Die Nächte in Rivertown waren still, beinahe erstickend in ihrer Lautlosigkeit. Die Hitze des Tages wich nur wenig, und die Dunkelheit schien lebendig zu sein – sie atmete, sie flüsterte. Lily lag wach in ihrem Bett, unfähig, die Augen zu schließen. Seit dem Fund der Puppe am Fluss hatte sich etwas verändert. Nicht nur in der Stadt, sondern auch in ihr. Die Stimme, die sie am Fluss gehört hatte, klang immer wieder in ihrem Kopf. „Es gehört dir jetzt.“ Sie versuchte, diese Worte zu ignorieren, doch sie nagten an ihr, wie ein hartnäckiger Juckreiz, den sie nicht loswurde. In dieser Nacht, während der Mond hoch am Himmel stand, entschied sie sich, nach draußen zu gehen. Vielleicht würde die frische Luft helfen, ihre Gedanken zu klären. Die Felder hinter ihrem Haus waren in Dunkelheit gehüllt

