Am nächsten Tag wachte ich in unserem dunklen Schlafsaal auf, ich hatte keine Ahnung wie ich wieder dort hingekommen war oder wer mir geholfen hatte, ich wusste nur das mit kotzübel war und mein Kopf sich wie Blei anfühlte. Es war dunkel im Raum und konnte höchstens um 6 Uhr sein. Mein Verdacht bestätigte sich nach einem Blick auf die Uhr. 5:45 Uhr zeigte das Display meines Weckers an. Ich versuchte mich aufzusetzen und mir wurde noch übler, ich sprang auf und rannte ins Badezimmer. Dann beugte ich mich über die Toilette und kotze mir die Seele aus dem Leib hinaus. Das Licht des Badezimmers ging an, ich konnte aber nicht hochschauen weil ich mich schon wieder übergeben musste.
,,Geht's dir gut?" hörte ich Jeannes zarte Stimme, sie ergriff meine Haare zu einem Zopf und hielt in nach hinten damit sie nicht in die Kloschüssel gefallen wären. Sie strich mir über den Rücken und als ich mich nach hinten auf die kühlen Fliesen fallen ließ stand Jeanne auf und befeuchtete ein Tuch. Sie reichte es mir und ich tupfte mir den Mund ab, dann setze sich Jeanne neben mich und fragte noch einmal: ,,Geht es dir gut?" Ich schüttelte den Kopf und ließ ihn auf Jeannes Schulter sinken.
Es kam alles wieder hoch, gestern Abend, der Tanz, Remus, seine Abfuhr und mein Heulkrampf. Und dann ist der Abend erst so richtig schlimm geworden, ich hab mich einfach nur Volllaufen lassen, um alles zu verdrängen, die Gedanke und vor allem die Gefühle. Es fühlte sich grauenvoll an, ich wollte nicht mehr drüber nachdenken. Jeanne strich mir über den Kopf und redete beruhigend auf mich ein: ,,es wird alles gut, was ist los?" Jeanne war eine meiner Besten Freundinnen geworden ich konnte immer mit ihr reden und sie war so gut die einzige die mich verstehen konnte. Ja klar Remus... Aber mit ihm wollte ich im Moment auf gar keinen Fall reden, ich konnte es einfach nicht! Ich war viel zu verletzt! Er hatte mich verletzt!
Wir saßen eine ganze Weile einfach so ohne sich zu bewegen oder etwas zu sagen da, bis ich gestern Abend! in Jeannes Richtung flüsterte und aufstand. Sie sah mich an und erhob sich ebenfalls, dann sagte sie ganz vorsichtig: ,,du redest mit mir wenn du bereit dazu bist okay?" Ich nickte und fügte ein leises: ,,Dankeschön" noch hinzu, dann ging ich wieder in den Zimmer mit den 6 Betten hinein und hinüber zu meiner Kommode. Ich wollte noch vor dem Frühstück in die Bibliothek um mich etwas abzulenken und den Kopf freizubekommen, wie ich mir gerade überlegt hatte. Also zog ich mir eine lockere Jogginghose und einen schwarzen Pullover an. Mir war heute nicht nach Absätzen und da mein Knöchel immer noch weh tat war mir heute mehr nach Turnschuhen. Mir war kalt also öffnete ich den Schrank und suchte eine Jacke. Ganz oben drauf lag direkt Remus seine die ich immer noch hatte. Ich darf nicht vergessen sie ihm wiederzugeben dachte ich und schob sie zur Seite, wo waren all meine anderen Jacken? ,,Verdammt" fluchte ich ganz leise, sodass nur ich es hören konnte. Alle meine Jacken waren in den Schränken der anderen verteilt. Die einzige die noch da war, war Remus seine. Auf keinen Fall! Ich kann das jetzt! Seine Jacke anziehen? Nein, da friere ich lieber!
Also ging ich frieren, mit dem Romeo&Julia Buch und im dunkeln aus dem Gemeinschaftsraum hinaus. Ich schlich durch den g**g, der bereits mit Kerzen erleuchtet war, halb 6 machte die Bibliothek auf also war ich keine Minute zu früh vor der Tür. ,,Oh, schon so früh meine Liebe!" sagte Mrs. Pince, die Bibliothek's Leiterin, entzückt. ,,Guten Morgen, ja ich wollte noch vor dem Frühstück etwas lesen" antwortete ich ihr und ohne weitere Umschweife ging ich nach ganz hinten in die Ecke wo ich immer mit Remus gesessen hatte um zu lernen. Hier war es am stillsten und man ist ungestört. Ich setze mich auf das weiche Sofa an der Heizung und sah aus dem Fenster raus. Die Sonne begann langsam aufzugehen und der Himmel wurde dunkelrot und auch schon leicht orange durchbrach die Dunkelheit der Nacht. Ich schlug mein Buch auf und begann da weiterzulesen, wo ich das letzte mal aufgehört hatte und da wo das Rolling Stones Lesezeichen drin lag.
Als ich das erste mal wieder hoch sah war die Sonne schon aufgegangen und es war um 7, ich hatte fast eineinhalb Stunden gelesen. Das Kapitel war gerade so spannend das ich nicht aufhören konnte zu lesen, doch als ich Schritte hörte wurde ich neugierig und sah hoch. Ein Junge, in ein Buch vertieft, trat hinter den Regalen vor und ich konnte erkennen wer es war. Remus!
Bei Merlin wie konnte das sein, es gab über hundert Räume und Gänge in diesem Schloss und genau der Mensch den ich am wenigsten sehen wollte tauchte da auf wo ich war. Das konnte doch einfach kein Zufall sein, oder doch?
Als ich ihn sah kam alles wieder hoch, ich fühlte mich wie vorhin im Badezimmer. Nein, ich konnte auf gar keinen Fall mit ihm reden. Sofort schossen mir wieder die Tränen in die Augen und ich versuchte mein Gesicht zu verdecken. Remus bemerkte mich erst gar nicht, doch als er mich sah wurde er kreidebleich. ,,Oh..." stieß er mit angehaltenem Atem aus, ich seufzte tonlos und schlug mein Buch zu. Dann stand ich auf und mir wurde wieder schwindlig, ich hatte seit gestern Mittag nichts mehr gegessen wie mir wieder einfiel, deshalb war ich gestern Abend auch so schnell betrunken gewesen! ,,Hey, alles gut?" fragte Remus vorsichtig. Wie konnte er das nur fragen? Er weiß doch ganz genau das es mir nicht gut geht und er muss genau das auch noch fragen! Ich sagte nichts und ging an ihm vorbei, ,,Frida bitte..." flüsterte Remus und hielt meine Hand fest. Sie war warm und er griff um meinen Handknöchel. Seine Berührung sie war so... so schmerzvoll und angenehm? Ich konnte es nicht identifizieren, ich wusste es einfach nicht, ich wusste nicht was ich fühlen, sagen oder gar denken soll. ,,Nein!" flüsterte ich und riss meine Hand vom ihm los, dann rannte er zum Ausgang der Bibliothek, Madam Pince völlig ignorierend. Ich konnte noch einmal Remus seinen verletzen Blick sehen bevor ich nach draußen auf den g**g trat. Er sah blass und schwach aus, irgendwie nicht ganz gesund. Das hätte aber auch an gestern liegen können.
Auf dem Weg zur großen Halle wischte ich mir die Tränen aus dem Gesicht und versuchte meine zitternde Stimme in den Griff zu bekommen. Es funktionierte nicht ganz aber es wurde besser, sodass es hoffentlich niemand bemerken würde. Morgen flüsterte ich als ich hinten am Tisch ankam, ,,Hi Frida, du warst vorhin schon weg als ich aufgestanden bin. Wo warst du?" fragte Lily fröhlich während sie gerade Kirschmarmelade auf ihr Toast strich. Ich war in der Bibliothek ich wollte noch etwas lesen. antwortete ich ihr und setze mich daneben. Ich hatte seit fast 24 Stunden nichts gegessen und trotzdem hatte ich keinen Hunger, mir war einfach nur schlecht. ,,Hast du Remus getroffen? Er wollte da auch hin und..." sagte Peter ,,Peter nicht!" fiel ihm James mit einen recht bösem Gesichtsausdruck ins Wort und Peter stockte. Ich schaute nach unten auf den Teller und versuchte, mit Erfolg, die Tränen zu unterdrücken. Ich wusste nicht einmal warum ich so traurig darüber war, ich wollte mich nicht wegen eines Jungen so runter machen. Ich wusste einfach nicht wie ich mit meinen Gefühlen umgehen sollte, da ich noch nie eine Beziehung hatte. Ja klar ich war fünfzehn aber es war nie der richtige gewesen für den ich mich interessiert hatte. Doch mit Remus war es anders gewesen, er hat mich verstanden und es war einfach so ein Gefühl. Wenn ich bei ihm war fühlte ich mich einfach wohl und jedes mal wenn er mich berührte bekam ich Schmetterlinge im Bauch und mir wurde warm. Es war traumhaft!
Ich dachte nach und mir wurde bewusst was los war, warum ich so fühlte. Ich hatte mich zum ersten mal verliebt und es wurde nicht erwidert! Also musste das enden, am besten mied ich Remus und ich musste mich knallhart endlieben wenn man das so nennen konnte.
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Remus Perspektive:
Er fühlte sich schrecklich, gar grauenvoll! Das lag an zwei Dinge: erstens war morgen Vollmond und zweitens hatte er das Mädchen verletzt was er liebte. Sie wollte ihn küssen und er hatte sie abgewiesen, obwohl er das jeden Tag gerne tun würde. Frida mochte ihn vielleicht wirklich aber er konnte es nicht zulassen! Er liebte sie so sehr und genau deswegen konnte er es nicht tun. Er war ein Monster was Menschen verletzt, eine Bestie die es nicht verdienen würde geliebt zu werden und nun hasste er sich dafür! Sie sah so verletz aus und vorhin in der Bibliothek hatte Frida Tränen in den Augen und war blass. James und Sirius hatten ihm erzählt was passiert war, erst hatte James sie nach seiner Abfuhr aufgelesen und sie sich ausweinen lassen und danach hatte sich Frida zusammen mit Sirius volllaufen lassen. Remus war nie so, aber nach diesem besonderen Tanz sind bei ihm einfach die Sicherungen durchgebrannt und er hatte entweder das dümmste oder das schlauste seines Lebens getan. Remus wusste es noch nicht, es schmerzte die die er so liebte so verletz zu sehen, aber es war auch irgendwie besser so weil er sie nicht verletzen wollte. Es fühlte sich so leer in ihm an, so verlassen und er fühlte sich so alleine. Trotzdem er unter so vielen Leuten war fühlte er sich so allein wie noch nie. Es schmerzte fasst so sehr wie die Werwolf Verwandlungen jeden Monat, dass Problem war nur das diese Schmerzen körperlich waren und sie nach eine Nacht für einen Monat vorbei waren. Die Schmerze die er im Moment fühlte waren psychisch und er wusste nicht wann sie vorbei waren, vermutlich nie?
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Ich schüttete etwas Kaffee mit Zucker und Milch in eine Tasse und nahm mir eine Schüssel mit Obst. Obwohl ich eigentlich keinen Hunger hatte aß ich alles auf und machte mich dann zusammen mit Lily und Jeanne auf den Weg zurück zum Gemeinschaftsraum. Als wir zurück waren, waren noch genau zwei Sofas am Kamin frei. Viele Schüler waren noch beim Frühstück aber der Raum war auch nicht leer. Es war perfekt zum Lesen da die meisten Schüler ihre Hausaufgaben machten. Auch Lily hatte sich vorgenommen noch ihre restlichen Hausaufgaben für morgen zu erledigen und Jeanne schrieb einen Brief an ihre Eltern. Da fiel mir mein Brief an Helen und den an meine Eltern, Henry wieder ein. ,,Lils, wie bekommt ihr eigentlich eure Post hier?" Lily sah von ihren Mitschriften hoch und antwortete: ,,Eulen!, jeden Tag um Punkt 8 Uhr bringen uns die Eulen die Post in die große Halle. Wir waren immer früher oder später beim Frühstück, deswegen hast du es noch nicht gesehen." erzählte sie. Danach widmete sich wieder ihrer Pflege magischer Geschöpfe Aufgabe und ich mich zu meinem Buch. Gegen um 6 machten wir uns auf den Weg zum Abendbrot und nun waren auch die vier Rumtreiber zu uns gestoßen. Remus lief neben Sirius mit den Hände in den Hosentaschen und gesenktem Kopf. Ich erwischte mich dabei wie ich ihn anstarrte und sah schnell weg. Das Abendessen verlief ruhig und ich mied Remus seinen Blickkontakt den er immer wieder suchte, ich konnte im Augenwinkel erkennen wie er mich wieder und wieder ansah. Doch ich konnte das nicht, nicht jetzt! Mir war immer noch kotzübel von gestern Abend und zudem auch noch super schwindelig.
Am nächsten morgen wachte ich eigentlich viel zu spät auf und die anderen liefen schon im Zimmer herum ,,Guten Morgen!" rief Lily fröhlich und verschwand ins Bad. Mary lag noch im Bett und Alice war gerade aus der Tür zum Gemeinschaftsraum verschwunden. Ich nickte noch verschlafen und setze mich hin. Meine Übelkeit und der Schwindel von gestern waren zum Glück verschwunden und ich fühlte mich wirklich besser. Dieser Tag würde gut werden! Ich spürte es!
Also stand ich auf und holte meine Schulkleidung und , da ich es heute als ,,Absatzschuhtag" empfand, wurde es ein schwarzes Paar Boots. Als Lily aus dem Bad raus war konnte ich mich schnell vor Mary, die sich auch fertigmachen wollte, rein schleichen und schloss die Türe. Ich konnte Mary vor der Tür Fluchen und die anderen Lachen hören. Mary hatte bis zu der Hüfte reichende, dunkelbraune Haare und sehr gebräunte Haut. Ihre Vorfahren stammten aus Portugal ab und Mary liebte es darüber zu reden. Vom Aussehen ähnelte sie Dorcas aber vom Charakter war sie definitiv wie Marlene. Deswegen kamen die drei wohl auch so gut miteinander aus. Mary war im Grunde eine Mischung zwischen den beiden! Sie wohnte zusammen mit ihrer Mutter in einer kleiner Stadt in der Nähe von London. Ihr Vater war ein Muggle gewesen und ist noch in der Zeit wo Mary's Mutter mit ihr schwanger war in einem Krieg gestorben. Ihre Mutter stammt aus Portugal und ist eine Reinblütige Hexe, sie hatte auch eine Zauberschule besucht deren Namen ich jedoch nicht kannte. Nach dem Tod ihres Vaters sind sie nach England gezogen und auch Mary ist dort geboren.
Ich machte mich schnell fertig und verließ das Bad dann wieder, dass nun auch Mary hinein konnte. In der ersten Stunde hatten wir Zaubertränke, danach zwei Freistunden das Professor Sprout krank war und am Ende hatte ich noch zwei Stunden Alte Runen. Ich kramte in meiner Schultasche nach meinem Zauberstab und mir fiel in Blatt Papier in die Hände. Es war zusammengeknüllt, doch als ich es auseinander faltete hatte es keine Knick. Das Bild zeigte mich wie ich Remus in die Arme sprang und er mich herumwirbelte. Danach stellte er mich wieder hin und wir lächelten uns an. Das Bild was Lily nach dem Gryffindor Sieg von uns gemacht hatte. Sie hatte es wohl mit einem Zauber belegt das es nicht knicken konnte. Vorgestern war noch alle normal gewesen! Wenn ich könnte würde ich noch einmal in die Vergangenheit reisen und diesen Tag ändern! Das ging jedoch nicht und ich hatte Entscheidungen getroffen mit den ich jetzt leben müsste. Es wird schwierig... Aber ich kann das schaffen!!!