Lea Frieda Müllers Atelier erstreckte sich über das gesamte oberste Stockwerk eines umgebauten Lagerhauses in Glockenbach, Münchens angesagtestem Viertel. Der Aufzug führte direkt in den Raum – kein Empfangsbereich, kein Wartezimmer, sondern unmittelbares Eintauchen in eine Welt, die halb Luxusboutique, halb Kunstinstallation war. Kleiderständer mit Designerkleidung säumten die unverputzten Backsteinwände, nach Farben sortiert, und erzeugten einen Regenbogeneffekt, der irgendwie chaotisch und präzise zugleich wirkte. Riesige Spiegel, umrahmt von professioneller Beleuchtung, standen in regelmäßigen Abständen. Eine Wand war vom Boden bis zur Decke mit Fotografien bedeckt – Prominente, die ich nur vage erkannte, Society-Damen aus Magazinen, Reality-Show-Teilnehmer, die sich in glänzende, pe

