Viktor sah in die Runde. Alle Gesichter. Alle Narben. Alle Augen, die jetzt mehr gesehen hatten, als sie je wollten. „Wir gehen heute Nacht“, sagte er. „Nicht warten, bis sie kommen. Wir suchen sie.“ Niemand widersprach. Der Tag verging langsam. Zu langsam. Jede Stunde fühlte sich an wie ein Atemzug, der nicht enden wollte. Sie bereiteten sich vor. Nicht hektisch. Ruhig. Präzise. Kjara schärfte Messer. Torvald flickte Riemen. Aethera spann weiter. Selene saß bei Liesel und flocht kleine Amulette aus den blauen Blumen. Sie sagte, die Blumen würden leuchten, wenn Gefahr kam. Niemand lachte darüber. Niemand zweifelte. Als die Sonne unterging, versammelten sie sich am Feuer. Viktor stand auf. „Ich habe euch nichts versprochen außer dem, was ich halten kann“, begann er. Seine Stimme war

