Kapitel 3
GWEN’S SICHT
Als ich vor dem Spiegel stand, durchströmte mich eine aufregende Energie. Heute Abend war die Nacht – das Bankett, bei dem ich endlich die Aufmerksamkeit von Alpha Ballister auf mich ziehen würde. Ich wollte, dass er mich so sieht, wie ich wirklich bin – verführerisch, selbstbewusst und unwiderstehlich. Ich trug ein knappes schwarzes Kleid, das sich wie eine zweite Haut an meine Kurven schmiegte und kaum Raum für Fantasie ließ. Der tiefe Ausschnitt betonte mein üppiges Dekolleté, während der hohe Schlitz an der Seite ein verlockendes Bein preisgab. Sanft strich ich meine Haare in weichen Wellen zurück, ließ sie über meine Schultern fallen und trug einen verführerischen roten Lippenstift auf meine vollen Lippen auf.
Selbstbewusst und entschlossen betrat ich den Bankettsaal und schwang meine Hüften mit einem bewussten, verführerischen Schwung. Meine Augen suchten den Raum nach Alpha Ballister ab, voller Vorfreude darauf, seinen Blick zu fangen. Ich entdeckte ihn auf der anderen Seite des Raumes, in ein Gespräch mit einer Gruppe Geschäftsleute vertieft. Mein Herz machte einen Sprung.
Als ich mich ihm näherte, versuchte ich zunächst subtil seine Aufmerksamkeit zu gewinnen. Ich streifte seinen Arm, als ich an ihm vorbeiging, und schenkte ihm ein kokettes Lächeln. „Alpha Ballister“, schnurrte ich, „was für ein Vergnügen, Sie heute Abend hier zu sehen.“
Er warf mir einen kurzen Blick zu, seine Miene höflich, aber distanziert. „Ah, Gwen“, antwortete er, seine Stimme ohne jede Spur von Interesse. „Ja, in der Tat ein Vergnügen.“ Und mit diesen Worten wandte er sich wieder seinen Begleitern zu.
Enttäuscht, doch nur noch entschlossener, ließ ich mich nicht entmutigen. Ich legte meine Hand auf seinen Unterarm und beugte mich näher zu ihm. „Wissen Sie, Alpha Ballister, Gerüchte besagen, dass ein starker, mächtiger Mann wie Sie sich niemals vor einer Herausforderung drückt“, sagte ich mit einem verführerischen Lächeln. „Ich liebe Herausforderungen.“
Sein Blick heftete sich auf mich, und für einen Moment verriet er eine Spur von Neugier. Doch dann wanderten seine Augen weiter, suchten den Raum hinter mir ab. Mein Herz sank, als ich erkannte, dass er sich gar nicht für mich interessierte – er suchte nach jemand anderem.
Ein Zornesausbruch erfüllte mich, brodelte in mir wie ein ungezähmtes Feuer, als ich daran dachte, dass er vielleicht nach dieser Dienerin suchte. „Suchst du nach dieser kleinen Maus, Edith, nicht wahr? Immer die Unschuldige, die alle Aufmerksamkeit stiehlt. Nun, ich werde sie dir nicht lassen. Nicht solange ich lebe.“ dachte ich bei mir.
Alpha Ballisters Blick richtete sich abrupt wieder auf mich, ein Hauch von Überraschung zeichnete sich in seinem Gesicht ab. „Gwen, wovon redest du?“ fragte er, seine Stimme klang verwirrt.
Aber ich war noch verwirrter. Ich hatte nichts laut gesagt, das waren… nur meine Gedanken. Wie hatte er das gemacht? Waren die Gerüchte wahr? Dass er besondere Kräfte besaß?
„Vielleicht? Vielleicht auch nicht.“ antwortete er auf die Frage in meinem Kopf, und ich wusste ganz genau, dass das keine Lüge war. Das machte mich noch begehrenswerter. Stell dir nur vor, welchen Respekt ich als seine Königin gewinnen würde. Die Leute würden mich anbeten.
Seine Stirn zog sich zusammen, und seine Hand löste sich sanft aus meinem Griff. „Also heißt sie Edith, hm?“
Seine Worte trafen mich wie ein Schlag ins Gesicht. Ich hatte meine Hoffnungen aufgebaut und mich in dieses verführerische Kleid gehüllt – alles umsonst. Die Erkenntnis, dass Alpha Ballister kein Interesse an mir hatte, zerbrach mich und hinterließ einen bitteren Geschmack der Ablehnung.
Verzweiflung kroch in meine Adern, trübte mein Urteilsvermögen. Ich griff erneut nach ihm, meine Hand streifte seinen Arm. „Du brauchst sie nicht, Alpha Ballister. Sie ist nur eine Dienerin und hat dir nichts zu bieten. Sieh mich an, ich kann dir so viel mehr geben. Alles, was ich verlange, ist eine Chance, mich zu beweisen.“
Ich sah zu ihm auf, doch sein Gesicht zeigte nichts. Nichts außer, na ja, Ablehnung. Er weist mich wegen dieser Schlampe ab?
Seine Ablehnung schürte nur noch mehr meinen Zorn. Der Gedanke, dass Edith ihn für sich gewinnen könnte, ihr Herz stehlen würde, entfachte ein loderndes Feuer in mir. Ich konnte sie nicht einfach so gewinnen lassen – nicht ohne Kampf.
„Ich lehne jede Frau ab, Gwen. Du bist keine Ausnahme.“
In einem letzten verzweifelten Versuch, seine Aufmerksamkeit zurückzugewinnen, trat ich näher an ihn heran, meine Stimme eine flehende Bitte. „Bitte, Alpha Ballister, gib mir eine Chance. Vergiss sie, vergiss alles andere. Ich bin diejenige, die du brauchst, die du willst.“
Doch selbst als die Worte meine Lippen verließen, sah ich, dass er ungerührt blieb. Sein Blick glitt erneut umher, suchte Edith in der Menge. Die Erkenntnis traf mich hart – es war vergeblich. Ich konnte niemanden zwingen, etwas zu fühlen, was er nicht fühlte.
Ein überwältigendes Gefühl aus Enttäuschung, Wut und Herzschmerz verschlang mich. Ich hatte alles auf eine Karte gesetzt, meine Verwundbarkeit offenbart, nur um abgewiesen zu werden. Meine Augen brannten vor unvergossenen Tränen, doch ich weigerte mich, sie fallen zu lassen.
Ich wandte mich von ihm ab. Griff nach meinem Handy und wählte eine Nummer. „Werdet sie los. HEUTE NACHT!“
Ich würde noch nicht aufgeben, aber zuerst musste ich das Hindernis beseitigen.
ALPHAS BALLISTERS SICHT
Das Bankett war ein Wirbelwind aus Lärm und bedeutungslosen Gesprächen. Mein Geist schweifte ab, desinteressiert an den Festlichkeiten um mich herum. Ich konnte mich nicht auf Geschäftliches oder die Gespräche konzentrieren, die gerade stattfanden. Mein einziger Gedanke war sie.
Wo war sie? Warum hatte ich sie noch nicht gesehen? Angst begann in mir zu brodeln, während ich den Raum absuchte, verzweifelt nach einem vertrauten Gesicht, einer bestimmten Präsenz, die mir Ruhe schenken würde.
Mein Wolf heulte in mir, unruhig und aufgeregt. Er wollte die Chance haben, mit ihr zu sprechen, ihren Duft aufzunehmen – doch sie war mir zuvor entkommen, und nun war er noch unruhiger und ängstlicher als zuvor.
Mein. Das Wort hallte in meinem Geist wider, mein Wolf schrie vor Freude. Dies ist die Frau, die den Schlüssel zu meinem Herzen hält – und doch die Frau, die meinen Namen beflecken wird. Die Frau mit der Macht, mein Regime zu beenden und alles zu zerstören, wofür ich je gearbeitet habe.
SIE IST MEINE FEINDIN.