Im Penthouse war es sehr still. Es war sogar noch stiller als in der Stadt. Julian stand mitten im Schlafzimmer und hielt die Scheidungspapiere in der Hand. Seine Hände zitterten. Selbst bei Geschäftsabschlüssen war er noch nie so nervös gewesen.
Er schaute auf seine Uhr. Es war 23:14 Uhr. Seine Frau war seit mehr als drei Stunden weg. Die Luft im Raum fühlte sich alt und abgestanden an. Es war, als wäre das Leben aus ihm gesaugt worden, als sie gegangen war.
Er ging zum Kleiderschrank. Er öffnete die großen Eichentüren. Er war leer. Ihr Geruch war noch da. Er war schwach. Sie hat alles mitgenommen. Sie war nicht einfach nur gegangen, sie hatte sich selbst ausgelöscht.
Sein Handy summte. Er holte es heraus. Er dachte, es sei eine Nachricht von Elena. Es war von Marcus.
**[Marcus: Dem CEO von Miller-Tech hat gefallen, wie du das Problem gelöst hast. Wir gehen am Dienstag zusammen essen. Soll ich morgen Blumen ins Penthouse schicken?]**
Julian blickte auf den Bildschirm. Blumen. Das Wort tat weh. Er dachte an das Tagebuch auf dem Boden. Elena hatte geschrieben, dass sie wegen einer Uhr geweint hatte, die Marcus ausgesucht hatte.
Er begann, eine Nachricht zu tippen. Dann löschte er sie. Er musste die Kontrolle behalten. Julian Vane verlor keine Dinge. Er verlor kein Geld, er verlor keine Gerichtsverfahren. Er verlor seine Frau nicht.
„Marcus“, sagte Julian und rief ihn an. „Ich will keine Pressemitteilung. Ich will meine Frau finden. "Sofort."
„Sir, sie ist mit einem Auto weggefahren. Ich habe den Fahrdienst angerufen. Sie hat das Ziel einer U-Bahn-Station in Brooklyn geändert. "Sie ist vorsichtig.“
Julian wurde wütend. „Sie restauriert Kunst, Marcus. Sie ist keine Spionin. Überprüfen Sie das Atelier, das sie in DUMBO nutzt. "Überprüfen Sie Ihre Bankunterlagen.“
„Sie hat das Konto nicht angerührt, Sir. Sie hat vor drei Wochen einen neuen Mietvertrag unter ihrem Namen Vance unterschrieben. "Sie hat das geplant.“
Marcus benutzte Julians Namen. Das war selten. Julian hielt inne. Er widmete sich wieder dem Studium. Nahm das Tagebuch zur Hand. Er las die Zeile noch einmal. *Ich habe jemanden getroffen, der meine Augenfarbe kennt.*
„Wer ist er?“, flüsterte Julian.
„Wie bitte, Sir?“, fragte Marcus.
„Finden Sie heraus, mit wem sie sich trifft … Marcus schickt keine Blumen. Holen Sie mein Auto. "Ich fahre zu ihrem Atelier.“
„Sir, es ist Mitternacht … "Sie hat die Schlösser austauschen lassen.“
„Dann kaufe ich das Gebäude“, sagte Julian. Er legte auf.
Die Fahrt nach Brooklyn verlief schnell. Julian saß auf dem Rücksitz des Maybachs und hielt das Tagebuch in der Hand. Er las die Einträge.
*12. Juli: Ich trug ein Kleid. Julian sagte, ich sehe gut aus. Ich fragte mich, ob er sich daran erinnert, dass Blau die Farbe war, die ich trug, als er mir einen Heiratsantrag machte.*
Julian schloss die Augen. Er erinnerte sich an das Kleid. Er erinnerte sich daran, dass er sie wunderschön fand. Er war mit der Arbeit beschäftigt.
Das Auto hielt vor einem Lagerhaus in DUMBO. Auf dem Schild stand **Vance Art Conservation**. Das „Vance“ war neu.
Julian stieg aus. Die Luft vom East River schlug ihm ins Gesicht. Er ging zur Tür. Ergriff die Klinke. Sie war verschlossen. Er drückte auf die Sprechanlage. Keine Antwort. Er drückte erneut.
„Geh weg, Julian!", sagte eine tiefe Stimme.
Julian wurde wütend. „Wer ist da? "Lass mich mit meiner Frau sprechen.“
„Sie ist beschäftigt, Mr. Vain. Sie ist Ihre zukünftige Ex-Frau. "Sie sollten Grenzen respektieren.“
„Öffnen Sie die Tür“, sagte Julian.
Die Tür öffnete sich. Ein Mann stand dort. Er war jünger als Julian. Er trug ein anthrazitfarbenes Henley-Shirt.
„Dominic Thorne“, sagte der Mann und streckte ihm die Hand entgegen. Julian ignorierte sie.
„Wo ist Elena?“ Julian ging an ihm vorbei.
Das Atelier war groß und schwach beleuchtet. Es roch nach Terpentin. Elena saß auf einem Hocker und arbeitete an einer Leinwand. Sie blickte nicht auf.
„Dominic, ich komme damit klar“, sagte sie.
„Ich bin nicht Dominic“, sagte Julian.
Elena erstarrte. Sie drehte sich langsam um. Julian sah Augenringe unter ihren Augen. Er sah einen Funken Trotz.
„Die Schlösser haben dich nicht aufgehalten“, sagte sie. „Ich hätte es wissen müssen.“
„Elena, komm nach Hause. "Wir können reden“, sagte Julian. „Ich habe die Tagebücher gelesen. "Mir war nicht klar …“
„Dir war nicht klar, dass ich ein Mensch bin?“, sagte sie. „Du liest meine Gedanken und kommst hierher, um mir Befehle zu erteilen? "Du hast dich nicht verändert, Julian.“
„Ich habe Marcus gefeuert“, sagte Julian. Es war eine Lüge.
Elena hielt inne. Sie sah überrascht aus, dann hatte sie Mitleid mit ihm. „Du hast denjenigen gefeuert, der sich um mich gekümmert hat? Warum? "Weil er deinen Job besser gemacht hat?"“
„Ich bin jetzt hier“, sagte Julian. „Ich mache das selbst.“
Dominic stellte sich zwischen Julian und Elena. „Ich glaube, die Dame hat dich gebeten, zu gehen, Vane“, sagte er.
Julian sah Dominik und Elena an. Sie war nicht wütend. Sie war leer.
„Ich unterschreibe die Papiere nicht, Elena“, sagte Julian. „Ich werde das vor Gericht anfechten. "Ich werde jede Galerie kaufen, mit der du zusammenarbeitest.“
„Du wirst Millionen ausgeben, um eine Frau zu behalten, die dich nicht will?“, sagte Elena. „Nur zu, Julian. Gib alles aus. Während du damit beschäftigt bist, Richter zu kaufen, werde ich leben. Ich werde kreativ sein. "Ich werde mit jemandem zusammen sein, der keine Quittung braucht, um zu wissen, dass ich verletzt bin.“
Sie wandte sich an Dominic. „Zeig Mr. Vain den Weg nach draußen. Ich muss ein Meisterwerk retten. "Es ist wertvoller als sein Ego.“
Julian wurde hinaus in die Nacht geführt. Die Tür schlug zu. Er stand auf dem Bürgersteig und fühlte sich winzig.
Sein Handy vibrierte. Es war eine Nachricht von seiner Alarmanlage.
**[Alarm: Bewegung im Arbeitszimmer erkannt. Tresor geöffnet.]**
Julian runzelte die Stirn. Er war der Einzige, der den Code hatte. Es sei denn ...
Er öffnete den Live-Feed auf seinem Handy. Sein Herz setzte einen Schlag aus.
Ein Mann stand in seinem Arbeitszimmer und holte ein Hauptbuch aus dem Tresor. Das Hauptbuch enthält Geheimnisse über Julians Vater.
Der Mann blickte in die Kamera, lächelte und hielt einen Zettel hoch.
„Die Scheidung ist nicht das Einzige, was du heute Nacht verlierst, Julian. "Überprüfe deine Bankkonten.“