Küche, und Tony erstarrte. "Aber woher weißt du dass das Licht ausgeht sobald du die Tür schließt? Und woher weiß diese Gerätschaft wann die Tür zu ist?" "Das ist ein eingebauter Mechanismus, Magnus." "Ja, aber da muss doch ein Zauber dahinterstecken, oder wie soll das sonst funktionieren." "Ich habe keine Ahnung wie genau das funktioniert. Und jetzt lass endlich den Kühlschrank in Ruhe." Schneller als er es sich selbst zugetraut hätte war Tony auf den Beinen und rannte Richtung Tür. Er hörte einen Fluch aus der Küche, doch er sah sich nicht um, sondern eilte weiter, riss die Tür auf und wollte hinaus stürmen, doch ehe er entkommen konnte, schloss sich die Tür mit einem lauten Knall von selbst, und gab dabei Tony eine mit, der nicht rechtzeitig zurück weichen konnte. "Verdammt!", rief Tony aus und rieb sich die schmerzende Stirn, als Cedric mit genervter Miene hinter ihm erschien. "Hast du aus deinem ersten gescheiterten Fluchtversuch gar nichts gelernt?", fragte er ihn gereizt. Tony wirbelte zu ihm herum. "Wie hast du das gemacht?", fragte er ohne Cedrics Frage zu beantworten. Cedric seufzte. "Magie. Aber das wüsstest du, wenn du dich endlich einmal beruhigen würdest und uns zuhören würdest.", knurrte er ungeduldig. Kurz huschte Tonys Blick zu der Tür und gleich darauf zu einem der Fenster, doch Cedric schien seine Gedanken erraten zu haben und hob warnend die Hand. "Ich verspreche dir, ein weiterer Fluchtversuch und ich sorge dafür, dass du nicht mehr laufen kannst. Nie wieder.", drohte er leise. Tony sah alarmiert zu ihm, ehe er beschwichtigend die Hände hob. "Schon gut, ich werde nicht weglaufen.", versprach er, denn er hatte kein Zweifel daran, dass dieser Mann seine Drohung wahr machen würde. Cedric nickte zufrieden und machte eine einladende Handbewegung Richtung Wohnzimmer. Langsam schob sich Tony an ihm vorbei, immer darauf bedacht, einen Sicherheitsabstand einzuhalten. Ein Versuch, der Cedric zu amüsieren schien, denn ein Lächeln erschien auf seinen Lippen, während er spöttisch eine Augenbraue hob. Im Wohnzimmer wurde Tony bereits von Magnus erwartet, der am Esstisch saß, und auf den Stuhl sich gegenüber deutete. Langsam ging Tony zu diesem Stuhl, sein Blick wanderte zwischen den beiden Zauberern hin und her. Als er am Tisch ankam ließ er sich auf den Stuhl sinken, ehe er zu Magnus sah, unsicher was er nun tun sollte. Cedric nahm sich ebenfalls einen Stuhl und setzte sich in einiger Entfernung vom Tisch hin. Tony bemerkte, dass er sich so hinsetzte, dass er zwischen Tony und der Tür saß. Da begann Magnus zu sprechen, und sofort lag Tonys Aufmerksamkeit auf den alten Mann ihm gegenüber. "Zuerst einmal, lass mich dir mein Bedauern mitteilen, dass unsere erste Begegnung so suboptimal gelaufen ist." Tony musste unwillkürlich lachen, auch wenn es eher ein verzweifeltes Lachen als ein amüsiertes war. "Suboptimal? Nicht unbedingt das Wort das ich für diesen Wahnsinn hier gewählt hätte.", murmelte Tony, der nach wie vor etwas überfordert mit der ganzen Situation war. Magnus lächelte ihm beruhigend zu. "Natürlich kann ich deine Verwirrung gut nachvollziehen. Man erfährt nicht alle Tage, dass man ein Wizard ist.", sagte er ruhig. Tony blinzelte ein paar Mal, ehe er sich wieder gefangen hatte. "Ein Wizard? Sie meinen, ein Zauberer? So wie Harry Potter?", hakte er ungläubig nach. Magnus legte den Kopf schief. "Also dieser Harry Potter ist mir nicht bekannt, und ich kenne jeden Wizard." Sein Blick wanderte zu Cedric. "Kann es sein das wir Einen Erwachten übersehen haben? Doch Merlins Amulett hätte uns doch zu ihm geführt." Cedric zuckte bloß mit den Schultern, während Tonys Blick verwirrt zwischen den beiden hin und her wanderte. "Was? Nein, ich rede von dem Film. Oder dem Buch. Sie wissen schon, von J. K. Rowling?" Die verwirrten Blicke die er von den beiden Männern bekam war ihm Antwort genug. Überfordert schüttelte er den Kopf. "Wissen Sie was, vergessen Sie einfach was ich gesagt habe. Kommen wir wieder zu der absurden Behauptung zurück, ich sei ein Zauberer." "Oh nein, noch bist du kein Zauberer, doch du wirst einer sein, sobald du deine Ausbildung abgeschlossen hast.", unterbrach Magnus ihm. Tony vergrub sein Gesicht in den Händen und atmete tief aus, ehe er wieder aufsah. "Zauberausbildung? Wo, in Hogwarts oder was?", fragte er sarkastisch. Magnus sah ihn stirnrunzelnd an. "Nein, in Avalon. Du wirst als der neue Zauberlehrling mit uns kommen, sind wir erst einmal dort, werden wir entscheiden, wer dein Meister werden soll." Tony wusste nicht, ob er lachen oder weinen sollte. Diese Männer meinten es ernst. Und auch wenn Tony es nicht wahr haben wollte, irgendwas musste an ihren Worten dran sein, denn zuerst pulverisierte dieser alte Mann sein Handy und dann teleportierte sein unheimlicher Begleiter sie zurück in sein Haus. Er konnte sich einfach keinen Reim darauf machen, außer einem. Der alte Mann sprach die Wahrheit. Magie existierte. "Und das alles nur weil mein blöder Handy Akku leer wurde.", murmelte Tony zu sich selbst. Magnus, dem wohl aufgefallen war, das Tony anfing ihnen zu glauben, beugte sich zu dem Jungen hinüber. "In Avalon wird dir gleich vieles klarer werden. Du musst nur mit uns mitkommen." Tony wich seinem Blick aus. "Und wenn ich kein Zauberer sein will?", fragte er stur. Seine anfängliche Verwirrung und Unsicherheit wandelten sich langsam in Uneinsichtigkeit und Trotz. Magnus seufzte leicht. "Dies liegt nicht in deiner Entscheidung. Du bist ein Wizard, du wurdest von Merlins Amulett erwählt, die Magie in dir ist erwacht. Es wäre gefährlich für dich, und für alle Menschen um dich herum, wenn du nicht lernst, die Macht die in dir schlummert, zu kontrollieren. Schon einmal von dem großen Stadtbrand von Aachen gehört? Wenn du nicht mit uns kommst, könnte dir dasselbe passieren. Du bringst hier alle in Gefahr. Auf der anderen Seite könntest du auch mit uns kommen, nach Avalon, und Magie erlernen. Denk gut darüber nach, Anthony Doreison, die Entscheidung liegt alleine bei dir."
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