Der Morgen kam still. Zu still. Das erste Licht übergoss das Tal in einem blassen Gold, doch selbst die Vögel schwiegen, als fürchteten sie, das Gleichgewicht der Welt mit einem Lied zu stören. Der Nebel hing tief zwischen den Hügeln, legte sich über Dächer, Felder und Pfade wie ein Atemzug, der nicht enden wollte. Elena stand am Fenster ihrer Hütte, die Tochter im Arm, und spürte, dass dieser Tag anders war. Etwas in der Luft vibrierte – eine Spannung, ein leises Knistern. Seit der Nacht der Runen hatte sie nicht mehr ruhig schlafen können. Jede Bewegung, jedes Geräusch schien eine Bedeutung zu tragen. Adrian trat ein, leise, doch mit einem Blick, der sie sofort alarmierte. „Die Wachen am Nordpfad haben jemanden gesehen,“ sagte er. „Eine Gestalt. Allein. Keine Fährte davor, keine

