Kapitel 5 – 2:2

760 Worte
~ Seraphina ~ Die Dunkelheit meines Schlafzimmers drückte auf mich ein. Schlaf war ein unmöglicher Traum, heimgesucht von der verführerischen Macht Alessandros. Zwei zu eins, flüsterte ich mir selbst zu. Ich erinnerte mich an sein Gesicht, an seine Erektion und die Verbindung zwischen seiner Wut und seinen Begierden. Ich hatte ihn. Wirklich. Aber der Sieg fühlte sich hohl an. Ich brauchte mehr. Ich musste ihn im Gesamtergebnis schlagen, ihn brechen, ihn die rohe, drängende Not spüren lassen, die in mir tobte – eine Not, die ich mir weigerte anzuerkennen. Ich warf die Decke zurück und ging zu seinem Zimmer. Die Tür stand einen Spalt offen. Ich schob sie auf. Er stand mitten im riesigen Raum, nur ein tief sitzendes Handtuch um die Hüften, das kaum bedeckte. Wasser glänzte auf seiner Haut, haftete an den harten Flächen seiner Brust und den definierten Linien seines Bauches. Ich trat ein und ließ mich auf das plüschige Sofa am Fenster sinken. Absichtlich spreizte ich die Beine, ließ das Seidennachthemd auseinanderfallen und enthüllte einen Hauch meiner Schenkel. Seine Augen, dunkel und scharf, hefteten sich sofort auf meine. Er kam auf mich zu. Sein Blick verließ meinen nie. Als er näher kam, sah ich fasziniert zu, wie seine handtuchverhüllte Gestalt mein Sichtfeld ausfüllte. Und dann ließ er das Handtuch fallen. Sein Schwanz, bereits d**k und hart werdend, sprang frei. Was! Ist er immer bereit für s*x?, fragte ich mich. Er stand über mir, sein Schatten fiel über mein Gesicht. „Bereit, den Vertrag zu brechen, Seraphina?“, fragte er. Ein Lächeln berührte meine Lippen. Er fiel schon wieder. „Über meine Leiche!“, konterte ich. Mein Körper schrie, bettelte nach ihm, aber mein Verstand war im Kampf gefangen. Ich hatte ihn. Er war kurz davor einzuknicken. Ich stand auf, plante meinen Abgang, bereit, meinen neuen Punktestand zu verkünden. „3:1“, würde ich flüstern und ihn in seinem Verlangen zappeln lassen. Doch als ich zur Tür griff, war sie abgeschlossen. Meine Finger fummelten am Griff, Frustration flammte auf. „Mach auf“, forderte ich, meine Stimme schärfer, als ich beabsichtigt hatte. Er lächelte nur. „Ich will dir etwas zeigen.“ Er drehte sich um, seine Stimme hob sich leicht. „Maze!“ Mir wurde eiskalt. Nein. Das würde er nicht. Die Tür zu seinem privaten Badezimmer öffnete sich. Und da war sie. Mazikeen. Nackt. Ihr Körper war eine Vision aus gemeißelter Perfektion, jede Kurve definiert, jeder Muskel straff. Sie bewegte sich mit einer fließenden Anmut, die fast flüssig wirkte. Ihre Hüften schwangen absichtlich, als sie auf ihn zuging. Meine Kehle zog sich zusammen. In diesem Moment erkannte ich, dass ich ihn wollte. Ich wollte ihn nicht nur, ich wollte, dass er nur mir gehörte. Sie erreichte ihn, ihre dunklen Augen streiften kurz mich. Dann kniete sie sich langsam, sinnlich zu seinen Füßen. „Lass mich dir zeigen, was dir entgeht, Seraphina“, sagte Alessandro und warf den Kopf zurück. Mazikeens Hand, lang und elegant, streckte sich aus, ihre Finger schlossen sich um ihn, von seinem Knie aufwärts über seinen Oberschenkel, und wanderten höher. Ich schaute zu, entsetzt, wie ihre Hand seine Schenkel hinauffuhr, ihr Griff fest, besitzergreifend. Mein Blick klebte an ihrer Hand, dann an ihm. Ich schaute weg, meine Sicht verschwamm, mein Magen revoltierte. Ich bekam keine Luft. „Hör auf!“, bellte ich. Alessandro beobachtete mich, sein Lächeln wurde breiter. „Du kannst mir nicht geben, was ich brauche, Seraphina“, schnurrte er, sein Blick fiel auf Mazikeens Hand, dann zurück zu meinem Gesicht. „Ich kann es woanders bekommen.“ „Hör einfach auf!“, schrie ich wieder, meine Stimme brach, Tränen brannten in meinen Augen. Ich wollte es nicht zugeben. Er trieb das Spiel zu weit. Der Anblick war ein Messer, das sich in meinem Bauch drehte. Es war reine Folter. Er wusste es. „Geh, Maze“, befahl er. Mazikeen erhob sich, warf mir einen letzten wissenden Blick zu und ging hinaus. Er kam auf mich zu und blieb Zentimeter vor mir stehen, sein Atem heiß auf meinem Gesicht. „Zwei-zwei, mi vida“, flüsterte er, gefolgt von einem leisen, spöttischen Lachen. „Nächstes Mal spiel nicht mit Feuer, wenn du nicht bereit bist zu verbrennen.“ Meine Brust hob und senkte sich. Ich konnte es nicht mehr ertragen. Die Eifersucht, die Demütigung, das tobende Verlangen, das ich mir weigerte zuzugeben. Ich stürmte aus dem Zimmer und ließ ihn stehen. Ich wollte es 3:1 machen, aber jetzt steht es 2:2. Und ich konnte meine Eifersucht nicht verbergen. „Fuck!“
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