Die Mitternachtsopferung--1d

1105 Words

Der Wind war in jener Nacht sanft, zu sanft für das, was mich erwartete. Kael stand mit den anderen auf der Lichtung, aber ich blickte nicht zurück. Ich konnte nicht. Meine Finger kribbelten noch von der Wärme seiner Berührung, als er versucht hatte, mich aufzuhalten. „Isla“, hatte er mit brüchiger Stimme geflüstert. „Tu das nicht.“ Aber ich hatte die Entscheidung bereits getroffen. Nicht aus Mut. Aus Liebe. Das Feuer vor mir war lebendig, hoch aufragend und wartend. Es brannte nicht wie eine normale Flamme – es pulsierte, atmete wie ein Lebewesen, weiß und golden, nicht rot. Und es kannte meinen Namen. Jeder Schritt, den ich darauf zuging, ließ mein Herz stocken. Der Wald hielt den Atem an. Die Bäume standen still. Selbst die Wölfe rührten sich nicht. Ich verstand nicht alles, was d

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