Kapitel 9

1100 Worte

Der Mond war höher gestiegen — rund und blass — und tauchte das Eis in sanftes Silberlicht. Sein Spiegelbild durchschnitt die Dunkelheit wie ein zweiter Himmel unter ihr. „Sieht so aus, als wären wieder nur wir beide übrig“, murmelte sie. Ihre Stimme trug sich leise über das Wasser und wurde nur vom Wind beantwortet. Die schwachen Wellen, die sie zuvor erzeugt hatte, waren zu seltsamen Mustern gefroren — dünne silberne Lichtadern, die sich wie Wurzeln durch das Eis zogen. Sie strich mit den Fingern darüber und verfolgte die Linien gedankenverloren. Alle paar Sekunden pulsierten sie schwach — kaum sichtbar —, als würde unter der Oberfläche noch etwas atmen. Ein Flüstern glitt durch die Luft. So leise, dass sie es beinahe überhörte. „Wenn die Gesegnete den Dreien begegnet …“ Die Worte

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