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1085 Words
„Meine Jungfräulichkeit?“ Roses Augen weiteten sich vor Schock. „Du bist doch noch Jungfrau, oder?“ Roses Wangen liefen rot an, als Romilda diese Frage stellte. „Natürlich bin ich das!“ Romilda klatschte einmal in die Hände und wirkte zufrieden. „Perfekt! Dann ist das geklärt.“ „Nein, warte! Wofür brauchst du meine Jungfräulichkeit? Was für einen verrückten Deal hast du da überhaupt im Sinn?“ „Ach, meine Güte!“ Romilda lachte trocken. „Das ist auch für dich ein großartiges Geschäft! Du wirst ebenfalls davon profitieren.“ „Willst du mich etwa verkaufen?“ Romildas Augen weiteten sich ungläubig. „Ich bin doch nicht so dumm, Rose! Außerdem, wie viel könnte ich schon dafür bekommen, dich zu verkaufen?“ Ja, Rose und Romilda waren zweifellos wunderschön. Schließlich waren sie eineiige Zwillinge. Der einzige Unterschied bestand darin, dass Rose ihr langes, welliges schwarzes Haar bis über den Rücken fallen ließ, während Romilda ihres blond gefärbt und auf Schulterlänge geschnitten hatte. Beide besaßen gleichermaßen attraktive Figuren, doch während Rose sich eher zurückhaltend kleidete, liebte es Romilda, jede ihrer Kurven zu betonen. Rose holte tief Luft. „Also, worum geht es wirklich? Kannst du es mir endlich erklären?“ Romilda seufzte genervt. Rose war stur, aber wenn sie ihr nichts erklärte, würde alles nur noch komplizierter werden. „Ich will, dass du meinen Platz als Ehefrau eines Milliardärs namens Matteo Cavanaugh einnimmst. In ein paar Tagen soll ich ihn heiraten“, enthüllte Romilda schließlich. Rose runzelte die Stirn. Wo hatte Romilda diesen Matteo überhaupt kennengelernt? Und wie war sie in etwas so Verwickeltes geraten, dass sie nun Roses Hilfe brauchte? Romilda fuhr fort: „Deine Aufgabe ist ganz einfach: Du gibst Matteo deine Jungfräulichkeit. Denn ich kann unmöglich mit ihm schlafen. Das Wichtigste ist, seine Familie zum Schweigen zu bringen. Sie behaupten ständig, ich sei keine Jungfrau.“ „Nun ja ... das bist du doch auch nicht, oder?“ Romildas Augen verengten sich leicht. „Nein, bin ich nicht! Aber wenn ich das Gegenteil beweisen kann, wird nicht nur deine kranke Mutter gerettet, sondern auch dein Leben leichter werden! Außerdem werde ich dich für deine Jungfräulichkeit großzügig entschädigen.“ „Kannst du nicht einfach ehrlich zu deinem Verlobten sein? Wenn er dich wirklich liebt, sollte das doch kein Problem sein.“ Romilda stieß ein gereiztes Seufzen aus, und ihre Miene wurde zunehmend genervter. „Hör zu, wir lieben uns nicht! Ich kenne ihn kaum! Erledige einfach deinen Teil und mach es richtig! Denn wenn du es nicht tust, steht das Leben deiner Mutter auf dem Spiel. Willst du das wirklich, Rose?“, sagte sie mit einer unterschwelligen Drohung in der Stimme. „Romilda, Mama ist auch unsere Mutter! Und trotzdem denkst du nur daran, mit mir Geschäfte zu machen?“ Romilda lachte spöttisch. „Ich biete dir die Gelegenheit deines Lebens, Rose. Alles, was du tun musst, ist, deine nutzlose Jungfräulichkeit aufzugeben. Wenigstens erfüllt sie dann endlich einen Zweck. Deine Mutter bekommt ihre Operation, und du bekommst deine Belohnung!“ Romilda streckte Rose die Hand entgegen, ihre Lippen verzogen sich zu einem teuflischen Lächeln. „Haben wir einen Deal?“ Rose zögerte noch immer. Doch wer sonst konnte ihrer Mutter das Leben retten? Die Zeit lief ihr davon. Mit kalten, zitternden Fingern ergriff Rose Romildas Hand. Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. „In Ordnung.“ * Ein paar Tage nach ihrer Vereinbarung kontaktierte Romilda Rose erneut. Ihre Anweisung war glasklar: Rose sollte sie in einem der teuersten Schönheitssalons der Stadt treffen. Eigentlich wollte Rose nicht hingehen, vor allem, weil sie arbeiten musste. Doch sie konnte Romildas Drängen nicht länger ignorieren. Und als sie dort ankam, wurde sie von Kopf bis Fuß umgestylt. Rose erstarrte, als sie ihr Spiegelbild betrachtete – sie sah Romilda zum Verwechseln ähnlich. Für einen Moment hasste sie es, dass sie sich so ähnlich waren. Hinter ihr saß Romilda entspannt da und ließ sich die Nägel machen. Als sie sah, dass Rose fertig war, umspielte ein selbstgefälliges Lächeln ihre Lippen. „Fertig? Dann solltest du jetzt gehen“, sagte Romilda beiläufig. Zögernd trat Rose näher. „Aber was ist mit Mama? Ich kann sie doch nicht einfach im Krankenhaus zurücklassen.“ „Entspann dich. Ich habe bereits eine Krankenschwester organisiert, die sich während ihrer Genesung um sie kümmert. Man sagt, es wird ungefähr zehn Tage dauern – genau genug Zeit für die Hochzeit und deine Flitterwochen.“ Romilda sah Rose an. „Und denk daran: Hinterlasse einen guten Eindruck, damit Matteo glaubt, er heirate die richtige Frau.“ Rose hätte sie am liebsten verflucht. Romilda lebte mit ihrem Liebhaber in einem Hotel und log Matteo vor, sie würde ihre Mutter besuchen, um ihren Segen zu erhalten. Dabei hatte sie ihre Mutter nicht einmal gesehen. Dann griff Romilda in ihre Handtasche, zog ein gefaltetes Blatt Papier heraus und reichte es Rose. „Das ist eine Liste von Matteos Familienmitgliedern. Ich habe alle Namen aufgeschrieben, damit du bei deiner Ankunft nicht wie eine Idiotin dastehst.“ Rose faltete das Blatt auf. Nichts als Namen. Keine Erklärungen, keine Details. Das nennst du vollständig? dachte sie spöttisch. „Und jetzt los mit dir!“ Romilda winkte sie ungeduldig fort. „Das ist doch Teil unserer Vereinbarung, oder? Nach zehn Tagen ist alles vorbei, und ich kann wieder zu Mama zurückkehren“, vergewisserte sich Rose. „Brich dein Wort nicht, Romilda!“ „Natürlich nicht, Dummerchen! Solange du Matteo deine Jungfräulichkeit gibst, ist alles geregelt!“ Die Mitarbeiterinnen des Salons blickten verwirrt zwischen ihnen hin und her. Sogar Rose schämte sich für Romildas unverblümte und schamlose Art. Schließlich verließ sie den Salon, ohne sich zu verabschieden. Sie trug nur eine kleine Tasche bei sich – ihr Handy, ihre Geldbörse und die Kleidung, die sie am Leib hatte. Romilda hatte ihr versichert, dass im Anwesen der Familie Cavanaugh bereits alles vorbereitet sei, was sie brauchte. Nachdem sie ein Taxi herangewinkt, dem Fahrer die Adresse genannt und sich auf den Weg gemacht hatte, wurde ihre Angst nur noch größer. Erstens hatte sie keine Ahnung, was sie in Matteos Haus erwartete. Und zweitens hatte sie ihre Mutter nach der Operation noch nicht einmal besucht. Was, wenn Mama sich Sorgen macht, weil ich nicht im Krankenhaus erschienen bin?, dachte sie. Rose versuchte, ihre Ängste beiseitezuschieben und ruhig zu bleiben. Ob es ihr gefiel oder nicht – sie musste das durchziehen. Romilda hatte ihren Teil der Abmachung bereits erfüllt und die Krankenhausrechnungen bezahlt. Doch Rose zahlte dafür einen hohen Preis.
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