Emma - Der erste Tag

425 Worte
Ich war wach geworden, hielt aber meine Augen geschlossen. Ich musste mich sammeln. In meinem Unterleib und zwischen meinen Beinen schmerzte es. Plötzlich kam mir alles wieder in den Sinn, was geschah...was er getan hatte. "Emma, war das dein erstes Mal? Sag es mir! Ich weiß, dass du wach bist." Ich erschrak fürchterlich, als ich plötzlich die Stimme meines Entführers so dicht neben mir hörte. Ich wollte instinktiv von ihm flüchten, aber bekam im selben Augenblick einen schmerzhaften Stich in den Bauch. "Ahhh autsch!" Ich zuckte vor Schmerz zusammen aber wich trotzdem weiter zurück, bis ich auf der anderen Bettseite war. Er stand neben dem Bett und blickte bedrohlich auf mich herab. "Emma bleib ruhig, ich tu dir nichts." Die Angst vor ihm trieb mir erneut die Tränen in die Augen. Ich glaubte ihm natürlich nicht. Er schaute mich ernst an und sagte: "Du musst mir sagen, ob das mit mir dein erstes Mal war!" Wiederholte er sich. "Sie meinen, als Sie gegen meinen Willen mit mir geschlafen haben? Warum wollen Sie das wissen? Und was würde das für einen Unterschied machen?", antwortete ich ihm verzweifelt unter Tränen. "Es ist unwichtig für mich, ob du es wolltest. Ich wollte es, also nahm ich dich. Aber darum geht es jetzt nicht. Du hast viel Blut verloren. Wenn es nicht dein erstes Mal war, ist es nicht normal, dass du so viel blutest. Dann habe ich dich vermutlich innen verletzt. Ein Arzt muss dich in diesem Fall untersuchen." Ich konnte nicht fassen, was er da sagte! Natürlich war es diesem Psychopathen egal, ob ich es wollte oder nicht. Daran brauchte er mich nicht zu erinnern. Ich fasste mir heimlich zwischen meine Schamlippen und kontrollierte ob ich noch blutete. Kein Blut mehr. Es war trocken. Zum Glück. "Dann ist es unwichtig, ob Sie es wissen. Es geht Sie nichts an!" Ich weiß nicht woher ich plötzlich meinen Mut nahm. "In Ordnung. Ich werde einen Arzt kommen lassen.", erwiderte er scheinbar ruhig. "Nein! Ich brauche keinen Arzt! Ich blute nicht mehr, also ist alles bestens!", motzte ich ihn an, während ich Tränen vergoss. Wenn mich jetzt noch jemand unten untersuchen würde, hätte ich das nicht verkraftet. Warum musste ich auch alleine nach Russland reisen? Warum hab ich nicht auf meine Mama gehört? Sie machte sich bestimmt schon unendlich viele Sorgen, weil ich mich nicht meldete. "Hier sind eine Schmerztablette und ein Glas Wasser auf dem Nachttisch. Wenn du die Schmerzen nicht mehr aushältst, nimm sie.", befahl er. Ich beschloss sie zu nehmen und weinte mich in einen kurzen Schlaf.
Kostenloses Lesen für neue Anwender
Scannen, um App herunterzuladen
Facebookexpand_more
  • author-avatar
    Schriftsteller
  • chap_listInhaltsverzeichnis
  • likeHINZUFÜGEN