Ich Hasse Ihn
Heute ist der Tag, an dem ich den Teufel dazu bringe, sich mit mir abzugeben.
Gott, ich hasse ihn.
Ich hasse seine perfekt gebügelten Anzüge. Ich hasse es, wie er geht, als gehöre ihm jedes Molekül Luft in diesem Gebäude. Ich hasse seine kalten Blicke, die erwachsene Führungskräfte wie Kindergartenkinder stottern lassen.
Er ist ein Monster, schlicht und einfach.
Wenn ich drei Wünsche frei hätte, würde ich mir finanzielle Sicherheit wünschen, bessere Tanzkünste für Maya und ... nun, den dritten Wunsch würde ich ihm ersparen. Ich hätte mir vielleicht gewünscht, dass sein Schwanz schrumpft und alle Frauen auf der Welt ihn abstoßend finden, aber er ist nicht einmal der Typ, der Frauen hinterherjagt.
Er ist zu sehr damit beschäftigt, eine herzlose Maschine zu sein, um Frauen hinterherzujagen – oder zu sehr damit beschäftigt, sich mit den Folgen seiner Ex und den von ihr verursachten Kursverlusten auseinanderzusetzen.
Seit zwei Wochen saß ich in dieser verdammten Cafeteria fest und schluckte jedes Schimpfwort, das mir in die Kehle stieg, wenn sein Gesicht auf den Firmenmonitoren erschien, während ich mit denselben Händen Suppe servierte, die ... Nein. Denk nicht an diese Nacht.
Das Gesundheitskontrollteam war vor zwanzig Minuten eingetroffen und schnüffelte bereits mit missbilligenden Blicken in der Küche herum.
Sie waren hier wegen unzähliger anonymer E-Mails, in denen abgelaufene Produkte und gefälschtes Fleisch, das die Cafeteria verwendet hatte, detailliert beschrieben wurden.
Wer hatte ihre Posteingänge mit Spam-Mails überflutet, bis sie keine andere Wahl hatten, als aufzutauchen?
Ich versteckte mein Grinsen hinter meiner Haube.
Meine Augen suchten den Raum nach den nächsten Teilen meines Puzzles ab. Dort saß Greg, der Manager, dessen Hobby es war, andere zu schikanieren, mit seiner üblichen Schar von Speichelleckern.
Sein heutiges Opfer saß unbeholfen neben seinem Stuhl, während er aß, ihr Gesichtsausdruck eine Mischung aus Unbehagen und gezwungener Höflichkeit.
Das dritte Teil kam auf meinen Arbeitsplatz zu – der Mann, dessen Gesicht nicht zu seinem Arbeitsausweis passte. Reporter Blake. Er rückte seine Brille zurecht und schenkte mir ein freundliches, neugieriges Lächeln, während er mir sein Mittagessenstablett hinhielt.
„Suppe, bitte.“
„Klar, Blake“, lächelte ich zurück und schöpfte die Flüssigkeit in seine Schüssel.
Wo war nun mein letztes Teil?
Er kam nie in die Cafeteria – zu gut für Bauernkost, vermutete ich –, aber heute hatte er keine Wahl. Der CEO musste sich blicken lassen.
Abgesehen von meinen obsessiven Stalking-Sessions im Internet hatte ich ihn nur einmal gesehen, als er das Hauptquartier verließ, ganz rot und wütend, und sein Auto davonbrauste, bevor ich ihm überhaupt nahe kommen konnte.
Die Tür der Cafeteria schwang auf und mein Herz hämmerte. Die Luft veränderte sich und die Gespräche verstummten, denn da war er und schritt herein, als würde er ein Schlachtfeld betreten.
Lucien Hayes in Fleisch und Blut, mit seinen 1,90 m füllte er den Raum aus. Sein Blick schweifte durch die Cafeteria, während die Angestellten aufstanden und sich zur Begrüßung verbeugten. Ich verbeugte mich nicht.
Sein unlesbarer Blick traf meinen für kaum eine Sekunde, aber das reichte aus, um mir eine Gänsehaut zu bereiten.
Das Monster hinter der Nacht, die mein Leben ruiniert hatte, und die Schulden, die mich gefangen hielten.
„Reiß dich zusammen, Camila.“
Ich hatte ihn noch nie aus solcher Nähe gesehen, noch nie dieselbe Luft wie er geatmet ... aber es war an der Zeit, das zu ändern.
Ich sah, wie er sich zu den Inspektoren gesellte, seine Schultern bildeten eine starre Linie unter dem tausend Dollar teuren Anzug. Ich konnte die Wut, die von ihm ausging, förmlich spüren. Er verlor die Kontrolle, und das machte ihn gefährlich.
Sein rechter Mann, Rafael, drehte sich plötzlich um, als hätte er die Hitze meines brennenden Blickes auf dem Rücken seines Chefs gespürt. Ich machte mir nicht die Mühe, ihn zu verbergen. Stattdessen schenkte ich ihm mein strahlendstes, beunruhigendstes Lächeln. Seine Augen verengten sich, bevor er sich abwandte.
„Bald, Rafael. Du wirst auch ein Teil davon sein.“
Alle Teile waren an ihrem Platz: die Krise, der Auslöser, das Megafon und der skrupellose CEO.
Showtime.
Ich legte meine Kelle mit einem Klirren ab, riss mir meine Haarnetz vom Kopf und warf meine Schürze beiseite. Meine Finger arbeiteten sich schnell durch meine kastanienbraunen Locken und glätteten sie zu einer vorzeigbaren Frisur. Ich zog an meiner Jeans und holte tief Luft.
Auf der anderen Seite der Cafeteria hatte Greg seine üblichen Belästigungen etwas zurückgefahren – wenn man es denn „zurückfahren“ nennen kann, wenn man seine Hand unter dem Tisch auf dem Oberschenkel einer Frau ruhen lässt.
Ihr Lächeln war gezwungen, und ihre Augen huschten umher und flehten still um Hilfe, die niemand ihr gab.
Ich marschierte auf ihren Tisch zu.
Ich packte ihn an seinem kahlen Hinterkopf und rammte ihn direkt in seine Suppenschüssel.
„Was zum ...“ Seine Worte gurgelten in der Flüssigkeit.
„Weißt du, was dein Problem ist, Greg?“, sagte ich laut, um sicherzugehen, dass man mich gut hören konnte. „Du denkst, ein Eckbüro gibt dir das Recht, Frauen wie Möbelstücke zu behandeln.“
Sein Kopf schoss nach oben, Suppe tropfte über sein rotes Gesicht und durchnässte seinen Kragen. „Du verrückte Schlampe ...“
„Verrückt? Ich bitte dich. Ich bin nur die Erste, die genug Rückgrat hat, um dein widerliches Verhalten anzusprechen. Vielleicht kompensierst du das mit all diesen Belästigungen, weil du schneller eine Glatze bekommst, als du deinen Schwanz hochbekommst.“
Ein kollektives Raunen ging durch die Cafeteria. Greg versuchte aufzustehen, aber ich drückte ihn wieder zurück.
„Setz dich“, befahl ich und hob dann seine Schüssel hoch, um den Rest der Suppe direkt auf seinen Kopf zu schütten. „Kühle dich ab.“
Ein weiterer Aufschrei, diesmal lauter. Ich spürte, wie alle Augen auf uns gerichtet waren, darunter hoffentlich auch ein bestimmtes Paar goldener Augen – und, was noch wichtiger war, die von Reporter Blake.
Ich ergriff die zitternde Hand der Frau.
„Stell dich hinter mich“, sagte ich leise zu ihr und wandte mich dann wieder Greg zu. „Deine Tage bei Hayes Corp sind gezählt.“
Greg stand von seinem Stuhl auf, sein Gesicht vor Wut verzerrt. In diesem Moment landete seine Handfläche mit einem schmerzhaften Schlag auf meiner Wange, der meinen Kopf zur Seite schleuderte.
Der Schmerz breitete sich heiß in meinem Gesicht aus, und für einen Moment war ich zu fassungslos, um etwas zu sagen. Das war nicht Teil des Plans gewesen, und es tat höllisch weh, aber es war auch die perfekte Eskalation.
Ich richtete mich auf und berührte meine brennende Wange.
„Hast du überhaupt eine Ahnung, was du gerade getan hast? Du hast gerade die Freundin des CEO geschlagen!“
Greg brach in Gelächter aus, wobei ihm Suppentropfen aus dem Gesicht spritzten.
„Freundin? Von wegen. Du widerwärtige Küchenratte ...“ Seine Hände stießen mich an der Brust und drückten mich nach hinten.
„Was zum Teufel ist hier los?“
Die tiefe, wütende Stimme durchdrang das Chaos in der Cafeteria.
Endlich ...