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961 Worte
MORITZ Ich stürmte die Treppe so schnell wie möglich hinunter und lockerte meine Krawatte mit einem ruckartigen Griff. Distanz. Es war von äußerster Dringlichkeit. Ich musste Abstand gewinnen, bevor ich sie aufs Bett warf und sie dafür bestrafte, dass sie mich so verdammt wütend machte. Mit rasendem Herzen ging ich ins Wohnzimmer, direkt zur Bar. Ich füllte ein Glas mit Eis und goss den Scotch so hastig ein, dass er über den Rand schwappte. Ich legte den Kopf in den Nacken und leerte es in einem Zug. Ich füllte das Glas erneut und starrte zur Treppe hinüber, die mich förmlich verhöhnte. Sie war in meinem Haus. Die Frau, von der ich seit zehn langen Jahren fantasierte… sie war hier. Und ich konnte sie nicht haben. Verdammt. Ich füllte mein Glas erneut und leerte es wieder. Ich zuckte zusammen, als ich das Brennen in meiner Speiseröhre spürte. Ich schloss die Augen und atmete zittrig ein, während ich versuchte, mich zur Ruhe zu zwingen. Das Pochen in meiner Hose war unerbittlich und katapultierte mich zurück in die Gasse, erinnerte mich an ihren Kuss. Die Weichheit ihrer Lippen, das Gefühl, sie in meinen Armen zu halten. Die Art, wie sie mich fühlen ließ. Reuevoll schloss ich die Augen. Wenn es jemals eine völlig verkorkste Situation gegeben hatte, dann diese. Ich fuhr mir mit der Hand durchs Haar und blickte wieder zur Treppe. Nur ein einziges Mal. Niemand würde es erfahren. Hör auf damit. Ich füllte mein Glas noch einmal, ging auf den Balkon und setzte mich. Ich blickte über das Lichtermeer von Barcelona, zündete mir eine Zigarre an, nippte an meinem Scotch und nahm einen tiefen Zug. Es würde niemals passieren. Ich werde einfach… Nein. Denk gar nicht erst daran. Eine Stunde später ging ich wieder hinein und sah Alinas Kaschmirschal auf der Couch liegen. Ohne nachzudenken, hob ich ihn auf und drückte ihn mir ins Gesicht. Er war weich und warm… er roch nach ihr. Das Blut schoss mit wahnsinniger Geschwindigkeit durch meinen Körper. Ich atmete ihren Duft tief ein und spürte, wie ich hart wurde. Mein Blick wanderte zur Treppe. Was machte sie da oben wohl gerade? Trug sie Kleidung? Lagen ihre Beine gespreizt? Vor meinem inneren Auge sah ich sie nackt auf mir sitzen, die Beine weit offen, während sie mich ritt und ihre Brüste bei jedem Stoß auf und ab wippten. Sie wäre feucht und heiß, geschwollen und ich… Nur ein einziges Mal. Ich atmete tief ein und erzitterte, als der Lusttropfen aus mir austrat. Verdammt… ich könnte allein durch ihren Duft an diesem Schal kommen. Wie ein Zombie in Trance lief ich zum Fuß der Treppe und starrte hinauf. Wie sie wohl schmeckte? Ich stellte mir vor, wie ich ihre Beine weit auseinanderhielt, ihre Füße auf meinen Schultern. Ich machte einen Schritt nach oben, dann noch einen. Ihr Arsch… ich hatte es ihr nie von hinten besorgt… Ich wettete, er war fest und eng. Ich sah mich förmlich, wie ich sie von hinten ritt, hörte das Klatschen, sah ihr Haar, das völlig zerzaust war, während sie es mir so richtig besorgte. Ich würde sie gefügig machen… schon wieder. Ich würde sie die ganze verdammte Nacht reiten. Ich machte weitere drei Schritte. Ich stellte mir vor, wie ich ihren Mund nahm, wie mein Sperma über ihre vollen Lippen rann. Ihre Fotze, heiß und bereit für mich. Mein Glied zuckte; ich war kurz davor, allein bei der Vorstellung zu kommen. Ich brauchte sie. Mein Schwanz schmerzte, und wie ein ferngesteuerter Untoter stieg ich langsam die Stufen hinauf. Ich blieb vor ihrer Tür stehen und starrte sie an. Pochen… Pochen… Pochen… hämmerte es in meiner Leiste. Ich hob den Schal, atmete tief ein und mein ganzer Körper bebte. Ich würde kommen. Ich öffnete den Reißverschluss meiner Anzughose und nahm mich hart in die Hand, ihr Türblatt nur Millimeter von meinem Gesicht entfernt. Ich wichste mich brutal, die Eichel streifte das Holz der Tür, und ich atmete schwer, während meine Lust Spuren hinterließ, wo sie nicht sein sollten. Der Beweis für das, was ich so verzweifelt begehrte. Alina. Ich erinnerte mich daran, wie sie mich vorhin geküsst hatte – so feminin, so hungrig. So sehr vermisst. Meine Bewegungen wurden härter und schneller, ich wollte, dass es wehtat. Ich wollte mich dafür bestrafen, dass ich sie so sehr wollte. Ich saugte ihren Duft aus dem Schal auf, verlor die Beherrschung und kam mit voller Wucht gegen ihre Tür. In der Stille rang ich nach Luft. Mein Herz schlug so fest, meine Haut war schweißbedeckt. Voller Abscheu ließ ich meine Stirn gegen die Tür sinken. So nah, und doch Welten voneinander entfernt. Ich befand mich in der lebendigen Hölle. Ich brauche dich. „Bist du bald fertig für den Aufbruch?“, fragte ich. „Mhm. Bist du sicher, dass es dir nichts ausmacht, mich zurück zu meinem Hotel zu bringen? Jemand anderes kann mich auch fahren, ich möchte keine Umstände machen“, erwiderte Alina. Sie trug einen weißen Bademantel, der in ihrem Badezimmer gehangen hatte. Ihr langes, dunkles Haar war zu einem unordentlichen Dutt hochgesteckt, und sie sah wunderschön zerzaust aus. Atemberaubend. „Natürlich nicht.“ Ich starrte sie einen Herzschlag länger an, als ich sollte, und wandte dann hastig den Blick ab. „Ich bin bereit, wenn du es bist“, murmelte ich, während ich mir einen Kaffee machte. Ich fühlte mich wie Abschaum. Ich hatte vielleicht neun Minuten geschlafen. Der Gedanke an sie, allein oben im Bett, war eine neue Stufe der Folter gewesen. Meine Eier hatten die ganze verdammte Nacht wehgetan. Sie schenkte mir ein sanftes Lächeln. „Danke.“ Sie drehte sich um und ging den Flur entlang. Ich starrte ihr hinterher und biss mir auf die Unterlippe. Okay… hör auf damit. Reiß dich zusammen. Und zwar jetzt.
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