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Am Rand des Sommers

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Emma hat ihr Leben damit verbracht, unsichtbar zu bleiben – als Älteste von fünf Kindern in einem Haus, das von der Launenhaftigkeit ihrer Mutter und den leeren Flaschen auf dem Boden beherrscht wird. Ihr Vater arbeitete unermüdlich, um die Familie über Wasser zu halten.Tommy kennt kein Chaos. Als Ältester von drei Brüdern ist sein Leben eine sorgfältig geplante Zukunft: Jurastudium, der Einstieg in die Kanzlei seines Großvaters und eines Tages eine politische Karriere. Mit einem angesehenen Anwalt als Vater und einer perfektionistischen Mutter wurde er darauf vorbereitet, immer im Rampenlicht zu stehen.Ihre Welten könnten unterschiedlicher nicht sein – bis zu einem goldenen Sommernachmittag, an dem sie aufeinandertreffen. In diesem Moment zählen keine Regeln, keine Erwartungen, kein Schmerz … nichts davon.Doch wenn der Sommer vergeht – tun sie es auch? Oder werden sie für etwas kämpfen, von dem keiner von ihnen zu träumen wagte, dass es Bestand haben könnte?---

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1.
**Emma** Der See war mein Zufluchtsort. Seine Oberfläche glitzerte im Licht, sanfte Wellen trugen die Last fort, die ich von zu Hause mit mir schleppte. Der Wald, der seine Ufer umarmte, war voller Wandel, jede Jahreszeit malte die Bäume neu und erinnerte mich daran, dass nichts für immer gleich blieb. Hier draußen konnte ich atmen. Hier draußen konnte mich das Geschrei meiner Mutter nicht erreichen. Zoey saß auf meinem Schoß, ihre kleinen Hände klatschten begeistert, wenn Eichhörnchen zwischen Wurzeln und Ästen huschten. Sie war erst zwei Jahre alt und viel zu jung, um das Chaos zu begreifen, das in unserer Hütte auf uns wartete. Darum brachte ich sie so oft hierher wie möglich – wenn ich sie nah bei mir behielt, konnte ich sie wenigstens ein Stück weit davor schützen. Teddy, dreizehn, rannte wahrscheinlich gerade mit seinen Freunden durch die Stadt und hielt sich für einen großen Mann, weil er eine Tüte Chips klauen und eine Zigarette anzünden konnte. Die Zwillinge, zehn und unaufhaltsam, tobten sicher unten im Park, um zu beweisen, dass Mädchen beim Fußball genauso gut waren wie Jungs. Sie würden nach Hause zurückkommen, die Beine voller Grasflecken, die Haare zerzaust vom Wind und Grinsen wie kleine Champions. Ich seufzte, strich Zoey sanft durchs Haar, während Sonnenstrahlen in goldenen Bahnen durch die Bäume fielen. Für einen Moment war alles still. Sicher. Dann – Ein Zweig knackte. Mein Herz setzte einen Schlag aus. Niemand kam jemals auf diese Seite des Sees. Die Ferienhäuser – voller Glas, Stein und Geld – lagen auf der anderen Uferseite, zu weit entfernt, als dass ihre Besitzer hierher wandern würden. Instinktiv klammerte ich mich an Zoey und sprang auf. Ein Junge trat zwischen den Bäumen hervor. Er sah ungefähr so alt aus wie ich, groß, schmale Schultern, glänzendes braunes Haar, das ordentlich um ein Gesicht fiel, das viel zu perfekt für den Wald wirkte. „Oh – hey“, sagte er und hob eine Hand zu einem zögerlichen Gruß. „Hey“, erwiderte ich misstrauisch. „Hast du dich verlaufen?“ Er schüttelte den Kopf. „Nein. Ich wollte den ganzen See umrunden.“ Also doch. Einer von ihnen. Den Sommermenschen. „Du wohnst in den Ferienhäusern?“ „Ja. Meine Eltern besitzen eines davon. Und du? Bist du hier im Urlaub?“ Das Wort blieb mir im Hals stecken. *Urlaub.* Wenn es nur so wäre. Ich brachte es nicht übers Herz zu sagen, dass mein Vater der Hausmeister war, dass die heruntergekommene Hütte am Waldrand das Nächste war, was wir ein Zuhause nannten. „Ich sollte gehen“, sagte ich hastig und rückte Zoey auf meiner Hüfte zurecht. „Warte.“ Seine Stimme überraschte mich – sanft, aber eindringlich. „Wie heißt du?“ Noch nie hatte mich ein Junge das gefragt. Nicht in der Stadt, nicht in der Schule. Alle wussten, wer meine Eltern waren, wussten, dass wir die Art von arm waren, die bedeutete: keine Geburtstagseinladungen, keine schönen Kleider, keine Geschenke, die man zurückgeben konnte. Aber dieser Junge… er wusste es nicht. Er konnte es nicht wissen. Und in ein paar Wochen wäre er sowieso wieder weg. „Emma“, sagte ich schließlich. „Und du?“ „Tommy.“ Aus der Nähe wirkte er noch gepflegter – dünn, aber anmutig, sein Haar fiel genau richtig. Er beugte sich leicht, sein Blick wurde weich, als er Zoey ansah. „Wie heißt die Kleine?“ „Das ist Zoey“, antwortete ich und trat einen Schritt zurück, sodass seine halb erhobene Hand, die ihr Haar berühren wollte, peinlich an seiner Seite herabsank. Seine Wangen röteten sich. „Ich habe dich hier noch nie gesehen“, fügte ich hinzu, bemüht, beiläufig zu klingen. „Mein Vater hat das Haus vor ein paar Wochen gekauft“, sagte er. „Es ist das erste Mal, dass wir hier sind. Kommst du oft hierher?“ *Vorsicht, Emma.* „Manchmal. Zoey mag die Eichhörnchen“, sagte ich mit einem gezwungenen Lächeln. „Aber wir sollten zurück. Sie bekommt bald Hunger.“ Er nickte, und seine kultivierte Stimme klang plötzlich warm. „Es war schön, dich kennenzulernen, Emma.“ Ich musste fast lachen, so vornehm wie er klang. Wie Frau Monrose, die Schuldirektorin – nur war er fünfzehn. „Man sieht sich“, murmelte ich und tat so, als wäre es mir egal. Doch während ich wegging, Zoey schwer auf meiner Schulter, musste ich an den Jungen mit dem glänzenden braunen Haar denken. Und bei meinem Glück würde ich ihn wohl nie wiedersehen. Ich sagte mir, ich würde nicht mehr an ihn denken. Aber natürlich tat ich es doch. In jener Nacht, als Zoey in ihrem Bettchen lag und die Zwillinge endlich eingeschlafen waren, lag ich wach und hörte, wie Teddy durchs Küchenfenster hereinschlich, stinkend nach Rauch und billigem Cider. Mum war längst auf dem Sofa weggedämmert, ein leeres Glas neben ihrer Hand auf dem Boden. Dad würde erst im Morgengrauen heimkommen – er reparierte Rohre für irgendeinen Feriengast, der keine Ahnung hatte, was es hieß, auf *unserer* Seite des Sees zu leben. Ich schloss die Augen und dachte an Tommys Stimme. Ruhig. Bedacht. Vornehm. Als hätte er nie schreien müssen, um gehört zu werden. Als gäbe es in seinem Haus kein Geschrei. Am nächsten Morgen fand ich mich auf demselben Pfad wieder, Zoey auf meiner Hüfte, als würde mich etwas Unsichtbares zurückziehen. Der See funkelte im Sonnenlicht, wie Millionen winziger Diamanten auf seiner Oberfläche verstreut. Ich rechnete nicht damit, ihn wiederzusehen. Ich hoffte es auch nicht. Nicht wirklich. Doch als ich die Lichtung betrat, war er da. Tommy saß auf einem umgestürzten Baumstamm, ein Buch aufgeschlagen auf seinem Schoß. Ein richtiges Buch, kein zerknittertes Secondhand-Exemplar wie die, die wir zu Hause hatten. Gebunden, glänzend, so etwas, wie man es nur in diesen schicken Läden sah, an denen ich bisher nur vorbeigegangen war. Er blickte auf, als er uns hörte, und die Art, wie sich sein Gesicht aufhellte – als wäre er wirklich froh, mich zu sehen – ließ meinen Magen sich seltsam zusammenziehen. „Du bist zurückgekommen“, sagte er. Ich zog eine Augenbraue hoch. „Und du auch.“ Er lächelte, und es veränderte sein ganzes Gesicht. So poliert sah er gar nicht mehr aus, wenn er lächelte. Er sah… normal aus. Zoey zappelte in meinen Armen, diesmal streckte sie die Hände nach ihm aus, und ich rückte sie beiseite, bevor sie ihn berühren konnte. Tommy schien es nicht zu bemerken. Er schloss das Buch und legte es vorsichtig auf sein Knie. „Du wohnst hier in der Nähe, oder?“ fragte er. Es klang nicht vorwurfsvoll. Nur neugierig. Mein Mund wurde trocken. Niemand hatte mich das je gefragt, ohne die Antwort schon zu kennen. Und die Antwort war immer mit Scham verbunden. „Ja“, sagte ich schließlich und hob trotzig das Kinn, als wollte ich ihn herausfordern, mich zu verurteilen. Doch er nickte nur. „Glück gehabt.“ Ich blinzelte. „Glück?“ „Du kannst das hier jeden Tag sehen“, sagte er und deutete auf den See, die Bäume, das tanzende Licht auf dem Wasser. „Ich bin erst seit einer Woche hier und will schon nicht mehr weg.“ Etwas in meiner Brust lockerte sich. Nur ein kleines bisschen. Wir redeten. Nur ein paar Minuten, über nichts Wichtiges – Bücher, Eichhörnchen, wie der See wie Glas wirkte, wenn der Wind nachließ. Aber es war mehr, als ich seit Langem mit einem Jungen in meinem Alter gesprochen hatte. Vielleicht überhaupt je. Als Zoey unruhig wurde, sagte ich, ich müsse gehen. Er drängte mich nicht zu bleiben. Er sagte nur: „Bis morgen, Emma?“ – als wäre es das Natürlichste der Welt. Und das Seltsamste war – ich wollte Ja sagen. Aber wenn ich eines gelernt habe, dann, dass Wollen nicht bedeutet, dass man etwas auch behalten darf. Denn Jungs wie Tommy gehören nicht in das Leben von Mädchen wie mir.

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