Kapitel 3
Rob sprintete das Footballfeld entlang, und hielt den Ball fest, als er die Endzone ansteuerte. Er konnte nicht glauben wie schnell und gelenkig er war - er war schneller als jemals zuvor. Er fühlte sich wie ein Gepard der durch die Afrikanische Steppe rannte. Er war unaufhaltbar und keiner konnte mithalten. Er hielt den Ball fest als die Menge ihn anfeuerte.
„Rob! Rob! Rob!“ riefen die Schuler von der Tribüne.
Als stürmte den letzten Meter hinweg in die Endzone und erzielte einen Touchdown. Sein zehnter Touchdown in diesem Spiel. Das war noch nie vorgekommen - selbst Rob konnte es kaum fassen. Er wusste irgendetwas war los, er fühlte sich nicht ganz wie er selbst, und wusste, dass seine Kräfte zurückkehrten.
Der Vorfall mit Violet war vor fast einem Jahr geschehen; damals hatte er gespürt, wie sein Körper sich veränderte und seine Kräfte immer starker wurden; aber plötzlich waren sie einfach verschwunden. Sie waren fast so schnell fort, wie sie gekommen waren, und jetzt konnte er spüren wie sie zurückkamen, sogar noch stärker als zuvor. Warum wusste er aber nicht.
Warum jetzt? dachte er.
„Gut gemacht Rob!“ sagte ein Mannschaftskamerad und klopfte ihm auf den Rücken.
„Genau!“ sagte ein anderer und gab ihm ein High-Five.
„Yo, was ist nur in dich gefahren? Du bist ja hart drauf,“ sagte ein weiterer.
„Gute Arbeit Rob! Sowas nenn ich ein unglaubliches Spiel,“ rief der Trainer als er aufs Feld gestürmt kam, um Rob zu beglückwünschen, dieses Spiel gewonnen zu haben.
Die Cheerleader tanzten aufs Feld, alle liefen auf Rob zu, umarmten und küssten ihn. Er hatte sich noch nie so beliebt und geschätzt gefühlt wie in diesem Augenblick. Er fühlte sich als ob er stärker war als jeder andere, aber das war nicht wirklich er selbst. Er wusste, irgendjemand oder irgendetwas steckte hinter diesem plötzlichen Kräfteschub.
Das Team lief lächelnd und einander High-Fives gebend gemeinsam vom Feld zum Umkleideraum. Die Menge rief noch immer seinen Namen und einige Kinder kamen auf ihn zu und gratulierten ihm erfürchtig, dieses Spiel für die Schule gewonnen zu haben.
Als er den Umkleideraum betrat fing Robs Kopf plötzlich an zu schmerzen; Es fühlte sich an, als ob jemand in seinem Kopf war, und im Inneren seines Schädels festsaß. Es tat so sehr weh, dass er sich hinsetzen musste, und den Kopf zwischen die Beine vergrub. Dann überkam ihn ein Hunger der durch seinen Körper fuhr und er wurde von einem Heißhunger überkommen. Das einzige was er wollte, war Essen.
Er lechzte nach Blut, etwas das ihm seit Monaten nicht passiert war. Jetzt tauchte es wie aus dem Nichts auf. Er wusste, dass er es einfach vergehen lassen musste; hier waren zuviele Leute und er wusste, dass man ihn dabei erwischen würde, wenn er einem Tier das Blut aussaugte. Rob sehnte sich aber nicht wirklich nach Tierblut - was er wirklich wollte, war Menschenblut.
Jede Person die auf ihn zuging war eine Versuchung. Die Augen rollten ihm in den Kopf zurück, die Haare auf den Armen standen zu berge und eine Gänsehaut breitete sich auf seinem Körper aus. Er fing an zu zittern.
Er konnte den Anblick und Geruch dieser Leute einfach nicht wiederstehen. Er lief zum Ende der Umkleidekabine, wo die anderen Spieler bereits duschten und sich anzogen, damit sie an diesem Abend fortgehen konnten.
Rob hatte sich auf die Fete nach dem Spiel bei seinem Kumpel gefreut, und hoffte, das dieser Kräfteschub und Hunger bald vorrübergehen würden, und dass er sich wieder wie der er selbst fühlen würde. Ihm gefiehlen diese Gefühle nicht; trotz der Kraft, fühlte er sich hilflos und außer Kontrolle.
Einer nach dem Anderen liefen seine Kameraden an ihm vorbei, verabschiedeten sich und sagten ihm sie würden ihn später bei der Party sehen. Innerhalb von fünfzehn Minuten war Rob der einzig Verbliebene im Umkleideraum, wo er mit dem Kopf zwischen den Händen auf einer Sitzbank saß. Er betete, dass dies einfach alles weggehen würde, dass es dieses Mal nicht für immer zurück war.
Er hob den Kopf, stand auf und öffnete sein Schließfach. Im inneren der grauen Metalltür hing noch immer ein Bild von Rachel, von letztem Jahr. Er brachte es einfach nicht übers Herz, es herunterzunehmen; Er liebte und vermisste sie noch immer.
Er dachte jeden Tag an sie, auch wenn er angefangen hatte sich mit Becca zu treffen, einer anderen Oberklässlerin in seiner Klasse. Er wusste, dass er Rachel niemals wiedersehen würde, und nahm an, dass sie gestorben war, da seit fast einem Jahr niemand mehr von ihr gehört hatte.
„Rob!“ rief Beccas Stimme durch die Tür. „Rob, bist du dort drinnen?“
Er rollte die Augen. Er wollte nicht antworten, wusste aber dass sie hereinkommen und ihn sowiso finden würde wenn er das tat.
„Ja, ich komm gleich raus,“ antwortete Rob fest.
„Schatz! Du brauchst so lange. Was ist los?“ rief Becca wieder in einem hohen, frechen Ton.
Rob antwortete nicht; er nahm an, dass sie fortgehen würde, wenn er still blieb. Er hatte gerade nicht die Kraft sich mit ihr herumzuärgern. Er mochte sie ja und soweiter, aber sie war ziemlich Anspruchsvoll und hatte im Augenblick keine l**t auf ihre Mätzchen.
„Robby Bär! Ich weiss, dass du dort drinnen bist,“ rief sie ihre Stimme, die immer näher kam.
„Da bist du, du Scherzkeks! Ich wusste, dass du hier drinnen bist,“ sagte Becca als sie auf Rob zusprang um ihn zu küssen.
„Nicht jetzt Becca. Ich bin nicht in der Stimmung,“ sagte Rob, der noch immer in sein Schließfach spähte.
„Nicht sie schon wieder,“ sagte Becca und sah auf das Bild von Rachel in seinem Schließfach. „Warum hast du ein Bild von ihr in deinem Schließfach Rob? Hä?
Da er keine gute Antwort hatte, zuckte er einfach mit den Schultern.
„Du solltest diese Verliererin sowiso vergessen, du hast ja jetzt immerhin mich,“ sagte Becca als sie hinüberlief und versuchte das Bild herunterzu reißen.
„Hey, was glaubst du was du da tust? Fass mein Zeug nicht an!“ rief Rob. „Lass das Bild wo es ist, es liegt nicht an dir es herunter zu nehmen.“
„Ich verstehe nur nicht warum du es noch immer hier hängen hast und warum kein Bild von mir in deinem Schließfach hängt. Wie? Bedeute ich dir denn nichts? Bedeute ich dir weniger als sie? Sie ist fort, begreifst du das nicht Rob? Sie wird niemals wiederkommen,“ sagte Becca abfällig.
„Das weisst du nicht genau, also hör auf das zu sagen. Sie könnte zurückkommen, hab etwas Glauben.“schnauzte Rob zurück.
„Also, das ist echt doof. Lass uns zur Party gehen! Was ziehst du an?“ sagte Becca als sie auf seine Sporttasche voller zerknitterter Klamotten blickte. „Hoffentlich nicht von dem Zeugs in deiner wiederlichen Tasche.“
„Was ist dein Problem Becca? Kannst du mich nicht einfach in Ruhe lassen? Ich zieh an was ich will, und du brauchst hier nicht bleiben um mir bei der Entscheidung zu helfen. Das kann ich schon selber machen,“ antwortete Rob.
„Meine Güte du hast heute Abend vielleicht eine Laune,“ sagte Becca in einem Sing-sang.
Rob konnte es einfach nicht mehr ertragen. Er musste sie hier rauskriegen.
„Becca, bitte geh jetzt, ich treff mich später mit dir,“ sagte Rob angespannt. Sein Körper fing an zu zittern. Der Hunger war zurück.
„Nö, ich warte hier auf dich. Ich will doch den Grummel nicht alleine lassen, oder?“ sagte sie.
„Wenn du nicht sofort gehst und aufhörst mich das zu nennen, werde ich sehr sauer werden Becca,“ sagte Rob verärgert. „Geh!“
„Grummel, Grummel,“ rief Becca in einem sing-sang.
Plötzlich konnte Rob es einfach nicht mehr ertragen. Er stürzte sich auf Becca die entsetzt zu Boden fiel und schrie. „Was machst du Rob? Geh runter von mir!“ rief sie.
„Du hast darum gebeten,“ sagte Rob als seine langen Fangzähne aus seinem Gaumen fuhren.
„AHHH!“ schrie Becca. „Was geht hier vor? Wer bist du? Hör auf! Bitte!“ flehte sie.
„Ich habe dich gewarnt. Ich habe versucht nett zu sein, aber ich kann leider nur soviel vertragen,“ sagte Rob als er sich über ihren Hals beugte.
„Neeeeeeeiiiiiiiiinnnnn!!!!“ schrie Becca. „Neeeeeeeiiiiiiiiinnnnn!!!!“
Es waren die letzten Worte die sie aussprach, bevor Rob seine Zähne in ihren Hals vergrub und ihr Blut trank. Eine schöne, lange Mahlzeit dank des Blutes seiner Freundin.