Kapitel 6 Seite 4

494 Words
Er zog sie am Arm in ihr Zimmer. „Du wirst mich nicht verlassen, du gehörst mir", Sagte er forsch und verließ das Zimmer. Sie konnte es nicht fassen. Welcher Arzt würde eine falsche Diagnose stellen? Das war also geschehen als er sich mit dem Doc traf. Das war alles geplant, und der Arzt war damit drin. Und nun auch noch die Polizei! Welche Macht hatte Joshua, dass er mit so etwas einfach durchkam? Sie war verzweifelt, denn nun sah sie keinen Ausweg mehr. Wie sollte sie jemals von ihm wegkommen, wenn er alles und jeden dazu benutzte, sie hier gefangen zu halten?! Jetzt wusste sie wenigstens, wo ihre Müdigkeit herkam. Es war alles Joshuas Werk. Er und dieser Möchtegern-Psychologe wollten sie wahrscheinlich mundtot machen indem sie ihr diese Medikamente verabreichten. Aber nicht mit ihr! Sie hatte sich in den Kopf gesetzt, dass sie diese Pillen nicht mehr nehmen würde, doch müsste sie sich erst einmal klar werden, wie sie das anstellen sollte ohne das es auffiel. Sie wusste, dass er wütend werden würde, wenn er herausfand, dass sie die Tabletten nicht mehr nahm. Und umso mehr befürchtete sie, dass er sich etwas Neues einfallen lassen würde. Also müsste sie vorsichtig sein. Am nächsten Morgen steckte sie sich bevor sie zum Frühstück ging, ein Kaugummi in den Mund. Sie schob ihn fest zwischen ihren Wangen und den Zähnen, so dass er nicht verrutschen würde. „Guten Morgen, Liebes", begrüßte sie Joshua. Sie hielten den üblichen Smalltalk. „Es tut mir leid, dass ich gestern so reagiert habe, aber du weißt, dass ich es nicht mag, wenn du in meinen Zimmer rumschnüffelst", stellte er klar. Amy nickte nur und widmete sich ihrem Frühstück. „Amy, ich mache mir Sorgen um dich. Du bist abwesend und deswegen habe ich dir die Antidepressiva verschreiben lassen. Du weißt selbst, dass ich nichts machen würde, was dir schadet. Du siehst in letzter Zeit sehr bedrückt aus und der Arzt teilt meine Meinung. Wir wollen doch nicht, dass du dir etwas antust!„ Seine Stimme war auf einmal so mitfühlend und besorgt. Er war einfach ein raffinierter Schauspieler, fast hätte Amy es ihm geglaubt, aber sie durchschaute ihn. Er wusste, wie er Menschen manipulieren konnte und nutzte dieses Wissen gekonnt aus. „So, und nun nimm deine Tabletten mit guten Gewissen, dass ich nur das Beste für dich im Sinn habe.„ Er reichte ihr die Medikamente und sah, wie immer, zu wie sie sie nahm. „Ich habe was im Zahn, Joshua. Einen Moment, bitte." Jetzt konnte sie mit der Zunge die Tabletten an den Kaugummi drücken. Dann nahm sie ihr Glas und trank. „Siehst du, dir wird es nur gut tun. Amy, ich muss arbeiten, wir sehen uns aber am Nachmittag wieder.„ Er verabschiedete sich von ihr und gab ihr noch einen Kuss auf die Stirn, bevor er ging. Amy huschte ins Bad und ließ das Kaugummi in der Toilette verschwinden. Sie hatte es tatsächlich geschafft.
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