Lea Die letzte Person, von der ich erwartet hätte, dass sie sich als Verbündete erweisen würde, war Thomas' Frau. Sabine fand mich zwei Tage nach dem Vorfall im Café im Wintergarten, dem sonnigen, verglasten Raum im hinteren Teil des Herrenhauses, wo Petra ihre wertvollen Orchideen aufbewahrte und den außer dem Gärtner nie jemand betrat. Ich hatte mich dort mit einem Buch versteckt, auf der Suche nach Zuflucht vor der angespannten Atmosphäre im Haus und meinen wirren Gedanken, als sie plötzlich in der Tür erschien, als hätte sie genau gewusst, wo sie suchen musste. „Lea.“ Ihre Stimme war freundlich, aber bestimmt. „Ich hatte gehofft, wir könnten unter vier Augen sprechen. Hättest du einen Moment Zeit?“ Ich blickte von dem Roman auf, den ich vorgab zu lesen – seit zwanzig Minuten dieselb

