Janets Kopf begann klarer zu werden, als die Droge nachließ, und sie bemerkte, dass sie an den Stuhl gefesselt war. Allmählich öffneten sich ihre Augen, und sie sah mehrere Männer, die sie durch den Laptop-Bildschirm betrachteten. Nach ein paar Blinzeln wurde ihre Sicht klarer, und sie konnte deutlicher sehen.
„Also, was hältst du von ihr?“ Sie konnte Marcos Atem im Nacken spüren, als er hinter ihr stand, seine Hand auf ihrer Schulter.
„Sie ist wirklich ein Hingucker! Wie viel willst du?“ Janet war sich sicher, dass der Mann auf dem Laptop-Bildschirm Russe war, an seinem Akzent, als er sprach. Sie strengte sich an, ihrem Gespräch über den Verkauf von ihr zuzuhören, während ihr Herzschlag wie Donner in ihren Ohren pochte.
Sie verspürte den starken Drang zu schreien, aber ihr Körper war zu schwach, um auch nur einen Finger zu rühren, also sackte sie im Stuhl zurück.
„Erlaube mir, mein Geschenk Don Vladimir Ivanov zu überreichen.“ Janet spürte, wie Marco ihr sanft über den Kopf strich, dann bemerkte sie, wie er eine Augenbraue hob, als er sich neben sie setzte. „Weißt du, wer ihr Vater ist? Connor Blair! Der Capo von Anton Genovese.“ Er lächelte böse.
„Wow, das ist ein hervorragender Fang! Dieser abscheuliche Schuft hat unsere Kameraden abgeschlachtet. Es wäre ein Riesenspaß, sie zu ficken. Aber ist sie noch Jungfrau?“
„Kann ich nicht sagen. Ich kann sie untersuchen lassen, wenn du willst“, lächelte Marco.
„Nein. Darum kümmern wir uns. Wenn sie sich als Jungfrau herausstellt, wird sie Dons Spielzeug, und wenn nicht, unsere Soldaten stehen in nichts nach, wenn es darum geht, Frauen zufriedenzustellen!“ Er lachte, und Marco stimmte ein.
„Mach dich bereit. Morgen werden unsere Männer sie dir abnehmen! Lass sie sich bis dahin gut ausruhen.“
Marco klappte den Laptop mit einem Knall zu und wandte sich an einen seiner Freunde. „Wir müssen die Vorkehrungen treffen. Wir müssen sie heute Nacht aus Springfield herausschaffen. Seid sehr vorsichtig.“
‚Was zum Teufel haben die mir gespritzt?‘ Sie wurde von einem brennenden Gefühl im ganzen Körper überwältigt, und ihre Gedanken gerieten außer Kontrolle.
‚Verdammt, ich kann nicht einmal einen Finger rühren!‘ Janets Augen füllten sich mit Tränen, während sie sich hilflos fühlte, sie zurückzuhalten.
Die Erinnerungen an ihre Tante, ihren Onkel und Isabella blieben in ihrem Hinterkopf, während sie verzweifelt auf ein Wunder hoffte.
Am nächsten Tag,
„Lasst mich! Hilfe!“ Janet schrie verzweifelt, als die bewaffneten Russen sie auf das Schiff zerrten. Obwohl ihre Hände mit Seilen gefesselt waren, blieb ihr Kampfgeist stark. Trotz ihres tapferen Widerstands überwältigten sie die großen Schläger, und einer von ihnen trug sie wie einen Sack Kartoffeln in eine Kabine des Schiffs.
„Lasst mich, bitte! Ich habe nichts damit zu tun! Lasst mich gehen!“ flehte sie, kroch vor Angst rückwärts auf das Bett, doch einer packte sie am Knöchel und zog sie grob zurück. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals, als sie gegen den gewaltigen Griff kämpfte, nur um eine scharfe Ohrfeige ins Gesicht zu bekommen.
Sie banden sie mit dicken, rauen Seilen ans Bett. Ein Tuch wurde in ihren Mund gestopft, um jedes Geräusch zu ersticken. Und als sie ihr Gesicht bedeckten, hatte Janet das Gefühl, dass ihr Leben zu Ende war.
Ruh dich jetzt aus, denn sobald der Albtraum beginnt, gibt es kein Zurück zu friedlichem Schlaf. Sie hörte ihr Lachen, das verhallte, als sie die Kabinentür zuschlugen.
„Wow. Sie ist ein harter Brocken!“ Sie lachten und unterhielten sich, als sie an Deck hinaufstiegen, aber ihr Gespräch verstummte abrupt, als sie das laute Dröhnen des Hubschraubers hörten.
„Was ist das?“ Sie zogen ihre Waffen und eilten hinauf.
~ JANET ~
Tränen strömten mir endlos über die Wangen, als plötzlich das scharfe, durchdringende Knallen von Schüssen das Geräusch meines Weinens übertönte. Erschrocken versuchte ich instinktiv, mich loszuwinden, auch wenn ich wusste, dass es nichts brachte.
Die Droge, die sie mir gespritzt hatten, bevor sie mich den Russen übergaben, begann zu wirken, verursachte Zitteranfälle in meinen Gliedern, aber ich weigerte mich, ihr nachzugeben.
Ich stöhnte vor Schmerz und versuchte mich zu bewegen, als das Schießen direkt vor meiner Kabine mich erstarren ließ.
Die Gefahr war nah.
Ich wusste nicht, wie ich mir in diesem Zustand helfen sollte, aber ich beruhigte mein pochendes Herz, indem ich daran glaubte, dass am Ende alles gut werden würde. Ich werde das durchstehen. Egal was passiert!
Die Kabinentür öffnete sich leise. Ich erstarrte sofort, lauschte den Schritten, die näher kamen, und dann herrschte Stille. Obwohl mein Gesicht mit einem schwarzen Tuch bedeckt war, spürte ich den durchdringenden Blick unsichtbarer Augen.
Und dann, plötzlich, wurden die Seile an meinen Beinen gelöst, und der Geruch eines starken, holzigen Parfüms erfüllte die Luft, als ich spürte, dass sich jemand neben mich auf das Bett setzte. Raue Hände streiften über meine Haut, als sie hinter meinen Kopf griffen, um den Schleier von meinem Gesicht zu ziehen.
Reflexartig wandte ich schnell mein Gesicht ab und schloss fest die Augen.
„Du bist in Sicherheit, Kätzchen.“
Der Klang der tiefen Stimme eines Mannes hatte sofort eine beruhigende Wirkung auf mein rasendes Herz. Dennoch schlug es unregelmäßig weiter wegen der Nebenwirkungen der Droge, die mir zwar erlaubten, alles um mich herum bewusst wahrzunehmen, mich aber immer mehr unfähig machten, etwas dagegen zu tun.
„Der Albtraum ist vorbei. Du kannst jetzt die Augen öffnen.“
Das Gefühl seines Atems auf meiner Haut jagte mir einen Schauer über den Rücken, doch es verschwand schnell, als ich das unverkennbare Klicken der Handschellen hörte, die sich von meinen Handgelenken lösten. Plötzlich überkam mich eine Welle der Erleichterung.
In dem Moment, als ich meine Augen öffnete, spürte ich den festen Blick des Mannes auf mir. „Geht es dir gut?“
Im Nu setzte ich mich im Bett auf und zog das Tuch aus meinem Mund. „Wer bist du? Was willst du von mir?“ Ich wich auf die andere Seite des schmalen Betts zurück und stellte mich ihm. Jeder Nerv in meinem Körper war angespannt vor Angst.
„Ich bin gekommen, um dich zu retten.“
Er antwortete ruhig, während ich sein markantes Gesicht anstarrte. Der Mann hatte ein festes Kinn, bedeckt mit dunklem Bart, hohe Wangenknochen, eine gerade Nase und scharfe schwarze Augen. Ich wusste nicht, ob es sein attraktives Gesicht war oder die Wirkung der Droge, die mir den Atem raubte. Ich nahm seine große, breite Gestalt und die markanten Züge in mich auf, bevor meine Sicht verschwamm.
„Ich bin hier, um dich nach Hause zu bringen.“ Seine Stimme war das Letzte, was ich hörte, bevor sich der Raum drehte und ich vom Bett kippte.
„Janet!“
Er sprang zu mir und zog mich an sich, verhinderte, dass ich auf den Boden aufschlug. Ich spürte seine rauen Hände, die mein Gesicht umfassten. Ich sah die Sorge in seinen Augen, als er die blauen Flecken und Schnittwunden an meinem Körper bemerkte. Dann legte er seine Hand auf meine Brust, als könnte seine Berührung mein rasendes Herz beruhigen.
„Hat mein Vater dich geschickt, um mich zu retten? Bist du einer seiner Kameraden?“ Ich klammerte mich an seinen Kragen, um Halt zu finden.
„Ja. Sei jetzt still und lass mich dir helfen.“
Er hielt meine Hand fest, stand geschmeidig vom Bett auf und hob mich mühelos in seine starken Arme. Er warf einen schnellen Blick auf meine verletzten Füße und fluchte leise, während ich meinen Kopf an seiner Brust ruhen ließ und meine Augen schwer wurden.
„Wir sind bald hier raus.“
Er brachte mich aus der Kabine und die Treppe hinauf zum Oberdeck des Schiffs, wo ich den Hubschrauber über uns bemerkte.
Ein weiterer Mann in schwarzem Anzug und mit Sonnenbrille kam auf uns zu, seine Silhouette schnitt durch das grelle Sonnenlicht.
„Übergebt sie uns!“ Seine tiefe Stimme hallte, und sofort erhob ich Einspruch.
„Nein… Nein. Du bringst mich nach Hause. Bitte!“ Ich klammerte mich mit aller Kraft an seinen Kragen, und er blickte auf mich herab. „Überlass mich keinem anderen. Ich vertraue dir.“
„Bos…“
„Lasst das Sicherungsseil herunter!“ Er brachte den Mann im Anzug zum Schweigen. Als meine Füße das Schiffsdeck berührten, entwich mir ein scharfes Zischen vor Schmerz unter dem Gewicht meines Körpers.
„Hör mir jetzt zu. Ich werde dich gleich hochziehen, und du musst dich mit all deiner Kraft festhalten!“ Er nahm meine Hände und legte sie um seine Schultern.
„O-okay…“ Ich rang um Worte, aber sie kamen schleppend heraus.
Er befestigte seine Jacke am Seil, dann beugte er sich zu mir. Seine starken Arme umschlossen mich, als er mich mühelos hochhob. Ich schlang meine Beine um seine Taille und klammerte mich mit aller Kraft an ihn, als hinge mein Leben davon ab.
„Du erwürgst mich ja!“ hörte ich ihn mühsam sagen. „Keine Sorge, ich werde dich nicht verraten.“ Er tätschelte mich sanft, und ich entspannte mich, legte meinen Kopf auf seine Schulter, während wir langsam in die Luft glitten.
Ein erleichtertes Seufzen entwich mir, als ich im Hubschrauber ankam. Er setzte sich neben mich, zog seine Jacke aus und wandte sich schnell zu mir, mit einem besorgten Blick.
„Du schwitzt! Warum schlägt dein Herz immer noch so schnell?“ Er rieb meine Brust.
„Ich wurde betäubt!“ Mein Körper zitterte unkontrolliert, bevor er mich in seine Arme schloss, mich fest an seine Brust drückte und beruhigend meinen Rücken streichelte.