4: Geschieden und verkauft

1344 Worte
„Das ist doch nicht dein Ernst, Modrich“, sagte Freya mit belegter Stimme und ballte die Hände zu Fäusten. Ihre Brust brannte vor Ungläubigkeit und Wut. „Sieht das für dich nach einem Witz aus?“, fragte Modrich mit eisiger Stimme. „Glaubst du, es bringt mir Respekt ein, meine Schwester zu deiner Konkubine zu nehmen?“, fragte sie empört. Er zuckte ungerührt mit den Achseln. „Du hast gesagt, ich kann jede Frau zu meiner Konkubine nehmen, die ich will. Warum sollte es bei deiner Schwester anders sein?“ Freya starrte ihn fassungslos an. Seine Worte waren bewusst, grausam und empörend. „Sie ist meine Schwester“, sagte Freya mit unterdrückter Wut in der Stimme. „Das kannst du nicht tun.“ „Ich habe es gesagt, Luna“, erwiderte Modrich mit fester, unnachgiebiger Stimme. Freya wirbelte zu ihren Eltern herum und hoffte auf ein Eingreifen, ein Zeichen, dass sie diesem Wahnsinn ein Ende setzen würden … doch sie schwiegen, ihre Gesichter waren ausdruckslos. „Mutter, Vater … lasst ihr das etwa zu?“, fragte sie, Ungläubigkeit und Schmerz durchbrachen ihre Ruhe. Ihre Stimme zitterte leicht, trotz ihrer Bemühungen, gefasst zu bleiben; die Last des Verrats lastete schwer auf ihrer Brust. Nicht nur hatte ihre Schwester alle Grenzen überschritten, sondern nun saßen auch noch die Menschen, denen sie am meisten vertraute … diejenigen, die sie beschützen sollten … schweigend da und taten nichts. „Es ist nichts Schlimmes passiert. Alpha Modrich hat es so entschieden, und wir können uns ihm nicht widersetzen“, sagte Mrs. Hampton mit ruhiger, resignierter Stimme. Freyas Blick fiel auf Veriel, und sie sah das triumphierende Grinsen auf den Lippen ihrer Schwester. Jeder Blick, jede noch so kleine Bewegung schrie nach Triumph. Sie alle waren gegen sie … ihre Schwester, ihre Eltern, sogar Modrich selbst. Es schnürte ihr die Kehle zu. Der Verrat, die Demütigung, die schiere Unverfrorenheit – all das lastete schwer auf ihr. Sie konnte nicht länger sitzen bleiben. Wortlos stand sie auf und verließ das Wohnzimmer. In ihrem Zimmer angekommen, lief sie unruhig auf und ab und versuchte, den Sturm in sich zu bändigen. Wie konnte Modrich sie nur so bloßstellen? Nicht nur sie, sondern vor ihrer Schwester, ihren Eltern und nun womöglich dem ganzen Rudel? Allein der Gedanke ließ ihr Blut kochen. Sie konnte das nicht mehr ertragen. Zehn Jahre ihres Lebens an der Seite eines Mannes, der ihr nichts als Verachtung entgegenbrachte, und nun diese totale Demütigung. Freya hatte immer gedacht, Pflicht bedeute Opferbereitschaft, aber es gab eine Grenze. Sie hatte alles gegeben, sich trotz jeder Kränkung, jedes Verrats, jedes kalten Blicks zusammengerissen, und dennoch behandelte er sie, als wäre sie nichts. Ihre Entscheidung war mit eisiger Klarheit in ihrem Kopf gereift: Sie würde zurücktreten. Sie konnte nicht länger tatenlos zusehen, wie Modrich sie mit Füßen trat, alles, was sie für ihn getan hatte, ignorierte, als ob ihre Loyalität, ihr Schmerz und ihre Anwesenheit nichts bedeuteten. Es reichte. Sie musste Luna ablegen, trotz allem… den zehn Jahren Training, den Opfern, der ständigen Wachsamkeit. Die Last all dessen lastete schwer auf ihr, als sie auf dem Bett lag, an die Decke starrte und sich kleiner denn je fühlte. Erschöpfung überwältigte sie, und der Schlaf nahm schnell über sie herein. Als sie die Augen öffnete, war es bereits Abend. Sie übergoss sich unter der Dusche mit Wasser und ließ die Kälte etwas von Wut und Verzweiflung wegwaschen. Angezogen und gefasst, traf sie die Entscheidung zur Scheidung. Freya ging zu Alpha Modrichs Zimmer, doch es war leer. Sie trat hinaus, blickte sich im Hof ​​um und sah ihn dann im Schwimmbad. Erleichterung durchströmte sie für einen Moment, nur um zu verfliegen, als ihr Blick auf die andere Gestalt neben ihm fiel. Ihr Herz erstarrte; es war Veriel. Das Lachen ihrer Schwester drang über das Wasser, leicht und neckisch, während Modrich sich zu ihr beugte und sie lächelnd beobachtete. Zehn Jahre Treue, Opfer und Training – und das war der Dank dafür. Ihre Hände ballten sich zu Fäusten, als sich die Szene in ihr Gedächtnis einbrannte. Freya bewahrte Ruhe und verbarg den Sturm in ihrem Inneren, als sie auf sie zuging. Modrich hob den Kopf, seine Augen trafen ihre, ein Anflug von Überraschung huschte über sein Gesicht. Wortlos zog sie die Ringe von ihren Fingern und warf sie zu Boden. Sie klirrten auf dem Stein, und Modrich erstarrte. Schock spiegelte sich in seinen Zügen. „Ich bin fertig“, sagte sie. „Ich will aus dieser Verbindung austreten. Ich trete als Luna zurück. Ich will damit nichts mehr zu tun haben.“ Modrichs Lippen öffneten sich, Ungläubigkeit und Wut blitzten in seiner Stimme auf. „Du kannst nicht einfach gehen. Das ist nicht deine Entscheidung!“ Er stieg aus dem Pool und stand nun vor ihr. „Es ist meine Entscheidung“, erwiderte Freya entschieden. „Ich habe zehn Jahre gegeben, und jetzt reicht es mir. Ich bin fertig.“ Ohne ein weiteres Wort drehte sie sich um und ging, ihn und Veriel fassungslos zurücklassend. Als Freya das Wohnzimmer betrat, blickten ihre Eltern besorgt auf. „Freya, was ist los?“, fragte ihr Vater. Sie holte tief Luft. „Da du willst, dass Veriel mit meinem Mann zusammen ist, kann ich diese Demütigung nicht mehr ertragen“, sagte sie und atmete tief aus. „Ich will die Scheidung. Ich trete als Luna zurück.“ Ihre Mutter schnappte nach Luft. „Freya, bitte… tu das nicht. Denk an die Familie!“ Ihr Vater fügte hinzu: „Wir wollten nicht, dass es so weit kommt. Wirf nicht alles weg.“ „Ich habe meine Entscheidung getroffen“, sagte Freya entschieden und schüttelte den Kopf. „Nein. Ich kann nicht bleiben, und ich werde das nicht länger zulassen.“ * * * Zwei Tage später waren die Scheidungspapiere fertig. Der Palastanwalt traf mit den Dokumenten ein. Modrich zögerte, sein Blick traf kurz Freyas, ein Anflug von Wut und Ungläubigkeit huschte über sein Gesicht. „Bist du dir sicher?“, fragte er. „Ich war mir noch nie so sicher“, antwortete Freya. Der Anwalt legte ihnen die Papiere vor. Modrich unterschrieb widerwillig, seine Hand zitterte leicht. Es war vollbracht, und sie war nicht länger die Luna. Freya packte still ihre Sachen. Wortlos verließ sie den Palast und machte sich auf den Weg zum Haus ihrer Eltern, um die Vergangenheit und ihren Schmerz hinter sich zu lassen. Zurück im Haus ihrer Eltern stellte Freya leise ihr Gepäck ab. Ihre Eltern sahen sie besorgt an. „Freya, vielleicht solltest du zurückgehen“, sagte ihre Mutter leise. „Bitte ihn um Vergebung. Es ist noch nicht zu spät.“ „Nein“, sagte Freya entschieden und schüttelte den Kopf. „Ich habe meine Wahl getroffen. Ich gehe nicht zurück zu ihm.“ Ihr Vater öffnete den Mund, um zu protestieren, doch bevor er ein Wort sagen konnte, wurde die Tür aufgerissen. Freya erstarrte, als sie kräftig gebaute Männer hereinkommen sah. Verwirrung machte sich in ihr breit. „Ist sie es?“, fragte einer von ihnen und musterte den Raum. Ihr Vater zögerte einen Moment, dann nickte er steif. „Ja … nehmt sie mit.“ Bevor sie seine Worte verarbeiten konnte, packten starke Hände ihre Arme. Sie wehrte sich heftig, trat und wand sich, versuchte sich loszureißen, doch sie waren zu viele. „Lasst mich los!“, schrie sie mit zitternder Stimme. „Du bist uns nicht mehr nützlich, Freya. Jetzt, wo du nicht mehr Luna bist, besteht dein einziger Wert darin, uns von der Schuld zu befreien, die wir dem Einsamen Wolf schulden“, sagte Mr. Hampton. Freyas Augen weiteten sich vor Schock und Ungläubigkeit. „Du … du verkaufst mich an den Einsamen Wolf?“, fragte sie mit zitternder Stimme vor Wut und Angst. Ihre Mutter wollte protestieren, doch bevor sie etwas sagen konnte, wurde Freya ein Tuch über Nase und Mund gepresst. Der stechende Geruch ließ sie scharf einatmen, Angst überkam sie, und dann umfing sie die Dunkelheit.
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